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„Kein Stilmittel von Battle-Rap, sondern deutlich artikulierte Judenfeindlichkeit“: Musikjournalist Juri Sternburg über Kollegah und Farid Bang

Musikjournalist Juri Sternburg (Mitte) kritisiert die geschmacklose Auschwitz-Zeile von Farid Bang (l) und Kollegah
Musikjournalist Juri Sternburg (Mitte) kritisiert die geschmacklose Auschwitz-Zeile von Farid Bang (l) und Kollegah

Seit Tagen wird in Deutschland über Antisemitismus im deutschen Rap diskutiert. Auslöser dafür war die Auszeichnung von Farid Bang und Kollegah beim Echo. Doch die Debatte geht nicht weit genug, findet der Musik-Journalist Juri Sternburg. Im MEEDIA-Interview spricht er über die Grenzen des Battle-Raps und erklärt, warum vor allem die beiden Rapper von der aktuellen Berichterstattung profitieren.

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Herr Sternburg, derzeit wird in Deutschland über möglicherweise antisemitische Texte im deutschen Battle-Rap diskutiert. Wie wichtig oder gar überfällig ist diese Debatte?

Jury Sternburg: Die Debatte ist sehr zwiespältig zu sehen. Einerseits ist die Thematisierung von Antisemitismus natürlich immer wichtig, andererseits ist es Unsinn, wenn man behauptet, deutscher Rap habe ein größeres Problem als die Gesellschaft allgemein. Antisemitismus ist in Deutschland nach wie vor weit verbreitet und gerade der deutsche Durchschnittsbürger braucht sicherlich keine Nachhilfe von Rappern oder von – jetzt medial ebenfalls mit in den Topf geworfenen – Flüchtlingen in Sachen Judenfeindlichkeit. Deswegen ist diese, jetzt von Seiten der AfD und ihren Fans oder etwa dem gruseligen RTL2-Paar „Die Geissens“ vorgebrachte Behauptung, migrantische Rapper und Migranten allgemein wären für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich oder würden für eine neue Qualität sorgen, schlicht absurd. Der Großteil der antisemitischen Straftaten in diesem Land wird von deutschen Tätern begangen. Diese ganze Debatte über Antisemitismus inner- und außerhalb des Rap-Zirkus findet allerdings realistisch betrachtet auch nur in einer medialen Blase statt. Wirklich wichtig wäre es, dieses Thema an Schulen zu behandeln. Dort kann man noch ansetzen und Denkmuster aufbrechen.

“Kollegah bewegt sich längst nicht mehr im vermeintlichen Schutz des ‘Battle-Rap'”

Das heißt, die Debatte verfehlt ihr Ziel? Was fehlt Ihnen in den Diskussionen?

Was in der Debatte hauptsächlich thematisiert wird, ist die „Auschwitz“-Line, die von Farid Bang stammt und fälschlicherweise oft Kollegah zugeschrieben wird. Dabei liegt das Problem vielmehr in den Äußerungen abseits ihrer Musik. Jemand mit solchem Einfluss auf die Jugend wie Kollegah, der auf seinen sozialen Kanälen, also außerhalb der Kunstform Rap, ernsthaft idiotische Verschwörungstheorien wie Chemtrails oder Pizza-Gate verbreitet und in seinen Videos immer wieder antisemitsche Codes verwendet, bewegt sich längst nicht mehr im vermeintlichen Schutz des „Battle-Rap“. Kollegahs neuerdings auftretende „Wir hier unten gegen die Lügenpresse und Elite da oben“-Nummer erinnert stark an Strategien rechter Bands oder Rechtspopulisten allgemein. Da geht es darum, die Anhänger hinter sich zu versammeln und sämtliche Argumente der Presse als Angriff auf Rap bzw. die vertretene Meinung an sich und den „die Wahrheit verbreitenden“ Künstler zu stigmatisieren. Dass diese „Wahrheit“ oftmals in absurden YouTube-Videos zu finden ist und viele Menschen tatsächlich glauben, die wirklich sehr breit aufgestellte deutsche Medienlandschaft würde von einer zentralen Stelle geleitet werden, ist eine besorgniserregende Entwicklung. Dass man der Bild nicht traut, ist nachvollziehbar. Dafür aber etwa einem Ken Jebsen oder anderen Verschwörungstheoretikern Glauben zu schenken oder wie jeher die Juden für die Zustände verantwortlich zu machen, ist selbstverständlich nicht die Lösung. Das wäre das eigentliche Thema dieser Debatte.

