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Time Warner-Übernahme durch AT&T von Bundesrichter genehmigt – mit weitreichenden Folgen für die US-Medienindustrie

CEO von Time Warner: Jeff Bewkes
CEO von Time Warner: Jeff Bewkes

Grünes Licht für die Mega-Medien-Übernahme: Ein Bundesrichter in Washington hat die sich lange Zeit in der Schwebe befindende Akquisition von Time Warner durch AT&T genehmigt. Das Justizministerium, das zuvor geklagt hatte, habe keinen stichhaltigen Nachweis erbringen können, dass der Zusammenschluss dem Wettbewerb bzw. Verbaucher schade, begründete Bundesrichter Richard Leon das wegweisende Urteil, das für die Trump-Administration eine herbe Schlappe darstellt. AT&T will die Übernahme nun am 20. Juni abschließen.

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Die Übernahme-Ankündigung ist fast 20 Monate alt: Telekompionier AT&T wollte für 85 Milliarden Dollar Mediengigant Time Warner übernehmen. Das war Ende Oktober 2016. Drei Wochen später jedoch wurde Donald Trump sensationell neuer US-Präsident, und der Mega-Medien-Merger schien wieder völlig offen, weil aus der Trump-Administration schnell kartellrechtliche Bedenken geäußert wurden.

Mehr als ein Jahr nach der Übernahme-Ankündigung intervenierte dann offiziell das US-Justizministerium, das sein OK für die Übernahme an die Bedingung knüpfte, dass sich der fusionierte Telekom-Medien-Gigant von seinem Filetstück CNN trennen werde. Ein Verkauf von CNN kam für AT&T jedoch kategorisch  nicht in Frage, wie CEO Randall Stephenson schnell klarstellte. Das US-Justizministerium reichte daraufhin wenig später eine Klage ein, um die Fusion zu unterbinden – das erste Mal in 40 Jahren.

Kartellrechtliche Bedenken aus dem Weg geräumt

Mehr als ein halbes Jahr später hat Bundesrichter Richard Leon die Klage nun abgewiesen und entschieden, dass die Übernahme sehr wohl rechtens sei – und das sogar ohne Auflagen.

Das Justizministerium habe in seiner Klage keinen stichhaltigen Nachweis erbringen können, dass der Zusammenschluss  dem Wettbewerb bzw. Verbaucher schade, begründete Leon das Urteil, das für die Trump-Administration eine herbe Schlappe darstellt. AT&T will die Übernahme nun am 20. Juni abschließen.

Konsolidierung der Medienbranche dürfte an Dynamik gewinnen

Von Branchenexperten wird das Urteil vor allem in seiner Deutlichkeit als wegweisend betrachtet – und könnte nun zu einer neuen Welle von Fusionen und Übernahmen führen.

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Tatsächlich hat die Konsolidierung der Medienbranche durch die Übernahme einen neuen Höhepunkt erreicht: AT&T ist künftig stolzer Besitzer von TV-Sendern wie CNN, HBO oder TNT – sowie der Filmsparte, die u.a. Kassenschlager wie “Harry Potter” hervorgebracht hat.

Comcast könnte nun für 21st Century Fox bieten

Disney, inzwischen nach Netflix nur noch zweitwertvollster Medienkonzern der Welt, befindet sich unterdessen im Übernahmeprozess von große Teilen von Rupert Murdochs 21st Century Fox  – darunter die Filmsparte, Nischensender wie National Geographic und FX und die internationale Sky-Gruppe.

Nach Informationen vom Finanzsender CNBC könnte nun jedoch Kabelnetzbetreiber Comcast angesichts das Time Warner-Urteils versucht sein, seinerseits für Fox News zu bieten.

Urteil löst heftige Kursbewegungen bei Medienaktien aus

Entsprechend verteuerten sich Fox News-Aktien nach Handelsschluss in Erwartung eines höheren Gebots um 7 Prozent. Tatsächlich löste das wegweisende Urteil nachbörslich heftige Kursbewegungen bei amerikanischen Medienaktien aus, weil die Wall Street nun auf neue Übernahme-Offerten spekuliert: Anteilscheine von CBS und  Viacom legten um 5 Prozent zu, die Aktie von LionsGate (“Mad Men”) zog nach Handelsschluss sogar um 9 Prozent an.

Auf der Verliererseite befinden sich dagegen die möglichen Bieterkonzerne: Comcast gibt um 4 Prozent nach, Disney um 1,5 Prozent, aber auch Netflix gibt um ein Prozent nach, weil künftig stärkere Streaming-Konkurrenz erwachsen könnte.

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