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Fall Skripal und die Russen: Wie sich Qualitätsmedien ein Wettrennen um die schnellste falsche Eilmeldung lieferten

Eine falsche Agenturmeldung machte die Runde
Eine falsche Agenturmeldung machte die Runde

"OPCW bestätigt russische Herkunft des Gifts im Fall Skripal", konnte man gestern so oder ähnlich bei Zeit Online, Spiegel Online, Süddeutscher Zeitung, FAZ und vielen weiteren Newsportalen lesen. Nur stimmte diese Eilmeldung nicht. Ausgerechnet RT Deutsch machte einige Qualitätsmedien auf den Fehler aufmerksam. Aber es gab auch positive Beispiele wie Tagesschau.de, die korrekt berichteten.

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“OPCW bestätigt – Anschlag auf Spion Skripal mit Gift aus Russland”, titelte etwa Bild am Donnerstagmittag auf Twitter mit dem Verweis auf “Breaking News”. Fast zeitgleich meldeten Online-Redaktionen der Zeit, der Süddeutschen Zeitung, des Deutschlandfunks, der FAZ, von n-TV, des Tagesspiegels oder der Welt ähnlich lautende Überschriften zum Fall Skripal und dem kurz zuvor von der Organisation für ein Verbot chemischer Waffen (OPCW) präsentierten Bericht. Indes, wer sich am Abend erneut auf den hiesigen Nachrichtenseiten aufhielt, erblickte nun eine inhaltlich abgeschwächte Überschrift im Stile von “Gutachter im Fall Skripal bestätigen Nervengift”.

Was war passiert?

Die OPCW hat am Donnerstag ihre Untersuchungsergebnisse im international brisanten Vergiftungsfall um den ehemaligen Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia veröffentlicht. Der zweiseitige Kurzbericht bestätigt darin die Ermittlungsergebnisse der britischen Regierung. Diese hatte ein Militärlabor beauftragt, das Gift zu untersuchen. Ergebnis: Es handelt sich um das in der Sowjetunion entwickelte, hochgefährliche Nervengift Nowitschok. Woher das Gift im aktuellen Fall kommt und wer den Anschlag verübt hat, konnten die Toxikologen jedoch nicht nachweisen.

Gegen Donnerstagmittag kamen die ersten Eilmeldungen deutscher Medien.

Auch Spiegel Online, die FAZ und viele weitere Online-Medien meldeten die Ergebnisse mit ähnlich lautenden Überschriften. Das Gift im Fall Skripal stammt also aus Russland, hieß es fast unisono. Im für die Öffentlichkeit zugänglichen OPCW-Bericht wird jedoch weder die Herkunft des Giftes noch dessen chemische Struktur oder dessen Name genannt. Lediglich im vollständigen Bericht, heißt es laut OPCW, werde der Name des Giftes sowie die genaue Struktur des Giftes aufgeführt. Dieser ist nur für die Mitgliedsstaaten zugänglich.

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Ausgerechnet die zu den Kremlmedien zählende Nachrichtenredaktion RT Deutsch agierte dann als Aufklärer. “Wir haben uns die Original-Quelle genau angeguckt und festgestellt, dass Ihre Meldung nicht stimmt”, twitterte diese an einige der betroffenen Redaktionen. In der Zwischenzeit hatten zudem andere Leser ihre Zweifel geäußert. FAZ, Welt & Co. korrigierten daraufhin die Meldungen im Laufe des Tages. Beim Tagesspiegel steht unter dem Artikel “In einer früheren Version hieß es, die OPCW habe die russische Herkunft bestätigt. Das geht aus dem veröffentlichten Kurzbericht nicht hervor.”; die FAZ stellte unter ihren Bericht zum Fall Skripal etwas detaillierte Korrekturen. Dort steht nun:

“In einer vorherigen Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise erklärt, dass das Nervengift Nowitschok nach Ansicht der OPCW aus Russland stamme. Die OPCW hat jedoch lediglich die Ergebnisse britischer Untersuchungen bestätigt, wonach es sich bei dem Gift auf jeden Fall um Nowitschok handelt – was in der ehemaligen Sowjetunion hergestellt wurde. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.”