Besagte Textzeile lautet im Wortlaut „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“. Ist das eine geschmacklose Ausnahme im deutschen Battle-Rap oder ist es scheinheilig, sich jetzt auf diese eine Songpassage zu stürzen?

Natürlich ist diese Zeile geschmacklos und in dieser Heftigkeit auch eher selten. Das wissen die Interpreten aber auch selber. Genau darum ging es hier. Die maximale Aufmerksamkeit.

Ist die Zeile aus Ihrer Sicht antisemitisch?

Selbstverständlich ist die Zeile, genau betrachtet, antisemitisch. Mein Urgroßvater war im KZ und natürlich fühle ich mich angegriffen, wenn ich so etwas höre. Dennoch sind auf diesem Album weitere Zeilen, die wesentlich ekliger und rassistischer sind, da sie nicht als vergleichendes Stilmittel begreifbar sind. Durch die Singularität des Holocausts und der Verbrechen während des Dritten Reichs bekommt eine Zeile wie die „Auschwitz“-Line gerade in Deutschland aber logischerweise einen besonderen Beigeschmack. Wie schon angesprochen, liegt das Problem eher in der Tatsache, dass Kollegah sich zwar öffentlich von Antisemitismus distanziert, sich faktisch aber immer wieder antisemitisch äußert, auch privat. Das ist wesentlich schlimmer als so eine kalkulierte, provozierende Textzeile.

Mal eine Zusammenfassung für Dummys: Was sind denn überhaupt die Charakteristika von deutschem Battle-Rap?

Battle-Rap zeichnet sich unter anderem durch die lyrische Herabstufung und Herabwürdigung des Gegners aus. Dabei sind so gut wie alle textlichen Mittel recht, um sein tatsächliches oder vermeintliches Gegenüber so schlecht wie möglich dastehen zu lassen. Texte unter der Gürtellinie sind Teil der Kunstform und selten für bare Münze zu nehmen. Ähnlich wie niemand von Sylvester Stallone erwartet, dass er auch im Privatleben durch Afghanistan rennt und Talibans abknallt, sind die Texte von Battle-Rappern meist durch stilistische Übertreibungen geprägt.

Und wo liegen aus Ihrer Sicht Grenzen bei der Provokation und der Beleidigung in den Songtexten?

Die Grenze ist immer im Einzelfall und Kontext zu bewerten. Es hängt auch vom Image des Künstlers und der Qualität der Texte ab, da gibt es keine Schablone. Wenn ich einem Künstler etwa eine gewisse Fähigkeit zu Ironie zuspreche oder seine Haltung abseits der Musik klar erkennbar ist, lässt man ihm natürlich wesentlich mehr durchgehen, als wenn deutlich wird, dass jemand einfach nur dumm und stumpf Tabus bricht um der Aufmerksamkeit willen, wie im Fall von Kollegah und Farid Bang. Es gibt großartige Texte im Rap, die auf den ersten Blick vielleicht abschreckend und stumpf wirken, sich bei genauerer Betrachtung jedoch als genialer Bruch mit den Klischees oder einfach als ehrliche Straßen-Poesie herausstellen. Dafür muss man sich aber eben auch mit der Szene und ihrer Musik befassen. Ich setz’ mich ja auch nicht zu Markus Lanz und sage, dass Jazz nur gedudelter Nonsens ist, der keinen Sinn macht, dafür weiß ich viel zu wenig über die Codes und Regeln dieser Musik.

“Viele der Kritiker sehen eine Gelegenheit, die ‘Schmuddelkinder’ der Musik in eine bestimmte Ecke zu drängen

Auslöser für die aktuelle Debatte war die Auszeichnung von Kollegah und Farid Bang beim diesjährigen Echo. Wie beurteilen Sie den Sieg der beiden bei dem Musikpreis?

