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Die Publisher dürfte es freuen: Adblocker-Rate sinkt im ersten Quartal des Jahres

Die ganz schlimmen Befürchtungen der Publisher scheinen sich nicht zu bestätigen – bislang. Mitte April entschied der BGH, dass der Adblock-Anbieter Eyeo nicht gegen geltendes Wettbewerbsrecht verstoßen würde. Seitdem ist klar: Im Kampf gegen die Werbeblocker können die Verlage von den Gerichten erst einmal keine Hilfe mehr erwarten. Wie die neueste Auswertung des Online-Vermarkterkreises jetzt allerdings zeigt, ist die Adblocker-Rate im ersten Quartal sogar gesunken.

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Der Anteil, der auf dem Desktop geblockten Online-Display-Werbung lag im ersten Quartal 2018 bei 23,40 Prozent. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres betrug er noch 24,74 Prozent.

„Die Rate ist zwar gesunken und wir haben Verbesserungen festgestellt, aber sie ist weiterhin zu hoch“, sagt Dirk Maurer (IP Deutschland), Stellvertretender Vorsitzender des OVK im BVDW.

Zudem kämpft der OVK noch immer mit technischen Hürden. Denn noch immer können die Experten keine Daten für die mobile Adblocker-Rate ausweisen. Bislang beschränken sich die Angaben des Verbandes auf den Desktop-Bereich.

„Trotz der Verbesserungen ist die technische Genauigkeit noch nicht vollständig möglich. Wir arbeiten aber weiter daran, die Genauigkeit der Messung zu erhöhen. Aber viel wichtiger ist weiterhin, dass die Verbreitung von Bad Ads verringert wird! Die Werbemittelspezifikationen der Publisher und Vermarkter müssen unbedingt berücksichtigt werden. Das bedeutet: die qualitative Arbeit hinter dem Redirect (Werbemittel) verbessern und eine besondere Fokussierung auf die Werbemittel im programmatischen Geschäft!“, erklärt Maurer.

Grundsätzlich bedauert der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) noch immer die Entscheidung des Bundesgerichtshofs, wonach Adblocker keinen Wettbewerbsverstoß darstellen sollen. So stelle die Position des BGH, wonach auch das Blacklisting rechtlich unbedenklich ist, nicht nur die etablierten Erlösmodelle der Verlage in Frage, sie habe auch unabsehbare Folgen für die Finanzierung journalistischer Inhalte in den Medien. Bezahlschranken würden nur in sehr wenigen Fällen weiterhelfen. „Das Urteil ist ein Schlag ins Gesicht der Digitalen Wirtschaft und des unabhängigen Journalismus. Es gefährdet die bewährten Geschäftsmodelle und die Vielfalt der Medienlandschaft, die Folgen sind kaum abzusehen”, erklärt Dirk Maurer von IP Deutschland und Stellvertretender Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises im BVDW.

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