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TV-Debüt für P.M.: Was sich Chefredakteur Schröder und Publisher Brüne von dem Fernsehauftritt erhoffen

P.M.-Köpfe Gerd Brüne (li.)  und Jens Schröder
P.M.-Köpfe Gerd Brüne (li.) und Jens Schröder

P.M. kommt ins Fernsehen. Das zur Gruner + Jahr gehörende Wissensmagazin geht ab Juli mit einem eigenen TV-Format beim österreichischen Sender Servus TV auf Sendung. Im Interview mit MEEDIA erklären der neue P.M.-Chefredakteur Jens Schröder und der Wissens-Publisher Gerd Brüne, welche Chancen der TV-Auftakt für die Auflagenentwicklung und die Vermarktung des Printheftes bedeutet.

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Herr Schröder, Herr Brüne – das Wissens-Magazin P.M. erscheint seit mehr als 40 Jahren beim Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr und steht laut Verlag für einen „nahbaren und verständlichen Wissenschafts-Journalismus“. Bringen Sie den Printtitel jetzt als Format ins Fernsehen, um für Heftfans P.M.-Themen durch visuelle Umsetzung verständlicher zu machen?
Schröder: Die verständliche Darstellung unserer Themen ist ja auch im Print-Heft schon unsere Stärke, dazu bräuchten wir das TV-Format nicht. Entscheidend ist da eher, dass wir P.M. und seinen Themen eine neue Dimension verleihen. Dabei wollen wir die großen P.M. Tugenden der Verständlichkeit und Unterhaltsamkeit aus dem Heft ins Fernsehen übersetzen. Und sie mit den dynamischen Möglichkeiten des bewegten Bildes noch einmal neu und anders lebendig werden lassen.

Moderiert wird das neue Format von Gernot Grömer. Er ist für seine Weltraum-Forschung bekannt. In Innsbruck hat er eine Art Mini-Houston aufgebaut: das Österreichische Weltraum Forum (ÖFK). Wird das neue TV-Format thematisch sehr in entfernte Sphären unsres Globus schweifen?
Schröder: Es war uns wichtig, dass ein „echter“ Wissenschaftler die Moderation übernimmt. ServusTV hatte das gleiche Ziel. Und dass wir dann mit Gernot Grömer wirklich den perfekten Menschen gefunden haben, um dieses anspruchsvolle Magazin zu moderieren ist ein Glücksfall. Aber sein Hintergrund in der Raumfahrt-Forschung wird natürlich nicht die Themenvielfalt limitieren. Klar, hat er bei Berichten über Marsmissionen und Satellitenforschung einen „Heimvorteil“. Aber er ist genau so neugierig auf visionäre Projekte und neue Erkenntnisse aus anderen Feldern der Wissenschaft.

P.M. Wissen wird bei ServusTV ausgestrahlt. Warum haben Sie einen Nischensender als Plattform gewählt, der keine breite Masse hierzulande erreicht und damit nur begrenzt den Absatz des Heftes beflügelt?
Schröder: Warum ServusTV? Das kam so: Der Intendant von ServusTV Ferdinand Wegscheider kam auf uns zu um mit uns über ein TV-Format zu sprechen, das ans Heft angelehnt ist. Wir waren von der Idee gleich begeistert und haben schon bei den ersten Besuchen in Salzburg gemerkt: das passt zusammen. Und mit der renommierten Produktionsfirma Bilderfest kam dann ein weiterer toller Partner ins Boot (der Chef von Bilderfest, Marcus Uhl, hat vor Jahren seine Karriere in München bei P.M. als Praktikant gestartet, das passt also auch perfekt). ServusTV ist zwar noch kein Branchenriese, aber dafür sehr ambitioniert und auch am deutschen Markt mit vielen neuen spannenden Formaten ein durchaus relevanter Privatsender. Spannend ist für uns aber natürlich auch der Markt in Österreich, wo ServusTV einer der wichtigsten Sender ist. Auch P.M. wird in Österreich gerne gelesen und wir sind mit den aktuellen Verkaufszahlen dort sehr zufrieden.

Gruner + Jahr ist über den Mutterkonzern Bertelsmann eine Schwesterngesellschaft der TV-Gruppe RTL. Passt das Format nicht besser in das Programm der Fernsehgruppe oder von RTL-Ablegern wie VOX und co.?
Brüne: Im Bertelsmann-Konzern herrscht die eherne Regel, dass Konzerntöchter ermuntert werden, miteinander zu kooperieren, dass es aber keinen „Zwang“ gibt, das auch zu tun. Wir stehen daher stets im Austausch auch mit den TV-Sendern des Konzerns, aber in diesem Kontext hatte sich bisher kein konkreter Ansatz ergeben. Als dann Servus TV auf uns zukam, haben wir keine Sekunde gezögert: Der Sender passt mit seinem hohen Qualitätsverständnis perfekt zur Marke P.M.