Der Deutschlandfunk veröffentlichte eine verbesserte Fassung auf Twitter mit dem Hinweis “Wir korrigieren unsere Meldung. Hier folgt die aktualisierte Fassung.” Zeit Online twitterte die ursprüngliche Eilmeldung, in der die OPCW die russische Herkunft des Giftes bestätige, mit dem Hinweis “Präzisierung der Meldung”.

RT Deutsch griff am Donnerstagabend die Eilmeldungen in einem eigenen Beitrag auf und unterstellte den deutschen Medien die bewusste Verbreitung von Falschnachrichten. Das Portal titelte “Skripal und die Fake-News-Phalanx”. Um bewusst verbreitete Desinformation handelt es sich allerdings keineswegs. In diesem Fall haben wohl gängige redaktionelle Arbeitsweisen gegriffen. Denn es gilt: Nachrichtenagenturen wie die dpa, Reuters und die AFP sind vertrauenswürdige Quellen, deren Material bedenkenlos verwendet werden kann. Dass die dort arbeitenden Journalisten Fehler machen, schließt das freilich nicht aus. Im vorliegenden Fall war der Ausgangspunkt der Eilmeldungen und Überschriften ein von der Nachrichtenagentur AFP verbreiteter Artikel mit dem Titel “OPCW bestätigt russische Herkunft des Giftes im Fall Skripal”. So verwies n-TV in seiner Korrektur auf die Meldung der Agentur. Unter dem Artikel steht nun:

“In einer früheren Fassung des Artikels haben wir anhand einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP verbreitet, die OPCW hätte die ‘russische Herkunft’ des Gifts bestätigt.”

Auch bei der Welt nahm man Bezug auf die AFP. Dort steht unter dem Artikel mit dem ursprünglichen Titel “Skripal-Fall: OPCW – Vier Labore bestätigen russische Herkunft des Giftes” nun folgendes:

In einer ersten Version des Textes und der Überschrift schrieben wir aufgrund von Informationen der Nachrichtenagentur AFP, dass laut OPCW die russische Herkunft des Giftes bestätigt sei. Das ist nun korrigiert.

Positive Beispiele gab es auch: So ließ sich unter anderem Tagesschau.de mehr Zeit mit der ersten Meldung und schrieb “OPCW bestätigt britische Erkenntnisse im Fall Skripal”. Sie lieferte damit schon früh die einzig korrekte Überschrift, die aus den Informationen des OPCW-Berichts hervorgehen kann.

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Alle Kommentare

  1. Seit der global erfolgreichen Etablierung eines menschengenmachten Klimawandels erleben wir, daß die Behauptung jede Sichtung einer tatsächlichen Faktenlage locker unterbindet .

    So ist das halt, wenn Medien, zuständig für den Status der öffentlichen Information sich in vermeintlich gemeinsame Sachen hineinziehen lassen, und jedes andere Informationsangebot, jede abweichende Sichtweise diffamieren, unterdrücken, gesellschaftlich bekämpfen.

    1. Netter Versuch, das Thema Klimawandel mit in diesen Topf zu werfen. Der menschgemachte Klimawandel ist nicht nur durch Medien “global erfolgreich etabliert” – er ist einer Erkenntnis, die sich auf die Arbeit seriöser wissenschaftlicher Untersuchungen auf Basis harter Fakten stützt (z.B. nahezu paralleler Verlauf beim Anstieg der Welt-Durchschnittstemperatur im Vergleich zum langjährigen CO2-Anstieg in der Atmosphäre). Anzunehmen, dass dies nichts, aber auch gar nichts mit der Verbrennung fossiler Energieträger, dem Abholzen von Wäldern und dem Zerstören weiterer CO2-Speicher (Moore) zu tun hätte, ist schon ziemlich schräg. Woher nehmen Sie eigentlich Ihre unumstößlichen Weisheiten?

      1. @Schwabenpfeil

        Das sie auch diesen Unsinn glauben war klar, sie glauben ja bekanntlich auch an die Fachkräfte aus Syrien.

      2. Ich spare mir die bereits ohnehin tausendfach im Netz vorhandenen Entgegnungen. Aber für Sie vielleicht zweierlei:

        1. recherchieren Sie mal den Unterschied zwischen beweis, naturwissenschaftlich hergeleitet, und andererseits das, was man unter Konsens versteht.

