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“Der Echo gibt Echo zurück!”: die Stimmen zum Ende des umstrittenen Musikpreises

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Am gestrigen Mittwoch hat der Bundesverband der Musikindustrie den Echo abgeschafft. Die meisten Kommentatoren waren sich einige: Dieser Schritt war überfällig. Es gibt aber auch andere Stimmen, wie Shahak Shapira: "Man hätte den Echo auch behalten können, aber dafür hätten sich die Macher tatsächlich mit Themen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie oder Antisemitismus auseinandersetzen müssen.” Die wichtigsten Kommentare im Überblick.

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Sissi Benner, stellvertretende Bild-Chef-Redakteurin schreibt: “Es ist gut, dass diejenigen, die hierzulande Antisemitismus zu Geld machen wollen, nicht das letzte Wort haben. Dass nicht jene gewinnen, die ihren Judenhass in Songs austoben und auch nicht jene, die das zu Kunst und Kultur erheben wollen.” Ihr Resümee: “Das Ende des Echo ist ein klares Zeichen gegen Antisemitismus, aber noch längst kein Sieg.”

Bei Süddeutsche.de kommentiert Jakob Biazza: “Der Echo ist also tot, und niemand, wirklich niemand, der Ohren, Herz oder Seele hat, muss ihm auch nur eine Sekunde nachtrauern. Der Preis war schließlich von Anfang an eine Farce. Eine Auszeichnung, die vorgab, etwas mit Kunst zu tun zu haben, tatsächlich aber quasi ausschließlich hohe Verkaufszahlen adelte. Eine Prämie für kommerziellen Erfolg. (…) Und dabei: quasi maximale Entkopplung von den künstlerischen Inhalten.” Ironie dabei: “Die künstlerischen Inhalte, haben dem Preis letztlich das Leben gekostet. Er ist, endlich, an seinem Geburtsfehler verendet.”

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Bei Zeit Online schreibt Jens Balzer, dass die Entscheidung den Echo abzuschaffen richtig war: “Sie ist alternativlos. Einen Preis, der in der öffentlichen Debatte so stigmatisiert wurde – und das völlig zu Recht –, möchte niemand mehr entgegennehmen. Daran hätten auch kleinere Eingriffe in die Regularien, wie der BVMI sie zwischenzeitlich erwog, nichts geändert. Oder wie Sven Regener vergangene Woche im Interview mit der ZEIT sagte: ‘In meinen Augen ist das jetzt alles versaut’.”

Für Nadine Lange vom Tagesspiegel ist das Echo-Debakel eine Chance: “Das Debakel hat jedoch auch positive Aspekte. Es hat gezeigt, dass sich in Deutschland – wenn auch zeitverzögert – lauter Widerspruch gegen antisemitische Inhalte erhebt. Überdies werden nun auch der Frauen- und Homosexuellenhass des Gangster-Raps stärker thematisiert. Diese Aspekte sind in den Texten sogar noch präsenter als die judenfeindlichen Sprachbilder.” In ihrem Kommentar schreibt sie: “Ein von den Mainstream-Medien zu lange ignoriertes Genre ist in den Fokus gerückt, eine Diskussion über Grenzen der Provokation und die Sprache der Schulhöfe ist in Gang gekommen. Das war überfällig.”

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