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“Menschen, die so tun, als wären sie beleidigt worden” – Simpsons-Schöpfer Groening kanzelt Rassismus-Kritik wegen Apu ab

Simpsons-Schöpfer Matt Groening sieht kein “Problem mit Apu”
Simpsons-Schöpfer Matt Groening sieht kein "Problem mit Apu"

Seitdem der indischstämmige Filmemacher Hari Kondabolu 2017 die Dokumentation "The Problem with Apu" veröffentlichte, wird vor allem in den USA lebhaft über Rassismus bei der Cartoon-Serie "Die Simpsons" diskutiert. Apu ist in der Serie ein indischstämmiger Ladenbesitzer, der Indien-Klischees erfüllt. Nun hat sich der Simpsons-Schöpfer Matt Groening erstmals zur Debatte geäußert - nicht zur Freude des Filmemachers.

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Hari Kondabolu interviewte in „The Problem with Apu“ („Das Problem mit Apu“) Prominente mit südasiatischen Wurzeln zu der indischen Simpsons-Figur interviewte. Es stellte sich heraus, dass einige der Befragten in ihrer Kindheit aufgrund des Seriencharakters gemobbt wurden. Kondabolu kam zu dem Schluss, dass die Figur Apu Stereotype fördere und Südasiaten negativ darstelle. Die Figur betreibt in der Serie den Kwik-E-Markt in der fiktionalen Stadt Springfield, spricht mit starkem indischen Akzent und hat eine Großfamilie mit acht Kindern.

Mittlerweile ist “Die Simpsons” die am längsten laufende Primetime-Serie in den USA und hat mit 636 Folgen den bisherigen Rekordhalter “Rauchende Colts” abgelöst. Anlässlich eines Interviews zu dem Rekord, sprach Simpsons-Erfinder Matt Groening auch über die Rassismus-Vorwürfe im Zusammenhang mit Apu: “Ich bin stolz darauf, was wir in der Serie leisten. Und ich denke, wir sind an einem Zeitpunkt in unserer Kultur, an dem es die Menschen lieben, so zu tun, als wären sie beleidigt worden. Wir lassen die Serie für sich selbst sprechen.”

In der Tat wurde das “Apu-Problem” schon einmal in einer Simpsons-Episode thematisiert. In der betreffenden Szene liest Mutter Marge ihrer Tochter Lisa aus ihrem Lieblingskinderbuch vor. Dabei stellt Marge fest, dass das Buch rassistische Andeutungen enthält, die sie früher gar nicht als solche wahrgenommen hat. Während des Vorlesens versucht sie, die Passagen abzuändern. Lisa bemerkt das, wendet den Blick direkt in die Kamera und sagt: „Etwas, das vor Jahrzehnten noch bejubelt wurde und nicht als beleidigend galt, ist jetzt politisch inkorrekt. Was soll man da machen?“ Anschließend schwenkt die Kamera auf ein Foto des indischen Seriencharakters Apu, auf dem er mit „Habe keine Kuh“ unterschrieben hat – eine Anspielung auf den Hinduismus. „Mit manchen Dingen muss man sich zu einem späteren Zeitpunkt beschäftigen“, sagt Marge. „Wenn überhaupt“, ergänzt ihre Tochter und beide starren dem Publikum in die Augen.

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Die Klassifizierung der Rassismus-Vorwürfe als “politisch inkorrekt” sorgte wiederum für Kritik auch von Seiten des Filmemachers Kondabolu. Auf die Interviewfrage, ob er viel über die Kritik nachgedacht habe, sagte Groening nun: “Nicht wirklich”. Kondabolu ließ das nicht unkommentiert und verglich Groening auf Twitter mit einem Internet-Troll:

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