        2. Geht es mir hier garnicht um die Klima-Geschichte, sondern darum, daß irgendwann die Öffentliche Wahrnehmung umgestellt wurde von hinterlegter Beweisführung auf Behauptung, durch massive Indoktrination als Wahrheit hingestellt und bekräftigt.

        ich hätte genausogut mit dem Ozonloch argumentieren können, welches wohl als Schablone für internationale Abstimmung bei der Einführung von Blödsinn gelten kann, welchen man durch massive Öffentlichkeitsarbeit in die Hirne der Menschen drückt, um deren Verhalten zu lenken.

      3. Nein, Klaus, ich glaube weder daran, dass es sich bei syrischen Flüchtlingen überwiegend um leicht integrierbare Fachkräfte handelt, noch glaube ich an den Blödsinn, mit dem die Klimawandel-Leugner gegen jegliche wissenschaftliche Erkenntnis vorgehen. In dem Zusammenhang würde mich interessieren, wie Sie es so mit Chemtrails halten …

      4. @ E Ekat: Unter Wissenschaftlern gibt es weltweit einen sehr, sehr breiten Konsens, was die Klimaerwärmung anbelangt. Da ist schon eher die Motivation der Skeptiker zu hinterfragen. Insofern liegen Sie einfach ziemlich daneben, wenn Sie hier die Klima-Geschichte als Beispiel anführen. Eine Entgegnung müssen Sie sich deshalb schon gefallen lassen. Ihre Aussagen sind im Netz zudem ebenfalls tausendfach vorhanden und dadurch auch nicht unbedingt stichhaltiger.

  2. Qualitätsmedien muss man doch schon lange ”Qualitätsmedien” schreiben. Die Qualität liegt im weglassen und dazudichten. Von objektiver Berichterstattung kann in den allermeisten Fällen schon lang keine Rede mehr sein. Deshalb habe ich mich, wie so viele andere auch, schon lange von dieser Art Qualität angewidert abgewandt.

  3. @Meedia

    Ihre Medienkritik ist lobenswert, aber sie müssen schon bis zum Ende gehen.

    AFP ist in Staatsbesitz und es ist eben kein Zufall, dass diese Meldung enauso kommt und brav verbreitet wird, zu einer Zeit wo Herr Macron einen Militärschlag gegen russische Interessen propagiert.

    Viele verstehen den Begriff “Lügenpresse” nicht richtig, die Lügenpresse lügt nicht immer, aber immer dann wenn es drauf ankommt (s.a. Kuwait->Brutkaten, Serbien->Hufeisenplan, Irak->Massenvernichtungswaffen)

  4. Offensichtlich spiele die Protagonisten mit dem Feuer. Der vermeintliche Giftgasangriffe in Syrien wirft ebenfalls viele Fragen auf – sehr gut erklärt übrigens gestern in der Phönix-Runde um 22.15. Dort trafen wissenschaftliche Fakten auf einen vollkommen überforderten Moderator der wild durcheinander argumentierte und am Ende extrem “sauer” war.
    Bedenkt man, dass der Westen auf dieser Grundlage die Kriegsmaschine anwirft, nach dem er ganz wesentlich für das Syrien-Desaster verantwortlich ist, dann muss die Bevölkerung das Wort erheben !

  5. “Um bewusst verbreitete Desinformation handelt es sich allerdings keineswegs.”

    Das ist gar nicht so eindeutig zu sagen. Die überwältigende Mehrheit derjenigen, die “Fake News” verbreiten, tun dies keineswegs bewusst; sie halten die Falschnachricht in dem Moment tatsächlich für glaubwürdig; der “Fake-News-Status” verbreitet sich ja transitiv weiter.
    Letztlich wäre zu prüfen, wie es dazu kommen konnte, dass der Verantwortliche bei afp auf diesen hanebüchenen Unsinn kam, obwohl in dem OPCW-Bericht kein einziges Mal auch nur die Worte “russich”, “Russland” o.Ä. vorkam.

    Nun handelt es sich bei afp nun mal um eine staatliche Nachrichtenagentur im Besitz der französischen Regierung; Jegliche Kritik, die man gegenüber RT & Co. aufgrund ihrer staatlichen Herkunft vorbringt, trifft ganz genauso auf afp zu. Wenn man RT also als “Kreml-Medium” bezeichnet, dann müsste man afp nach der gleichen Logik als “Élysée-Nachrichtenagentur” bezeichnen.

