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“Wollte eigentlich nur ein paar meiner Twitterfollower foppen”: Titanic-Satiriker Hürtgen erklärt den Bouffier-Streich

Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen steckte hinter dem falschen HR-Twitter-Account
Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen steckte hinter dem falschen HR-Twitter-Account

Am Freitag hatte Titanic-Satiriker Moritz Hürtgen mal wieder Teile der deutschen Nachrichtenredaktionen aufs Kreuz gelegt. Bild, Focus, n-tv und andere verbreiteten die Ente, dass Horst Seehofer das Unionsbündnis mit der CDU aufgekündigt habe. Im MEEDIA-Interview erklärt Hürtgen, wie er auf die Idee zu der Aktion kam, was ihr Ziel war und ob er Mitleid mit den Journalisten hat, die die News für bare Münze nahmen.

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Sind sie stolz auf ihre Aktion?
Moritz Hürtgen: Nein, auf 30 Minuten Arbeitsaufwand nebenbei sind nicht mal wir Faulenzer von Titanic stolz.

Was war das Ziel der Aktion?
Ein Experiment: Was passiert, wenn deutsche Medien neben Fußball-WM und dem Streit in der Union noch ein drittes Knallerthema zu behandeln haben?

Mal ehrlich: Ging es nicht doch vor allem Werbung für das neuen Paid-Angebot der Titanic?
Ja, auch. Denn mit dem ganzen Gold-Geld wollen wir Springer aufkaufen und Reichelt nach Sibirien schicken. Als Korrespondent natürlich.

Anja Reschke empörte sich via Twitter: “Mir ist wirklich schleierhaft, was daran witzig sein soll.”
Dieser Tweet von Frau Reschke ist z.B. witzig.

Wie kam es zu der Idee?
Am Vorabend im Zug aus Langeweile, weil gerade kein mobiles Internet verfügbar war.

Warum ausgerechnet der Bezug zu Volker Bouffier und den Hessischen Rundfunk?
Weil der HR im Twitterhandle @hrtgn meines Accounts vorkommt. Dazu passend ist Bouffier hessischer Ministerpräsident (vorher Koch).

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Was war an der Aktion Satire?
Dass die, die der schlechten Fälschung aufgesessen sind, jetzt finden, dass es diesmal “keine Satire mehr ist”.

Teil der Aktion war auch die Veröffentlichung einer Telefonnummer (“Heißer Draht in die Redaktion”): Wer hat da denn angerufen?
U.a. die Landtagsfraktion der Berliner CDU, der Hessische Rundfunk, die FAZ, zwischendurch auch meine Mutter (zufällig).

Gibt es einen Grund dafür, warum Sie immer Medienleute reinlegen. Früher waren doch auch mal Funktionäre (inklusive Kuckucksuhren-Offerten) Ihre Opfer?
Julian Reichelts “Bild” wurde beim #miomiogate gezielt reingelegt. Mit der HR-Meldung wollte ich eigentlich nur ein paar meiner Twitterfollower foppen.

Haben Sie Mitleid mit den Kollegen, die die Meldung übernommen haben?
Natürlich nicht.

Welche Fake-News sind von Ihnen noch zu erwarten?
Titanic hat noch nie Fake News ausgegeben und wird dies auch in Zukunft nicht tun.

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Alle Kommentare

  1. Ich halte es für ausgesprochen bedenklich, einfach Fake News in die Welt zu setzen, um damit Leute zu foppen und nicht weiter über die Konsequenzen nachzudenken. Für solche Scherze genügt eigentlich die Tradition des 1. April. Okay, einige Journalisten hätten den von Martin Hürtgen verbreiteten Unsinn sehr viel genauer überprüfen müssen, bevor sie ihn veröffentlichten. Derzeit als Urheber aber mit solchen Spielchen auch noch dazu beizutragen, dass einigermaßen seriöse Medien sich noch stärker dem Vorwurf der “Lügenpresse” ausgesetzt sehen, ist politisch kontraproduktiv und verantwortungslos. Und was erfundene Zitate, die man anderen einfach in den Mund legt, mit Satire zu tun haben sollen, erschließt sich mir so gar nicht.

    1. Tja. Wer auf das Aufdecken eigener Schwachstellen nur noch so eingeschnappt und merkbegrenzt reagieren kann, ist längst schon sturmreif geschossen und hat es nur noch nicht gemerkt.

      Sie sind geradezu ein Festmahl für die Agitatoren von Rechts, so was verknuspern die zum Frühstück. Man nennt es eine Parodie seiner selbst.

  2. Was soll bitte das jetzt? – An alle Mitleser: Dieser zweite Kommentar von 14.25 Uhr stammt nicht von mir.

    Ich korrigiere mich allenfalls darin, dass “Martin Hürtgen” tatsächlich Moritz mit Vornamen heißt. Ansonsten bitte ich, diesen Unfug hier jetzt zu unterlassen.

  3. Tja, das kommt dabei raus wenn man Recherche nur noch im Internet und auf Twitter betreibt. Die Medienlandschaft ist ohnehin nur noch ein Witz. Smoke & Mirrors.

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