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Wegen Fotos vom Wohnsitz des Thüringer NPD-Chefs: Journalisten sollen von Rechtsextremen überfallen worden sein

Symbolbild: In Thüringen haben vermutlich Rechtsextreme zwei freie Journalisten attackiert
Symbolbild: In Thüringen haben vermutlich Rechtsextreme zwei freie Journalisten attackiert

In Thüringen sind zwei Männer von Rechtsextremen angegriffen und beraubt worden. Die Überfallenen sind nach eigenen Angaben freie Mitarbeiter der Presse, wie die Polizei mitteilte. Auslöser waren nach Angaben der Polizei offenbar Foto- und Filmaufnahmen vom Grundstück des Thüringer NPD-Chefs Thorsten Heise.

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Nachdem die beiden Pressefotografen die Bilder geschossen hatten, wurden sie auf einer Landstraße in ihrem Auto von zwei maskierten Männern überfallen. So berichtete es die Polizei Nordhausen (Thüringen) am Montag. Demnach raubten die Angreifer die Fotoausrüstung der beiden Männer, bevor sie im Auto flüchteten. Der Wagen der Opfer wurde zerstört, die Fotografen wurden leicht verletzt. Noch am Sonntag durchsuchte die Polizei das Grundstück des Chefs der NPD im Dorf Fretterode nach möglichen Beweismitteln. Der Staatsschutz übernahm die weiteren Ermittlungen.

Wie der MDR berichtet, soll es sich bei den Angreifern nach Angaben der Thüringer Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) um einen NPD-Funktionär im niedersächsischen Landesvorstand handeln, der sich auch an dem Überfall von Neonazis in Leipzig-Connewitz im Januar 2016 beteiligt habe. Auch der Versammlungsleiter eines für den 1. Mai in Erfurt angemeldeten NPD-Aufmarsches habe bei den Übergriffen mitgemacht.

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Die beiden Journalisten erstatteten unterdessen Strafanzeige wegen Verdachts des schweren Raubes und eines versuchten Tötungsdelikts, teilte der Göttinger Anwalt Sven Adam mit. Der Pressefotograf und sein Begleiter aus Göttingen befanden sich zu Recherchezwecken im Eichsfeld. Wie das Göttinger Tageblatt berichtet, soll es den Angegriffenen noch gelungen sein, Fotos von einem der Täter anzufertigen. Die Speicherkarte mit diesen Aufnahmen sei auch noch im Besitz der beiden Journalisten und werde nun der Polizei zur Verfügung gestellt. „Wir gehen davon aus, dass die Täter ermittelbar sind. Aufgrund der Gefährlichkeit der Angriffe insbesondere mit einem Messer und mindestens einem Schlag mit einem schweren Schraubenschlüssel auf den Kopf sowie den entstandenen erheblichen Verletzungen steht hier neben einem schweren Raub auch ein versuchtes Tötungsdelikt im Raum“, sagte Sven Adam im Gespräch mit der Lokalzeitung.

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