    Der ganze Vorfall liefert ein gutes Beispiel dafür, warum es letztlich unseriös (bis gar: verlogen) ist, überhaupt von “Fake News” zu reden:
    Sofern man damit nicht einfach “Falschnachrichten” meint, gibt der “Fake News”-Vorwurf vor, dem Verfasser der Nachricht in’s Gehirn schauen zu können und zu wissen, dass er nicht versehentlich, sondern “in manipulativer Absicht” Unwahres verbreitet hat. Wer behauptet, die wahren Absichten des Verfassers einer Nachricht zu kennen, bei dem liegt der Verdacht sehr nahe, dass er in diesem Moment selbst in manipulativer Absicht agiert.

    1. Bei der Agentur anzusetzen hat aus Propagandasicht auch noch nie mehr Sinn gemacht als heute.

      Selbst grosse Seiten wie Zeit.de leiten die Meldungen automatisch durch und versehen sie lediglich mit

      “Hinweis – Diese Meldung ist Teil des automatisierten Nachrichten-Feeds der Deutschen Presse-Agentur (dpa)…”

      Bei Google-News werden diese Seiten sehr hoch eingestuft und können so in kurzer Zeit enorm viele Leute erreichen.

      Trumps Helfer haben Fake-News über mazedonische Seiten gepusht, die NATO Leute nutzen dafür die etablierten heimischen Kanäle

    2. @Manuel Schmitt

      Zitat
      „Um bewusst verbreitete Desinformation handelt es sich allerdings keineswegs.“

      Das ist gar nicht so eindeutig zu sagen. Die überwältigende Mehrheit derjenigen, die „Fake News“ verbreiten, tun dies keineswegs bewusst; sie halten die Falschnachricht in dem Moment tatsächlich für glaubwürdig; der „Fake-News-Status“ verbreitet sich ja transitiv weiter.

      Zitatende

      Es ist möglich und als angewendende Strategie auch belegt, sich des Menschen insoweit als Hilfsmittel zu bedienen, als man ihn ahnungslos hält hinsichtlich der eigentlich verfolgten Absichten. In dieser Strategie heißt es dann weiter: denn niemand kämpft für eine Ansicht derart kompromißlos, solange dieser der subjektiven Überzeugung nachhängt, dadurch eine eigene Kenntnis zu verbreiten. Also nicht etwa eine Ansicht, die man ihm aufgetragen oder nahegelegt hat.

      Das ist der Trick, der auch angewendet wird. Sie können dann mit ihrem Gegenüber sich nicht mehr austauschen. Der Austausch von Meinung verpufft, weil sich ihr Gegenüber sich auf einer vermeintlich sicheren Wissensbasis wähnt.

      Jetzt wählen Sie irgendein beliebiges Thema unserer Zeit und untersuchen, ob das zunehmend unversöhnliche Auseinanderdriften der Gesellschaft womöglich hiermit zusammenhängen könnte.

      Und wo dies dann gegebenenfalls enden dürfte.

      Die Strategie der indirekten Instrumentalisierung wird offensichtlich angewendet.