Dieser Preis ist doch, ehrlich betrachtet, ein ziemlich schmieriger, kommerzieller Musikpreis, der rein nach Verkaufszahlen geht. Wenn jemand das toll findet, nun gut. Aber ähnlich wie in der Bushido/Bambi-Diskussion jetzt so zu tun, als hätte man den beiden den Literatur-Nobelpreis verliehen und die Welt würde aufgrund dieses Echos untergehen, ist ziemlich merkwürdig. Und wenn dann so ein Rock-Opa wie Campino auf die Bühne geht und nicht mal das Wort „Battle-Rap“ richtig aussprechen kann, haben viele Jugendlichen natürlich von vornherein ihre eigene Sichtweise auf das Thema. Dazu kommt, dass 2016 etwa Frei.Wild diesen Preis bekommen haben. Dabei gibt es Bilder, auf denen der Sänger der Band den Hitlergruß zeigt. Bereits zu diesem Zeitpunkt hat sich der Echo selbst zu Grabe getragen. Auch Vox oder die ARD hofieren nach wie vor etwa Xavier Naidoo, der immer wieder antisemitische Liedzeilen singt. Wenn der ARD-Musikkoordinator Thomas Schreiber, damals direkt verantwortlich für die Auswahl Xavier Naidoos, jetzt also in der Welt schreibt: „Es gibt nur eine sinnvolle Reaktion: eine Entschuldigung und die Erkenntnis, dass dieser Echo keine Berechtigung hat“ dann ist das zutiefst heuchlerisch. Schließlich war Schreiber 2015 direkt verantwortlich für den Versuch der ARD, Naidoo zum ESC zu schicken. Generell ist es leider Fakt, dass viele der Kritiker hier eine Gelegenheit sehen, die „Schmuddelkinder“ der Musik in eine bestimmte Ecke zu drängen. Auch deshalb haben viele Rap-Fans das Gefühl, hier soll einfach mal wieder auf ein Genre draufgehauen werden, dass in Deutschland immer noch keine richtige Akzeptanz hat. So etwas sorgt nur für noch mehr Bunkermentalität in der Rap-Szene.

Wie bewerten Sie die Arbeit von Kollegah und Farid Bang im Allgemeinen, auch in Abgrenzung oder im Vergleich zu anderen deutschen Rappern?

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Kollegah und Farid Bang sind mit die erfolgreichsten Künstler in diesem Genre und haben in der Vergangenheit durchaus musikalische Meilensteine veröffentlicht, ganz abgesehen davon, ob man das jetzt mag oder nicht. Man kann jedoch feststellen, dass ihr Einfluss auf die Weiterentwicklung von Rap in den letzten Jahren extrem gelitten hat, musikalisch und textlich innovativ waren die beiden das letzte Mal vor etwa 10 Jahren. Man kann deshalb vermuten, dass diese extreme Provokation auf dem neuen Album auch eine clevere Promo-Masche ist – auf die wir ja auch alle fröhlich anspringen.

Was kann, darf und sollte man Kollegah und Farid Bang vorwerfen – und was nicht?

Man kann insbesondere Kollegah vorwerfen, dass er seinen Einfluss auf die Jugend abseits seiner Musik dazu nutzt, ein teils antisemitisches Weltbild zu verbreiten und die Mär der „Lügenpresse“ voranzutreiben. Sowohl in seinen Videos, als auch in seiner Palästina–Doku oder seinem kläglich gescheiterten Gesprächsversuch mit Shahak Shapira tauchen immer wieder antisemitische Codes auf. Natürlich kann man den beiden auch Homophobie, Sexismus etc vorwerfen, wenn man das möchte. Das ist eine Frage des Geschmacks, und derartige Musik ist sicherlich auch nicht für einen Zehnjährigen gedacht.

Sie hatten es schon angesprochen: Vor allem Kollegahs Inhalte und sein Auftreten im Netz sind umstritten, um es mal vorsichtig zu formulieren. In seinem Video “Apokalypse” taucht beispielsweise der Teufel mit Davidsstern auf. Wird so etwas aus Ihrer Sicht noch von der Kunstfreiheit gedeckt?

Nein, sobald jemand derart klar und ohne doppelten Boden oder versteckten Witz die Antisemitismus-Schiene bedient, sind solche Aussagen vielleicht rechtlich noch nicht strafbar, aber ganz klar kein Stilmittel von Battle-Rap mehr, sondern deutlich artikulierte Judenfeindlichkeit, die ihren Einfluss auf Menschen mit ähnlichem Gedankengut nicht verfehlt. Man sollte aber nicht so weit gehen zu denken, dass der Hörer dadurch automatisch zum Antisemiten wird.

