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Tag 2 der re:publica: VR, die Arbeit von morgen und ein Podcast, der dem Sportjournalismus “in den Hintern tritt”

Virtual Reality ist eines der großen Themen auf der diesjährigen re:publica
Virtual Reality ist eines der großen Themen auf der diesjährigen re:publica

Auch am zweiten Tag der diesjährigen re:publica sieht sich der Besucher mit der Frage konfrontiert, welche der unzähligen Panels ein Muss sind und auf welche er verzichten kann? Damit die Entscheidungsfindung leichter fällt, listet MEEDIA fünf vielversprechende Veranstaltungen auf.

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1.) Rechtsruck in Deutschland, Linksabbiegen (un)möglich?

Ein Rechtsruck ist derzeit überall zu beobachten, in Europa, in Deutschland, auch in den öffentlichen Debatten. Dieses Panel will der Frage nachgehen, ob die Rechtsbewegung überhaupt noch zu stoppen ist. Oder winkt Deutschland das gleiche Schicksal wie anderen europäischen Ländern, eine Regierungs mit Beteiligung einer rechtsgerichteten Partei?

Am Vormittag diskutieren die Kognitionswissenschaftlerin Elisabet Wehling von der Universität Berkeley, Politikberater Johannes Hillje, die österreichische Extremismus- und Terrorismusforscherin Julia Ebner und SPD-Politiker Marco Bülow über die Gründe rechtspopulistischer Bewegungen und digitale Verbreitungswege rechter Propaganda. Außerdem sollen Lösungsansätze für die Medien und die Politik besprochen werden. ARD-Journalistin Melanie Stein moderiert das Panel.

“Rechtsruck in Deutschland – Linksabbiegen (un)möglich?”, Stage 2, 10 bis 11 Uhr

2.) K.I., Algorithmen und die Arbeit von Morgen

Eine Konferenz ohne diese Themen? Mittlerweile undenkbar. Künstliche Intelligenz und Algorithmen werden die Gesellschaft und das Leben der Bürger verändern. Da sind sich alle Beobachter einig. Die alles entscheidende Frage dabei: Wie sieht die Veränderung aus?

Auf Stage 4 sprechen ab 11:15 Uhr Kerstin Jürgens von der Universität Kassel, John-Dylan Hayne, Professor am Bernstein Center for Computational Neuroscience der Charité Berlin und SPD-Politiker Björn Böhning über die Potenziale und Folgen von K.I. und Algorithmen. Böhning, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium und zuständig für “Digitalisierung der Arbeitswelt”, dürfte dabei besonders im Mittelpunkt stehen.

Dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales als Partner der Runde aufgeführt wird, sollte einer kritischen Betrachtung keinen Abbruch tun. Dafür sind die Wissenschaftler auf der Bühne verantwortlich – und Zeit-Redakteurin Caterina Lobenstein, die das Gespräch moderieren wird. Und die ist voll im Thema. Erst vorige Woche hatte die Hamburger Wochenzeitung ein Titelthema über die Arbeit von Morgen veröffentlicht. Die vier Autoren, darunter Lobenstein, sind der Frage nachgegangen, was mit der Gesellschaft passiert, wenn durch K.I. hunderttausende Arbeitsplätze wegfallen.

“Künstliche Intelligenz, Algorithmen und die Arbeit von Morgen”, Stage 4, 11:15 bis 12:15 Uhr

3.) Die Rolle der Podcastfilterblase im Sportjournalismus

Wer sich ein wenig für Fußball und Podcasts interessiert, wird vom “Rasenfunk” womöglich schon gehört haben. Dessen Macher und Mitgründer Max-Jacob Ost spricht in seinem Vortrag über die immer größer werdende Szene der Fußball-Podcast, die aus Sicht von Ost in den Mainstream drängt.

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Im Fokus stehen laut Beschreibung verschiedene Arten der Vermarktung und wie es sein “Rasenfunk” schafft, sich komplett durch Hörerinnen und Hörer zu finanzieren. Ein Zeichen dafür, wie groß die Nachfrage danach ist. Vor diesem Hintergrund geht der Journalist der These nach, ob Podcasts den deutschen Sportjournalismus wieder kritischer gestalten können. Er diagnostiziert der derzeitigen Fußballberichterstattung nämlich eine Quotenjagd, die zu “akutem Superlativismus und [einer] Beschränkung auf die Themen und Vereine” führt, weil breite Aufmerksamkeit oberste Priorität hat.

Übrigens: Insgesamt spielt das Thema Podcast auf der diesjährigen re:publica keine gewichtige Rolle.

“Wie die Podcastfilterblase dem Sportjournalismus in den Hintern tritt”, Stage 8, 11:15 bis 11:45

4.) Nur die lauteste Meinung zählt!? Aufmerksamkeit als Währung

Paulina Tillmann, Chefredakteurin des Magazins “Deine Korrespondentin”, empfängt am Nachmittag hochkarätige Gäste auf der Stage 7. Spiegel Online-Chefredakteurin Barbara Hans, Medienprofessor Bernhard Pörksen und Buzzfeed-Politikredakteur Marcus Engert diskutieren über Engagement und Aufmerksamkeit als Währung in sozialen Netzwerken.

Im Social Web gilt oft: Je lauter, extremer und schriller, desto bester für Influencer und Werbetreibende, die mit ihnen ihre Produkte vermarkten. Ein System ist entstanden, das nach Regeln der Aufmerksamkeit funktioniert. Polarisierende Meinungen dominieren, vermeintlich wertvoller Informationen werden in diesem System dagegen nicht belohnt. Wie lässt sich das ändern?

Das Trio möchte seinem Publikum einen Einblick geben, wie aus der Schreihals-Okönomie eine argumentativ geführte Debatte im Netz werden kann. Dabei benennen sie Ansätze, mit denen “gut recherchierte und unaufgeregte journalistische Geschichten” wieder mehr in den Fokus rücken könnten.

“Nur die lauteste Meinung zählt!? Aufmerksamkeit als Währung”, Stage 7, 15 bis 16 Uhr

5.) VR in crisis regions – Possibilities, limits, do’s and dont’s

Wenn Podcasts in diesem Jahr das thematische Stiefkind der re:publica sind, dann ist Virtual Reality (VR) ihr Liebling. Über alle drei Tage gibt es zahlreiche Vorträge und Workshops zu den Chancen von VR und wie die Technik im Journalismus eingesetzt werden kann. Am Abend des zweiten Tages sprechen die VR-Journalisten Christiane Wittenbecher, Philipp Wenning und Gayatri Parameswaran über ihre Recherchen in den Flüchtlingscamps von Damaskus und verarmten Regionen in Nigeria und Kamerun.

Unter der Leitung von Kathleen Schröter, Marketingleiterin beim Fraunhofer Heinrich Hertz Institut, geht es in der halbstündigen Diskussion darum, wie Journalisten 360-Grad-Videos und VR in Krisenregionen nutzen können. Gleichzeitig besprechen die Beteiligten die Grenzen der Technik und welche Fehler es beim Storytelling zu vermeiden gilt.

“VR in crisis regions – Possibilities, limits, do’s and dont’s”, Stage 9, 18:45 bis 19:15 Uhr

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