  6. Sehr geehrter Autor, Sie sind aber wirklich mit einer dramatischen Ahnungslosigkeit geschlagen. Wenn Sie schon von Falschmeldungen reden, dann sollten Sie auch wissen, was stimmt und was nicht. Es gibt und gab die Gifte der Nowitschok-Reihe nur in Russland.
    Richtig: Die Wissenschaftler haben nicht den Produktionsort bestätigt. Nur der lag nie außerhalb Russlands.
    Die Gifte sind dort entwickelt und produziert worden. Es gab sie nie irgendwo anders auf der Welt. Sie wurden auch nie in anderen GUS-Staaten gelagert worden.
    Sie müssen es ja nicht mir oder anderen Journalisten, die sich zufällig intensiv damit beschäftigt haben, glauben. Aber dann glauben Sie doch einfach Experten. Wenn Sie denen aus dem westlichen Ausland nicht glauben, dann eventuell russischen. Ich habe mich in Moskau und jetzt von Berlin aus mit einigen unterhalten. Die bleiben natürlich meist anonym. Aber wenn Sie sich die Mühe machten, sich in den einschlägigen russischen Fach-Chats zu bewegen, dann würden Sie auf einige erfahrenen Chemiker treffen, die sich kaputt lachen über die Märchen des Kreml.
    Und wenn sie schon Falschmeldungen auf den Grundgehen wollen: kürzlich meldete dpa auf Grundlage einer britischen Geschichte, dass Forscher die Herkunft nicht geklärt hätten. Dabei hatte der dort zitierte Forscher nie den Auftrag, den Produktionsort zu ermitteln. Er sollte nur feststellen, worum es sich bei dem chemischen Kampfstoff handelt.
    Wir hatten jetzt bei BILD geschrieben, dass es das Russen-Gift/russisches Gift war. Und das war es: Nowitschok ist ein heimlich, gegen alle internationalen Verträge entwickeltes und produziertes Nervengift aus Russland.
    Ich empfehle Ihnen neben russischen Experten (einer der besten in Russland, der leider nicht mehr in Moskau arbeiten kann und sich nach Perm zurückgezogen hat, sagte uns: “Es ist ein russisches Gift. Es stammt von hier.”) auch einfach einen der Väter des Giftes, der heute in den USA lebt. er hat – dem russischen – Kommersant ein Interview dazu gegeben. Vielleicht hilft das weiter.
    Herzichst,
    Peter Tiede

    1. Sehr geehrter Herr Tiede;

      “Es gibt und gab die Gifte der Nowitschok-Reihe nur in Russland.”

      Ich kann Ihren Satz nach kurzer Recherche leider nicht so bestätigen. Unter Anderem gab es das Gift in Usbekistan, wie Ihr Kollege vom Spielgel bereits 2000 berichtete.
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17541556.html

      Hier wird auch ausgeführt, dass der damalige russische Leiter Kanatjan Alibekow heute als Ken Alibek in einem amerikanischen Labor in Maryland (USA) arbeitet.

      Ich finde es seltsam, weil genau er sein Wissen über Novischok mit in die USA genommen haben wird und dort den Amerikanern mitgeteilt haben wird.

      Weiter gab es in Nukus (Usbekistan) Novischok.

      “Die in Nukus – ganz nahe der Innenstadt, aber kaum einer der Ortsansässigen weiß genau, wo – ein Testlaboratorium für biologische und chemische Angriffswaffen (unter anderem für das Nervengas Novichok) betrieben. Amerikanische Experten dekontaminieren seit über einem Jahr das Gebäude, wollen es angeblich sogar sprengen.”

      Mir ist auch klar, dass das nicht die ganze Wahrheit ist. Die allerdings wissen weder Sie noch ich. Die Beweislage (auch ihre) ist dünn.

      Ich helfe gerne

    2. Ich mag Dieter Nuhr überhaupt nicht, aber ausnahmsweise will ich mich mal an einen Ausspruch von ihm halten: Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal die Schnauze halten.

      Novitchok wurde von Iran 2016 unter Aufsicht der OPCW synthetisiert, kann also auch von anderen Staaten Hergestellt werden.

      Dazu schrieb die israelische Internetzeitung Debka:

      „A secret Israeli intelligence report to Prime Minister Binyamin Netanyahu and defense minister Avigdor Lieberman revealed that although the military-grade chemical agent used to poison Sergei Skripal and his daughter was originally produced in Soviet Russia, today at least 20 other governments are manufacturing and stockpiling the illicit chemical agent.“

      Der Link dazu befindet sich in einem Beitrag von mir weiter oben.

  7. Frage an Thomas Borgböhner und die Redaktion:

    Sie schreiben: “Ausgerechnet die zu den Kremlmedien zählende Nachrichtenredaktion RT Deutsch versuchte sich dann als Aufklärer. „Wir haben uns die Original-Quelle genau angeguckt und festgestellt, dass Ihre Meldung nicht stimmt“…

    Hat RT Deutsch aufgeklärt oder hat RT Deutsch tatsächlich sich nur als Aufklärer “versucht” (ist aber daran gescheitert)?

    Ist es so schwer zu schreiben: RT Deutsch klärt auf (meinetwegen noch mit der Vorbemerkung “ausgerechnet”)

    Davon abgesehen: Ein guter Artikel.