Das Video wurde 2.1 Millionen mal aufgerufen. Die Zielgruppe von Kollegah sind vor allem Teenies. Glauben Sie, die jungen Musik-Fans können die Inhalte differenzieren beziehungsweise kritisch hinterfragen?

Natürlich gibt es immer irgendwelche Idioten, die alles glauben, was sie da in den Texten hören, das ist aber erst mal nicht die Schuld der Künstler. Ein wenig Grips sollte man auch jungen Menschen schon zugestehen. Aber dort, wo solche Gedanken latent vorhanden sind, fallen derlei Zeichen und Codes auf fruchtbaren Boden. Man fühlt sich bestätigt. Das ist die Gefahr. Generell sollte man jedoch jedem Hörer zugestehen, klug genug zu sein, zwischen einer Kunstfigur und dem echten Menschen zu unterscheiden. Im Fall von Kollegah vermischt sich beides jedoch gefährlich.

Die Plattenfirma BMG kündigte nun an, die Zusammenarbeit mit den Rappern auf Eis legen zu wollen. Ist das ein gerechtfertigter Schritt?

Das ist aus meiner Sicht ein reiner Bluff. Der Vertrag mit der BMG war sowieso nur über ein Album und jetzt will man eben „die Zusammenarbeit vorerst ruhen lassen“. Danach will man weitersehen. Ich denke, da hat jemand nach dem desaströsen ersten Statement der BMG erkannt, dass sich ein PR-Desaster anbahnt. Man kann davon ausgehen, dass man sich bei der BMG nicht das schöne Geld durch die Lappen gehen lässt und deshalb einfach abwartet, bis sich die Aufregung gelegt hat, um dann still und heimlich weiter zu machen wie zuvor.

Wie schätzen Sie die aktuelle Berichterstattung der deutschen Medien ein? Wurde und wird differenziert genug betrachtet?

Aufgrund der Vielfalt in den deutschen Medien und der Ausweitung des Skandals wurde inzwischen wahrscheinlich jede Haltung zu dem Fall mindestens dreimal veröffentlicht. Wer davon am meisten profitiert, dürfte klar sein: Kollegah und Farid Bang. Es lässt sich aber eine Tendenz in den Artikeln erkennen, die das Bild des dummen Rappers bedient und sich um den Schutz der Jugend sorgt. Das erinnert an ähnlich profane Debatten wie die Gefahr von Killerspielen nach einem Amoklauf. In fast allen Fällen ist diese Haltung aufgrund vergangener Handlungen oder Meinungen der Ankläger voller Doppelmoral. Das ändert aber nichts an der Berechtigung der Kritik an sich. Ja, es gibt einen Grund, gerade Kollegah ausdrücklich zu kritisieren. Aber der aktuelle Versuch, Rapmusik an den Pranger zu stellen für die Verfehlungen einer Gesellschaft, ist mindestens fragwürdig.

Die Berichterstattung spielt den beiden also in die Hände. Immerhin haben sie riesengroße Aufmerksamkeit bekommen, auch von Menschen, die ihre Namen möglicherweise zuvor noch nie gehört hatten.

Natürlich. Sollte es stimmen, dass Kollegah und Farid Bang vor der Aufnahme des Albums eine Wette abgeschlossen haben, wer es schafft, als erster wegen einer Textzeile verklagt zu werden, dürfte die klammheimliche Freude der beiden aktuell riesig sein. Man darf auch nicht vergessen, dass sich Kollegah momentan mit seiner problematischen Geisteshaltung besonders in rechten Kreisen und bei Verschwörungsfans neue Freunde macht. Schaden wird ihm das Ganze jedenfalls nicht, das Profil des selbsternannten „Boss“ wird eher geschärft.

“Rap wird in Deutschland immer noch wie ein Witz behandelt. Besonders harter Rap wird nicht als Ergebnis der Zustände gesehen, sondern für die Zustände verantwortlich gemacht.”

