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Gold, Blattgold, Nazigold: Titanic startet Paywall und will “seriösen Journalismus, Lügenpresse und Pimmelwitze verbinden”

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Satire darf alles - also darf sie auch was kosten. Nach dem Spiegel Daily-Desaster, dachte sich Titanic-Chefredakteur Tim Wolff: “Das können wir auch”. Mit Titanic Gold, Blattgold und Nazigold bieten die Satiriker nun drei Abo-Modelle zwischen 2,99 Euro und 19,99 pro Monat. Im MEEDIA-Kurzinterview erklärt Wolff, wie er und die Redaktion sich das mit der Bezahlschranke und dem Besiegen des Kapitalismus im Detail vorstellen.

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Erzielte die Webseite der Titanic bislang Profite?
Wie alles bei Titanic ist unsere Website eine Non-profit-organization. Sie soll soviel einnehmen, dass sie existieren kann.

Warum lassen Sie jetzt die Bezahlschranke runter?
Weil wir auch ein paar Nuggets vom Netzgoldrausch abhaben wollen, in dem sich Spiegel & Co. dumm und dämlich verdienen. Viele Experten sagen ja: Satire ist heute wichtiger denn je! Wir sagen: Das stimmt nicht. Geld ist wichtiger denn je.

Welche Abo-Möglichkeiten gibt es zu welchen Konditionen?
Es gibt keine Abos, nur Mitgliedschaften: Gold ab 2,99€, Blattgold ab 5,99€ und Nazigold ab 19,99€.

Was bekommen die Leser dafür zu lesen?
Sie bekommen mehr exklusive Artikel und Kolumnen und Videos – und im teuersten Falle direkten Kontakt zur Redaktion. Ein absolutes Novum für Satiriker. Die mögen nämlich menschlichen Kontakt im Gegensatz zu ganz normalen Journalisten nicht so sehr.

Was ist mit den Heft-Inhalten?
Davon gibt es jetzt noch mehr online, da wir so unseren liebsten Menschen, den Printabonnenten, nichts mehr wegnehmen und verschenken wollen.

Bleibt auch noch etwas kostenlos, wie beispielsweise der Start-Cartoon?
Nicht nur der Start-Cartoon bleibt kostenlos, es wird auch zusätzlich mehr freie Inhalte geben. Wir arbeiten künftig einfach vier statt drei Stunden. Dann passt das schon.

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Wenn sie künftig ihre Inhalte hinter einer Bezahlschranke verstecken. Verlieren Sie dann nicht wertvolle Aufmerksamkeit für ihre Aktionen, die sich dann wiederum in sinkenden Print-Verkäufen niederschlagen würde?
Wir werden behutsam auswählen, was eine breitere Öffentlichkeit zu sehen verdient und welche Inhalte der Gold-Elite vorbehalten sein sollen. Und wenn wir mit den zusätzlichen Millionen die Mittel haben, um den Kapitalismus zu beseitigen, werden die Inhalte wieder für alle frei sein. Andererseits braucht es dann keine Satire mehr.

Um das Projekt zu Bewerben, startet die Titanic zudem eine Kampagne mit Medienprominenz wie Martin Sonneborn, Jan Böhmermann, Margarate Stokowski, Stefanie Sargnagel oder auch Heinz Strunk. Dort heißt es dann: Gemeinsam gegen die da oben, gemeinsam gegen das eigene Volk, gegen Stillstand, Armut, Pessimismus, Deutschland, schlechte Laune, Gott und die Welt oder schlicht: Gemeinsam gegen alles.

So erklärt Martin Sonneborn in der Bekenner-Kampagne: “Ich bin Titanic-Goldmitglied, weil es das beste ist, was man mit EU-Geld machen kann.” Chefredakteur Wolff gesteht dagegen: “Ich bin Titanic-Goldmitglied, weil ich auch da die Champions League nicht komplett sehen kann.”

In einem Interview mit sich selbst erklärt Wolff zu den Inhalten, auf die er künftig setzen will. “Wenn es im Internet um Inhalte ginge, hätte Franz Josef Wagner eine eigene Website. Ich glaube aber fest, dass wir uns auch ohne Inhalte durchsetzen werden. Denn Titanic Gold verbindet seriösen Journalismus, Lügenpresse, durchschnittliche Hirngespinste und Pimmelwitze. Was braucht man mehr?”

Via Pressemitteilung gibt Wolf zudem das langfristige Ziel aus, dass es zehn Jahren nur noch zwei Publikationen am Kiosk geben soll: “Titanic und … hm, meinetwegen die FAZ. Gedruckt auf Papier aus Bäumen, die auf der Asche der anderen Printprodukte wachsen.”

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