  8. Guten Tag,
    soviel zu den Messtationen…setzen wir das ganze dann ins Verhältnis zum C02, der ja bekanntlich nur …..
    Viel spaß beim lesen

    Mittwoch, 28. April 2010

    Manipulative Verminderung der Anzahl von Temperaturmessstationen

    Weltweite Temperaturdaten werden von 5 Organisationen publiziert. Zwei von ihnen, nämlich Remote Sensing Systems (RSS) und die Universität von Alabama in Huntsville (UAH) beschäftigen sich mit der Messung der Temperaturen in der unteren Troposphäre durch Satelliten. Diese Daten, die seit 1979 erhoben werden, haben sich als sehr zuverlässig erwiesen.

    Das gilt nicht für die Temperaturdaten der anderen drei Organisationen, die weltweit ihre Messwerte durch Thermometer an der Erdoberfläche erheben. Es sind dies das National Climatic Data Center (NCDC) der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration), das Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA (National Aeronautics and Space Administration) und die Climatic Research Unit (CRU) der Universität von East Anglia in Zusammenarbeit mit dem Hadley Centre for Climate Change des britischen Met Office.

    Der Zusammensteller der meisten terrestrischen Temperaturdaten ist das NCDC der NOAA, das die Quelle für das Global Historical Climate Network (GHCN) und das US Historical Climate Network (USHCN) ist. GISS und Hadley/CRU übernehmen diese Daten, wie sie selbst zugeben. Alle grundlegenden Fehler und Mängel des originären Datenmaterials finden sich daher in allen davon abgeleiteten Temperaturdaten wieder.

    Um 1990 begann NOAA mehr als drei Viertel der bisherigen Messstationen bei der Erfassung von Temperaturdaten nicht mehr zu berücksichtigen. Es kann gezeigt werden, dass diese Behörde systematisch und und zweckvoll jene Stationen aus ihrer Datenbank entfernte, die in höheren Breitengraden, oder in höheren Standorten, oder in ländlichen Gebieten lagen. Das sind jene Stationen, die üblicherweise tiefere Temperaturen anzeigen. Dieser Säuberungsprozess erfolgte für jedes Land, aus dem NOAA Temperaturmessdaten bezieht.

    Übrig blieben die Thermometer in Städten, bei Flughäfen, in niedrigen Lagen und Breitengraden. Auf diese Weise wurde in die Temperaturzeitreihen ein falscher Erwärmungstrend eingeführt. Bezeichnenderweise behielt NOAA aber die Messwerte der gesäuberten Stationen bei der Berechnung der Basiswerte bei und verstärkte hiermit noch den unechten Erwärmungstrend.

    Von dem radikalen Kahlschlag bei der Erfassung der Oberflächentemperaturen sind alle Regionen der Welt betroffen. Im Zeitraum von den 1960er Jahren bis zu den 1980er Jahren gab es weltweit mehr als 6.000 Messstationen. Heute sind es weniger als 1.500. An fehlenden Mittel kann diese Ausdünnung des Messnetzes nicht liegen, denn gerade seit dem Ende der 1980er Jahre wurden die Mittel für Klimaforschung stark erhöht, siehe unseren Artikel Geld regiert die Klima-Welt.

    Es gibt aber einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Entscheidung der politischen Klasse, die angebliche anthropogene globale Erwärmung ganz oben auf ihre Agenda zu setzen und der drastischen Verschlechtung des Messnetzes. Im Jahre 1988 wurde das IPCC der UNO gegründet und bereits ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag zur CO2-Minderung angestrebt. Damals begann man willige Klimawissenschaftler mit Geld zu überschütten und gleichzeitig verfügte man eine einseitige Verminderung der Anzahl der Messstationen. Was für ein seltsamer Zufall.

    Die folgende Grafik zeigt, wie die Verminderung der Messstationen einhergeht mit einer sprunghaften Erhöhung der gemessenen Durchschnittstemperaturen.

    Quelle der Grafiken: Joseph D’Aleo and Anthony Watts: Surface Temperature Records – Policy Driven Deception?, SPPI Original Paper, 7. April 2010.

    Eine langfristige Betrachtung ermöglicht die folgende Grafik, die den Aufschwung und Verfall des Messnetzwerkes dokumentiert.