Wenn Feuilletonisten sich jetzt über die Songtexte auslassen, schürt das nicht möglicherweise noch mehr das Gefühl der Teenies: Die Erwachsenen checken es eh nicht?

Ja, tut es. Und das Schlimme ist: Die Erwachsenen checken es ja auch größtenteils wirklich nicht. Rap wird in Deutschland immer noch wie ein Witz behandelt. Besonders harter Rap wird nicht als Ergebnis der Zustände gesehen, sondern für die Zustände verantwortlich gemacht. Was dabei vergessen wird: Musik war schon immer auch Rebellion gegen die Eltern. Egal, ob damals bei den Beatles oder jetzt bei Straßenrap. Und irgendein 13-jähriger, eigentlich privilegierter, pubertierender Junge aus einer beliebigen Kleinstadt fühlt sich natürlich ziemlich verwegen, wenn er jetzt Kollegah hört. Die teils hanebüchene, weil komplett unwissende Kritik an Rap hilft Kollegahs „Wir gegen die“-Taktik ungemein. Solange es keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Musik gibt, werden sich Rap-affine Menschen immer eher auf die Seite eines Rappers schlagen als auf die Seite eines unwissenden Mitvierzigers, der jetzt auch mal im Feuilleton seine Meinung kundtun möchte und dabei meist grandios versagt.

Juri Sternburg (34) ist ein deutscher Autor und Journalist mit dem Schwerpunkt Rap. Er schrieb unter anderem für das Musikmagazin Juice und seit 2015 regelmäßig für Vice (noisey). In seiner Kolumne „Sternburg und Rap“ beschäftigt er sich monatlich mit den aktuellsten Skurrilitäten im Deutschrap.

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Alle Kommentare

  1. Gut. jetzt wissen wir, dass die Öffnung der Grenzen für eine ungesteuerte Zuwanderung junger Muslime nicht der Grund für zunehmenden Antisemitismus ist. Schuld sind die zahlenmäßig schrumpfende Gruppe der Deutschen, die scheinbar zunehmend zu Nazis mutieren. Interessieren würde mich, inwiefern Xavier Naidoo ein Antisemit sein soll. Ich konnte in seinen Liedtexten bisher keinen Hass entdecken.

    1. “Der Großteil der antisemitischen Straftaten wurde wieder im Bereich ‚Politisch motivierte Kriminalität – rechts’ gemeldet. Antisemitische Delikte also, die von Rechtsextremisten begangen wurden.”
      Zitat, Polizei Berlin

    2. Xaviar Naidoo……hat mit Reichdeppen diskutiert und Andeutungen über Herrschaftstrukturen gemacht…..aber bei Söhne Manheims “marionetten” haben sie die pure Wahrheit gesungen…..die CD kann man nach wie vor kaufen…..also nicht verboten.

  2. Bester Beitrag bisher zum Thema. Auch wenn er sehr lang ist. Eine kleine Bemerkung noch: Warum eigentlich haben die Medien bei ihren Beiträgen über den Echo stets ein Bild von den Gangsta-Rappern veröffentlicht – das war für die PR pur.

  3. “Dass man der Bild nicht traut, ist nachvollziehbar. Dafür aber etwa einem Ken Jebsen oder anderen Verschwörungstheoretikern Glauben zu schenken ..”

    Wer der Bild nicht traut IST ein sogenannter Verschwörungstheoretiker, denn ein “seriöser” Politiker oder Journalist würde niemals die Bild-Zeitung anzweifeln.

    1. Nö, zum Verschwörungstheoretiker wird man erst, wenn man bei aller berechtiger Kritik am politischen System und den großen Medienhäusern das Differenzieren meidet und sich lieber völlig kritikfrei der nächstbesten Social-Media-Troll-Gemeinde anschließt. Oder noch besser “alternativen” Online-Medien mit zweifelhaften politischen Absichten. Beliebteste Methode: so ungefähr alles, was mal als gesicherte Erkenntnis galt (ob nun wissenschaftlich oder gesellschaftlich), in den Dreck ziehen, verunglimpfen, somit Verunsicherung streuen, verschiedene Gruppen gegeneinander aufbringen. Eigentlich alles recht einfach zu durchschauen, aber auch so gefährlich, da es scheinbar bei Leuten verfängt, die nach einer neuen Orientierung suchen.

