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Festgefahrener Tarifstreit: Gewerkschaften wollen Urabstimmung über unbefristete Streiks bei Zeitungen

Nach der Unterbrechung der Tarifverhandlungen wollen die Gewerkschaften streiken

Nach der Unterbrechung der Tarifverhandlungen für die 13.000 Redakteure an deutschen Zeitungen wollen die Gewerkschaften eine Urabstimmung über unbefristete Streiks in die Wege leiten. Es sei offenbar eine Eskalation nötig, um die Verleger zu einer echten Reallohnsteigerung zu bewegen, erklärte der Verhandlungsführer der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Matthias von Fintel.

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Auch der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) forderte eine Urabstimmung über den Beginn unbefristeter Streiks.Mit der Urabstimmung in den zum Streik aufgerufenen Verlagen solle so bald wie möglich gemeinsam mit dem DJV begonnen werden, teilte der dju weiter mit. Danach könnten die Verhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) wieder aufgenommen werden. Die Verhandlungen waren am Dienstagmorgen in Berlin nach sechs Runden ergebnislos unterbrochen worden. Ein neuer Termin wurde nicht vereinbart.

Der BDZV erklärte, wirtschaftliche Realitäten ließen sich auch durch Streiks nicht außer Kraft setzen. Ein Tarifvertrag müsse immer alle Unternehmen berücksichtigen, „kleine wie große, angesiedelt in strukturschwachen Gebieten ebenso wie in Boom-Gegenden“.

Die Verleger hatten eine Erhöhung von 1,7 Prozent und 500 Euro Einmalzahlung angeboten. Eine weitere Gehaltssteigerung in Höhe von 2,2 Prozent wurde für Januar 2019 angeboten. Die Laufzeit für dieses Angebot liegt bei 32 Monaten.

Die Gewerkschaften sehen das Angebot als unzureichend und wollen eine Gehaltssteigerung über der Inflationsrate. In den vergangenen Wochen war es in Redaktionen bundesweit zu Warnstreiks gekommen.

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