    Die folgende Grafik zeigt, wie einseitig die Verminderung der Messstationen vorgenommen wurde:

    Die Streichung von Messstationen erfolgte nicht zufällig, sondern verfolgte einen politischen Zweck. Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti schrieb dazu im Jahre 2009, dass das Moskauer Institute of Economic Analysis (IEA) das britische Hadley Center for Climate Change beschuldigt, die russischen Daten zu verfälschen: “The IEA believes that Russian meteorological station data did not substantiate the anthropogenic global-warming theory. Analysts say Russian meteorological stations cover most of the country’s territory and that the Hadley Center had used data submitted by only 25% of such stations in its reports. The Russian station count dropped from 476 to 121 so over 40% of Russian territory was not included in global temperature calculations for some other reasons rather than the lack of meteorological stations and observations.”

    Es wird von den Klima-Treibhäuslern immer wieder behauptet, dass der Zusammenbruch des Kommunismus für den Rückgang der Messstationen verantwortlich sei. Diese Behauptung ist falsch, wie der obige Bericht von Ria Novosti zeigt.

    Werfen wir noch einen Blick auf eine Region, um zu sehen, wie sich das gezielte Streichen von Stationen auf die berichteten Temperaturwerte auswirkt. Die folgende Grafik zeigt Skandinavien. Man sieht, dass die kälteste Periode mit der größten Dichte von Messstationen zusammenfällt, während die folgende Erwärmung mit der Verminderung der Stationen einhergeht.

  9. Klimawandel: da erzählen uns die “Wisschenschaftler” jahrelang dass die Himalaia Gletscher in 30 Jahren um 50% abschmelzen und alle nicken mit dem Kopf und bringen das unters Volk. Ansteigen des Meeresspiegels, ansteigen der Temperaturen, der IPC läßt grüßen. Irgendwann nach über 10 Jahren geht ein Experte her und rechnet das mal nach und was kommt raus ? Der erste “Experte” hat sich um den Faktor 10 verrechnet und es sind nicht rechnerisch 30 Jahre sondern 300 Jahre. Und wer hat in den Warmzeiten der Erde als am nördlichen Alpenrand Palmen wuchsen denn das CO2 verursacht, als es keine Autos, keine Kraftwerke gab ? Und dann die Eiszeiten wo kam denn plötzlich das CO2 wieder hin ? Ansteigen der Meeresspiegel, da stellten die letzte Woche einen Inselbewohner der Südsee in Meer und der zeigte wo der Strand noch vor wenigen Jahren war, angeblich rund 1m höher als jetzt und der öffentl. rechtliche Sender will mir das weismachen, denkt der ich binde mir die Schuhe mit der Beisszange zu ?

  10. Wobei man selbst die Zusammenfassung der Tagesschau noch insoweit kritisieren könnte, dass die OPCW genau genommen nicht Erkenntnisse der britischen Regierung bestätigt, sondern Erkenntnisse des britischen Labors Porton Down. Das ist insoweit entscheidend, als Porton Down selbst das identifizierte Gift stets als “Novichok or of that family” bezeichnet hat (was die britische Regierung dann interessengerecht verkürzte). Das bedeutet, dass es sich zB auch um Botox gehandelt haben könnte (gleiche chemische Stoffamilie), oder sonstige verwandten Gifte, die das Narrativ vom alternativlosen Russentäter weiter durchlöchern würden. Hier eine auch für Chemielaien recht verständliche Zusammenfassung (Englisch) der Probleme rund um “Novichok” und seine von der britischen Regierung herbeigeredete Alternativlosigkeit.

    Mit voller Absicht schreibt der OPCW-Bericht kein einziges Mal von “Novichok”, sondern nutzt die Formulierung “a toxic chemical”; eine genauere Klassifizierung wird der Öffentlichkeit bisher vorenthalten bzw. wird sich erst in der Langversion für Regierungen finden.

  11. “Russian defence ministry spokesman Igor Konashenkov says Britain told the White Helmets first responders to fake the suspected chemical attack in the Syrian town of Douma”

    Harter Tobak!

    Natürlich gilt auch für die Russen, sie müssen Beweise liefern:

    Aber bemerkenswert, dass sie das Land(GB) so klar benennen.