      1. @Tortula: Zugegeben, das Wort “Bereicherung” ist in diesem Zusammenhang wohl ziemlich pauschal und unglücklich – ich hätte es auch nicht so vorschnell gewählt. Genauso unpassend sind aber auch alle anderen Pauschalisierungen a la “Verbrecher”, “Gefährder” oder gar “Rapefugees”. So, wie es eben fast immer ziemlich daneben ist, eine gesamte Volksgruppe oder Religionsgemeinschaft über einen Kamm zu scheren und abzuurteilen.
        Was “zweifelhaften politischen Absichten” sind, liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Wenn es darum geht, das verkrustete politische System aufzumischen, würde ich keinesfalls davon sprechen. Wenn es aber darum geht, gezielt Falsch- und Desinformationen zu streuen, um einen Spalt durch die Gesellschaft zu treiben, würde ich durchaus von zweifelhaften Absichten sprechen. Es ist schon sehr bemerkenswert, dass diejenigen, die mitunter die hirnrissigsten Fakenews verbreiten, andere genau dieser Sache bezichtigen.

    2. KenFM ist schon ganz gut…….selbst wenn man nicht alles teilt. Mir ist er oft viel zu links….und Pro Refugges…..ich will aber G.Soros seine Goldstückchen nicht.

      KenFM passt sich immer mehr dem linksversifften mainstream an…eine böse Entwicklung.

      1. @volki: Haben Sie sich ein Stückchen weiter oben nicht über die Verwendung von Kampfbegriffen beschwert? Aber selbst mal eben “linksversifften mainstream” raushauen … Schade eigentlich.

  4. Gibt’s eigentlich schon ne Stellungnahme von den Finanziers dieser Proleten, die sich mit ihrem Antisemitismus ungeniert die Taschen vollgestopft haben: dem BERTELSMANNKONZERN?
    Der aktuell importierte Antisemitusmus ist eben eine wahre Goldgrube und wenn man gleichzeitig noch hinterhältig und finanziell einträglich die Regierung bei der Islamisierung unterstützen kann….Jackpot für die Bertelsmänner!

    1. Die neoliberale Bertelsmann Stiftung…..sollte man grundsätzlich durchleuchten und hinterfragen.

      Lobbypedia, Wikipedia, kritische Nachdenkseiten….können hier schon mal weiter helfen!

  5. Antisemitismus ist in Deutschland nach wie vor weit verbreitet und gerade der deutsche Durchschnittsbürger braucht sicherlich keine Nachhilfe von Rappern oder von Flüchtlingen in Sachen Judenfeindlichkeit.

    Gibt’s für diese Behauptung Belege oder ist das nur primitive Volksverhetzung?

    1. Ja, gibt es.
      Und zwar die von der Polizei veröffentlichten Zahlen:

      “Der Großteil der antisemitischen Straftaten wurde wieder im Bereich ‚Politisch motivierte Kriminalität – rechts’ gemeldet. Antisemitische Delikte also, die von Rechtsextremisten begangen wurden.”

      1. Naja, wenn ein Linksextremist wie Kampino die Antisemitische Hetze der muslimischen Rapper auch der Neonaziszene zuordnet… Regierungskriminologe Pfeiffer springt sicher auch auf!
        Hat alles nichts mit Nichts zu tun.

      2. Natürlich. Rechtsextreme und antisemitische Straftaten gehen eigentlich aufs Konto der Antifa. Herr schick Hirn vom Himmel.

    2. Antisemitismus wird als Kampfbegriff genau wie Verschwörungstheoretiker, Putinversteher…..als Kampfbegriff benutzt…gegen Menschen die ihre Meinungsfreiheit nutzen um die Strukturen aufzudecken.