Das neue TV-Format wird in Deutschland um 21:15 Uhr und in Österreich um 20:15 Uhr ausgestrahlt – also zur besten Primetime. Liegt die Vermarktung des neuen Fernsehprodukts in guten Händen?
Brüne: Die Vermarktung liegt bei unserem Partner Red Bull Media House (RBMH) und damit in besten Händen. Servus TV wird das neue Format für die Saison 2018/2019 als eines der Highlights unter anderem auf den Screenforce Days in Köln vorstellen. Mittelfristig prüfen wir die Frage, ob wir auch „P.M.-Media-Pakete“ mit Spots/Anzeigen/Digitalwerbung anbieten wollen, was dann gegebenenfalls sowohl über die Vermarktungsschiene von RBMH als auch über unsere eMS laufen könnte. Aber das ist Zukunftsmusik.

Werden die ausgestrahlten Sendungen zu einem späteren Zeitpunkt auf der Online-Plattform des P.M. Magazins gezeigt?
Brühe: Das ist derzeit nicht geplant.

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Umgesetzt wird das neue Format von der Bilderfest GmbH, die unter anderem das ZDF-Format Terra X produziert und bekannt ist für hochwertige Bildsprache und modernste Produktionstechnik. Teilen Sie sich die Produktionskosten?
Brüne: Die Details der Teilung von Kosten und Erlösen sind in unserem Vertrag geregelt, an dieser Stelle nur so viel: Wir haben mit RBMH wunderbar klare Regelungen getroffen, die alle Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Projekt beiden Partnern wirtschaftlich wie inhaltlich Freude machen wird – und das unter Wahrung der hohen Qualitätsansprüche, die beide Häuser haben.

Gruner + Jahr hat Titel wie Barbara mit der bekannten TV-Moderatorin Barbara Schöneberger und JWD mit dem TV-Krachmacher Joko Winterscheidt gelauncht. Damit spart sich der Verlag teure Anzeigenkampagnen, um die Print-Produkte bekannter zu machen. Ist der TV-Auftritt von P.M der umgekehrte Weg, um Marketingkosten zu sparen?
Brüne: Der Vergleich mit den Magazinen, die rund um prominente Persönlichkeiten angelegt sind, hinkt aus meiner Sicht. Denn dort werden Magazine auf den Markt gebracht, die auf durch TV bekannten Personen-Marken fußen – womit die Magazine selbst Elemente dieser Personen-Marken annehmen. Aber klar ist: Jede weitere Präsenz der Personenmarken im TV ist zumindest mittelbar auch eine Unterstützung des Zeitschriftenmarke. Diese Magazine sind aber mit P.M. nur bedingt vergleichbar, da P.M. eine über Dekaden gewachsene Zeitschriftenmarke ist (deren Erfinder und Namensgeber Peter Moosleitner damals keine entsprechende TV-Bekanntheit hatte). Und die Inszenierung solcher gewachsener Print-Marken im TV hat meines Wissens nur in seltenen Fällen zu unmittelbaren Abverkaufsimpulsen für die Zeitschriften geführt. Dazu bedarf es bestimmter Voraussetzungen, die bei unserem „P.M. TV“ nur teilweise gegeben sind, ähnlich wie bei der Umsetzung von „360 Grad – die GEO-Reportage“ oder „Geolino TV“, die beide bei ARTE ausgestrahlt werden. Aber die Print-Marken werden durch die Inszenierung im TV bekannter und für manche Zuschauer auch relevanter, diesen Nebeneffekt sehen wir mit großer Freude. Dennoch wird es leider nicht möglich sein, deshalb die Marketing-Spendings für P.M. im EV- oder Abobereich spürbar zurück zu fahren.

Verdient Gruner + Jahr an dem TV-Format?
Brüne: P.M. erzielt mit diesem Projekt einen zusätzlichen Deckungsbeitrag.

In der P.M. Gruppe erscheint auch P.M. History. Planen Sie mit der Marke auch ein Gesichtsformat im Fernsehen?
Brüne: Das ist aktuell nicht vorgesehen, wir konzentrieren uns zunächst auf die Dachmarke.

Die Fragen wurden per Mail gestellt.

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