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Von wegen “Seehofer kündigt Unionsbündnis auf”: Titanic legt Bild, Focus & Co. mit Twitter-Streich rein

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Oops, they did it again: Titanic-Satiriker Moritz Hürtgen hat mal wieder Teile der deutschen Nachrichtenredaktionen aufs Kreuz gelegt. Über das Twitter-Account “hr Tagesgeschehen” lancierte der Titanic-Redakteur die News, dass Horst Seehofer das Unionsbündnis mit der CDU aufgekündigt hätte. Die Folge: Bild, Focus, n-tv und andere verbreiteten entsprechende Breaking News.

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Um 11.56 Uhr twitterte das Account “hr Tagesgeschen” folgenden Text: +++ Breaking – Politbombe platzt in Hessen +++ Seehofer kündigt laut interner Bouffier-Mail Unionsbündnis mit CDU auf +++ Merkel informiert, PK gegen 15 Uhr +++ Details folgen!”. Dazu gab es noch ein Zitat-Bild vom hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Die vermeintliche News schlug ein wie eine Bombe. Schnell kamen hunderte Retweets zusammen. Die meisten zeigen sich erstaunt und schockiert. Den Absender zweifelte jedoch kaum einer an. Es wurde lediglich der entsprechende Tweet weiterverbreitet, der tatsächlich einige Ähnlichkeiten mit dem HR und der Hessenschau aufwies. Irgendwie ergab auch alles einen Sinn. Bouffier war beim Merkel-Treffen mit Seehofer dabei. Der CDU-Politiker sitzt in Hessen der HR auch.

Vor allem die Agentur Reuters nahm den Tweet für bare Münze und produzierte eine entsprechende Meldung. Zusammen mit dem Ursprungs-Tweet war das genau der richtige Treibstoff für eine schnelle Breaking News und so pushten Bild, Focus, n-tv und andere gleich mal die News.

Dabei hätte sie nur den Kollegen von Spiegel Online folgen brauchen. Die Hamburger hatten schon sehr früh erkannt, dass es sich bei “hr Tagesgeschehen” um den Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen handelt. Der hatte sein mit blauem Haken versehenes Account in “hr Tagesgeschehen” umbenannt, mit einigen hr-News gefüllt und dann die vermeintliche Hammer-Meldung getwittert. Eine einfache Recherche hätte genügt, um herauszufinden, dass es gar kein hr-Format namens “Tagesgeschehen” gibt und auf @hrtgn vor wenigen Tagen noch ganz andere Dinge getwittert wurden.

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So schnell, wie viele Medien ihre Breaking-News rausschossen, so fix waren sie auch mit ihren Korrekturmeldungen.

Die Posse endete, wie so vieles sonst. Mit Werbung:

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