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Bezos kritisiert Regulierung: “Ungewollte Folge ist oft, dass sie dem Platzhirsch einen Vorteil verschafft”

Amazon-Gründer Jeff Bezos wurde am Dienstag mit dem Axel Springer Award ausgezeichnet
Amazon-Gründer Jeff Bezos wurde am Dienstag mit dem Axel Springer Award ausgezeichnet

Amazon-Gründer Jeff Bezos geht davon aus, dass sein Vermächtnis die Investitionen zur Erforschung des Weltraums sein werden. Die von ihm finanzierte Raumfahrt-Firma Blue Origin sei "das Wichtigste, was ich mache", sagte Bezos gestern bei der Verleihung des Axel Springer Awards in Berlin. Er denke, dass die Erschließung des Sonnensystems u.a. nötig sei, um künftige Energiekrisen zu verhindern.

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Der 54-jährige Bezos ist Gründer und Chef des weltgrößten Online-Händlers Amazon sowie Eigentümer der Washington Post. Seine Amazon-Beteiligung macht ihn – zumindest auf dem Papier – zum reichsten Mann der Welt mit einem Vermögen von aktuell mehr als 120 Milliarden Dollar. Springer verlieh ihm die Auszeichnung als Würdigung für visionäres Unternehmertum in der Internetwirtschaft sowie die konsequente Digitalisierungsstrategie der 140 Jahre alten US-Traditionszeitung (MEEDIA berichtete).

Bezos hatte Amazon 1994 gegründet und entwickelte das Online-Buchgeschäft zum weltweiten Einzelhändler, Marktplatz und Anbieter von Cloud-Diensten weiter. Die Washington Post kaufte er im Jahr 2013.

Bezos betonte, die einzige Verwendung für seinen Reichtum – “den Lottogewinn mit Amazon” – sehe er in Weltraumreisen. “Blue Origin ist teuer genug, um dieses Vermögen aufzubrauchen”, sagte er zu lachenden Zuschauern im Publikum. Bezos bekräftigte, dass er dafür jährlich Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar verkaufe – und damit auch fortfahren wolle.

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Der Frage nach Attacken von US-Präsident Donald Trump, der Amazon und der ihm kritisch gegenüberstehenden Washington Post Steuertricks vorwirft, wich Bezos aus. Zugleich betonte er, dass er die aktuelle grundsätzliche Skepsis gegenüber Internet-Unternehmen verstehe. Die Firmen seien inzwischen so groß geworden, dass dies eine stärkere Aufsicht rechtfertige – und die Branche müsse einsehen, “dass das nicht persönlich gemeint ist”. Auch wenn es für die Unternehmer selbst vielleicht schwer nachzuvollziehen sei – für ihn selbst sei schließlich immer noch frisch in Erinnerung, wie Amazon so klein gewesen sei, dass er Pakete zur Post brachte.

Internet-Firmen sollten zudem ihre Nutzer nicht unterschätzen: “Wenn man ihre Daten missbraucht, finden sie das heraus.” Bezos warnte zugleich, dass strengere Regeln Innovationen nicht behindern dürften. “Eine ungewollte Folge der Regulierung ist oft, dass sie dem Platzhirsch einen Vorteil verschafft.” Für Amazon könnte das angesichts der aktuellen Größe sogar günstig sein – “aber ich wäre nicht glücklich darüber”. Denn für die Gesellschaft sei kontinuierlicher Fortschritt wichtig.

Den undotierten Axel Springer Award erhalten nach Angaben des Unternehmens herausragende Persönlichkeiten, die in besonderer Weise innovativ sind, Märkte schaffen und verändern und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. Vorherige Preisträger waren 2016 Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und 2017 der britische Physiker und Informatiker Timothy Berners-Lee, der das World Wide Web erfand.

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Alle Kommentare

  1. Dann soll Herr Bezos einfach mal seine Mitarbeiter gut bezahlen, denn ohne diese wertvollen Menschen hätte er sein Reichtum nie erreicht.
    Das Geld anderer Menschen in den all rauszuschmeißen hat keinerlei Preis verdient!

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