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Neuer Zeitschriftentrend? Nach Axel Springer plant auch Wipperfürth ein eSport-Magazin

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Virtuelle Duelle in Videospielen wie League of Legends oder Rainbow Six sind schon lange nicht mehr nur ein Hobby von Jugendlichen. Professionelle Gamer, sogenannte eSportler, spielen um hohe Preisgelder und füllen ganze Sportarenen. 2017 etwa pilgerten 10.000 eSport-Fans zum ESL One in die Barclaycard-Arena in Hamburg. Die Fanszene wächst kräftig, was auch die deutschen Medienhäuser auf den Plan ruft.

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So konzipierte etwa das Redaktionsbüro Wipperführt ein ganzes Printmagazin mit dem Arbeitstitel eSports.  “Die Entwicklung war geradezu boomartig, so dass mittlerweile ein breites Interesse vorhanden ist. Daher ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um ein solches Magazin auf den Markt zu bringen”, beschreibt Geschäftsführer Fred Wipperfürth gegenüber MEEDIA die Beweggründe. Erscheinen soll das Magazin periodisch.  Ab wann und in welchen Abständen es im Handel erhältlich sein soll, ist noch offen. Die Verhandlungen mit einem potentiellen Verlag sind laut Wipperfürth zwar schon fortgeschritten, ein Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben.

Ein paar Schritte weiter ist der Axel-Springer-Verlag, der am Dienstag sein Sonderheft herausbrachte. Auf 134 Seiten widmet sich ein Verbund aus der ComputerBild- und der SportBild-Redaktion der boomenden Thematik. In grünen und schwarzen Lettern prangt der Titel eSport auf dem Cover, was dem vom Redaktionsbüro Wipperfürth angedachten Titel eSports zum Verwechseln ähnelt. Ein Problem für Wipperfürth? Oder für die Wettbewerbs-Justitiare von Axel Springer?

“Man freut sich natürlich immer, wenn man der Erste ist, der etwas ausprobiert. Andererseits ist es aber auch immer gut, wenn ein Big Player wie Axel Springer einen Markt aufmacht. Wir können dann die Resonanz abwarten, einschätzen und uns entsprechend darauf einstellen”, erklärt Wipperfürth und sagt weiter: “Wir mit unserem Magazin führen nicht in die Thematik ein, sondern richten uns an Leser, die bereits mit eSport vertraut sind. Das können auf der einen Seite Fans sein, auf der anderen Seite aber auch Leute, die selbst spielen. Bei Axel Springer ist das Ganze etwas breiter angelegt.”

Bleibt noch die Ähnlichkeit der Magazintitel. Der von Springer ist durch das Erscheinen des Magazins am Dienstag automatisch geschützt. Ob und wie viele Titel sich das Redaktionsbüro Wipperfürth sich hat schützen lassen, wollen die Kölner aufgrund der noch nicht finalisierten Verlagssituation nicht preisgeben. Bei möglichen Kandidaten würden Brancheninsider wohl am ehesten auf die Bauer Media Group tippen, für das Kölner Redaktionsbüro bereits Bravo Sport produziert.

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Agenturchef Wipperfürth gibt sich angesichts der Konkurrenzsituation mit Springer jedenfalls entspannt: “Ich sehe trotz des ähnlichen Titels keine Verwechslungsgefahr, da wir uns sowohl inhaltlich, als auch vom Layout der Titelseite her unterscheiden. Über mögliche rechtliche Auseinandersetzungen bezüglich des Titels mache ich mir zum jetzigen Zeitpunkt keine Gedanken. Sollte es dazu kommen, wird sich der entsprechende Verlag an uns wenden und dann werden wir uns damit beschäftigen.”

In jedem Fall scheint sich aber ein Trend dahingehend abzuzeichnen, dass die Special-interest-Topic eSport auch im klassischen Printjournalismus Einzug erhält. Fraglich jedoch, ob damit die eher junge Zielgruppe von eSport angesprochen werden kann. Schließlich gibt es auch Online reichlich Content zu dem Thema. Neben den Videolivestreams auf Youtube oder Twitch zog beispielsweise kicker.de schon eine eigene Sparte für eSport auf.

Fred Wipperfürth ist dennoch zuversichtlich: “Allgemein wird eSport in Deutschland nochrecht oberflächlich behandelt. Der Printjournalismus eröffnet uns eine andere Art, wie eSport transportiert wird. Beispielsweise durch ausführliche Hintergrundstories. Daher glaube ich, dass die Leute Interesse daran haben werden.”

 

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