      (massiv white Helmes Photos)

      Swiss Propaganda Research

      1. @volki: Wobei von der Gegenseite permanent ebensolche “Kampfbegriffe” wie Gutmensch, Systemling oder Linksgrünversifft verwendet werden, die natürlich genauso wenig zu einem sachlichen Austausch von Meinungen beitragen. Sie bringen es absolut auf den Punkt, worum es eigentlich gehen sollte: “Meinungsfreiheit nutzen, um Strukturen aufzudecken”.
        Damit das auf fruchtbaren Boden fällt, braucht es aber auch gegenseitigen Respekt und Ergebnisoffenheit von allen Seiten. Wenig hilfreich ist es, wenn eine Seite immer wieder mit denselben Pauschalisierungen, Dramatisierungen und mitunter auch schlichtweg menschenfeindlichen Ausgrenzungen auftritt. Das macht einen sinnvillen Dialog nahezu unmöglich und führt nur zu unversöhnlicher Konfrontation. Gewonnen hat dabei keiner etwas.

  6. Warum sollte Campino als Engländer nicht wissen wie man „Battle Rap“ ausspricht? Weil er keinen amerikanischen Akzent nachahmt sondern im Akzent seiner Muttersprache spricht?

    1. Camping ist kein Engländer, lediglich seine Mutter war gebürtige Engländerin. Er ist jedoch in Düsseldorf geboren und aufgewachsen.

      1. Natürlich haben Camping die Engländer erfunden.

        Die Deutschen treiben es aber wieder einmal exzessiv.

  7. sie sind wie ein aussenstehender der kurz in einen film reinhoert und meint direkt zu wissen wie der ganze film ablaeuft, ich bin 25, habe hunderte std kollegah gehoert, nahezu alle iviews konsumiert, juden,schwarze, frauen und auch behinderte, genauso wie almans, polen, illuminaten etc. sie alle werden seit tag 1 immer wieder in punchlines verulkt, nie aber wirklich nie hat kollegah antisemitische haltung gezeigt – im gegenteil…
    sie machen sich zurzeit zum horst weil versierte hoerer sofort erkennen das sie sich nicht in die marterie eingearbeitet haben…wie humorlos muss man sein das man zeilen wie “krigstn juedischen zinssatz“ als judenfeindlich einstuft…laecherlich

  8. “Antisemitische Codes”, der “Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen”, der “antisemitische Durchschnittsbürger”, dazu Schuld durch Assoziation (“erinnert stark an … Rechtspopulisten”).

    Fehlt eigentlich nur noch “Ostküsten-Elite”, dann hätten wir alle talking points der intellektuell bankrotten pseudolinken Antideutschen beisammen. Herzlichen Glückwunsch. Dazu noch argumentative Perlen wie “genau betrachtet ist das natürlich Antisemitismus, denn mein Urgroßvater war im KZ und meine Gefühle sind jetzt verletzt.”

    Die Ausschwitz-Zeile ist an Geschmacklosigkeit schwerlich zu überbieten. Aber man muss offensichtlich manche aktivistisch bewegten Nazientdecker daran erinnern, dass nicht jede Geschmacklosigkeit mit Holocaust-Bezug Antisemitismus ist, wenn der Begriff jenseits moralischer Besser-Battles irgendetwas bedeuten soll.

      1. Welche Volksgruppen man gemeinhin zu den Semiten zählt ist mir bekannt ja. Dass darunter heute nur Juden verstanden werden hat mit der historischen Genese des Begriffs Antisemitismus zu tun. Ich halte das aber auch nicht für schlimm, viele Begriffe machen solche Bedeutungsverschiebungen durch.

        Worauf wollen Sie denn hinaus?

  9. “Besonders harter Rap wird nicht als Ergebnis der Zustände gesehen, sondern für die Zustände verantwortlich gemacht.“

    Jein. Beides bedingt sich symbiontisch miteinander. Verantwortung von hartem Rap ist gerade zu finden, für die, die nicht differenzieren können. Und hier in Berlin-Neukölln können verdammt viele 13 bis 14 Jährige nicht differenzieren. Das kotzt mich an Kollegah auch so an, dass er immer meint: “Die checken doch alle, dass das nicht ernst gemeint ist.” und er ganz genau weiß, dass er lügt. Sprache ist ein mächtiges Werkzeug, mächtiger als PC Spiele oder sonstwas, weil man direkt Menschen anspricht und das auf einem sehr hebelstarkem Niveau.

    Der Sternburg hat auch schon Bullshit geschrieben, aber was das Unvermögen zu Differenzieren angeht, so hat er Recht. Und das wird die Zustände in den sozial schwachen Milieus sicherlich nicht besser machen, es wird sie beschreiben – und bestätigen. Traurig.

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