  12. Sogar die abgeänderte Meldung ist noch unrichtig. Porton Down hatte berichtet (und durch ein Gericht bestätigt) dass die Vergiftung mit “einem Gift aus der Novitchok-Klasse oder etwas Ähnlichem” erfolgte. Wenn also die OPCW “die Ergebnisse der Briten bestätigt”, heisst das demnach “ein Gift aus der Novitchok-Klasse oder etwas Ähnliches”. Weiterhin konnte die OPCW, ebenso wie Porton Down keinerlei Angaben über die Herkunft des Giftes machen.

    Weiterhin dürfte eine Veröffentlichung in einer israelischen Internetzeitung interessant sein, in der es unter anderem heisst:

    “A secret Israeli intelligence report to Prime Minister Binyamin Netanyahu and defense minister Avigdor Lieberman revealed that although the military-grade chemical agent used to poison Sergei Skripal and his daughter was originally produced in Soviet Russia, today at least 20 other governments are manufacturing and stockpiling the illicit chemical agent.”

    https://www.debka.com/israel-opts-out-of-us-eu-anti-russian-expulsions-its-intelligence-finds-novichik-stocks-in-20-countries/

    1. What has not been clarified is, in how far is the report Ms. May received complete. There seem to have been several lborastories working on the analysis of Skripal takings, and New York Post reported that a Swiss lab has found disturbung traces of the nerve agent ‘BZ’ in them: BZ was invented and produced for the US army in the 1950ies.
      Where would that leave Ms. May?
      And, in addition: Where would it leave her and Trump, Macron if the OPCW found no traces of chlorine nor sarin in Douma?

  13. Gegen jeglichen gesunden Menschenverstand, ohne jegliche Legitimation und vor allen Digen gegen internationales (Kriegs-)Recht erfolgten durch die USA, Frankreich und Großbritannien massive Luftschläge gegen das Territorium von Syrien! Vorläufige Terror-Bilanz: Nach Informationen der Zeitung DIE ZEIT sollen 56 Zivilisten getötet worden sein. Es bestand absolut keinen Grund, gegen den souveränen syrischen Staat massive Waffengewalt anzuwenden, zumal der vermeintliche, absolut nicht bewiesene Giftgaseinsatz mit Chlorgas vom Assad-Regime mehr als fraglich war, wie ein (abgebrochenes) Interview von Sky News mit dem Britischen General a.D. Jonathan Shaw, Ex-Kommandeur der britischen Streitkräfte im Irakkrieg, zweifelsfrei ergab! Assad hatte überhaupt kein Motiv zu diesem Giftgaseinsatz, wie von Shaw im zu erfahren war (Quelle: Sputnik-News vom 16.04.2018). Aber monoton wurde von den westlichen Staaten dieses Propagandamärchen kolportiert, um eine Rechtfertigung für diesen Terrorschlag zu haben. Was in den Medien und vor allen Dingen in den Talkshows von einigen Teilnehmern dieser Events in den letzten beiden Tagen so „vom Leder“ gezogen wurde, zog einem schon einmal die Socken aus (Pressclub, Anne Will). In einer Psychiatrie kann es nicht schlimmer zugehen – die geistigen Kreationen hatten schon höheren Phantasiewert! Diese Herrschaften hatten sich absolut von jeglicher Realität entfernt und schwebten in einer anderen Welt! Anstatt einmal einen Augenblick inne zu halten und nachzudenken, also den „Hirnkasten“ einzuschalten und eine fundierte Analyse vorzunehmen, schwadronierten sie nur so drauf los! „Heinrich, mir wird bange“, wenn man daran denkt, dass diese ungebildeten, unkritischen Schwätzer ohne jegliche Empathie und Verantwortungsgefühl für die Zukunft der Menschheit Entscheidungen von großer Tragweite treffen sollen. Das kann nur im Desaster enden! Nachdem alles zerdeppert wurde, soll nun der Friedensprozess wieder forciert werden! Da muss man sich schon mal die Frage gefallen lassen, ob hier bei einigen Politikern nicht „eine Schraube locker ist“ und nicht nur schlechthin ein psychiatrisches Krankheitsbild vorliegt? Im Falle der Kriegsverbrechen in Syrien sollte unbedingt der Internationale Gerichtshof in Den Haag tätig werden.
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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