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Spotify vor dem Börsengang: Analyst hält Bewertung von bis zu 43 Milliarden Dollar für möglich

Spotify-CEO Daniel Ek wählt für den Gang an die New Yorker Börse einen ungewöhnlichen Weg
Spotify-CEO Daniel Ek wählt für den Gang an die New Yorker Börse einen ungewöhnlichen Weg

Heute ist es so weit: Spotify strebt am Nachmittag deutscher Zeit an die New Yorker Börse. Statt als Neuemission, bei der Aktien im Vorfeld gezeichnet werden können, starten die Schweden mit einem Direktlisting. Entsprechend volatil dürfte der Börsenstart des Musik-Streaming-Pioniers verlaufen. RBC Capital Markets-Analyst Mark Mahaney ist unterdessen höchst optimistisch und rechnet damit, dass Spotify an der Börse gleich die doppelte Bewertung wie am Sekundärmarkt erzielen könnte – mehr als 40 Milliarden Dollar.

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Die Vorzeichen könnten schlechter kaum sein. Seit Facebook vor zwei Wochen durch die Datenaffäre um Cambridge Analytica an der Wall Street abgestürzt ist, befinden sich auch Internet- und Techaktien im Abwärtsstrudel. Auch zu Beginn des neuen Quartals setzte sich der massive Ausverkauf der langjährigen Börsenlieblinge gestern fort: Anteilsscheine von Amazon, Facebook, Alphabet oder Netflix und Snap erlitten schwere Verluste.

In diesem denkbar schlechten Umfeld für Internetaktien debütiert nun heute Streaming-Pionier Spotify an der Wall Street. Der Handel mit Spotify-Aktien beginnt an der New Yorker Traditionsbörse NYSE (New York Stock Exchange) unter dem Tickersymbol „SPOT“ mit einem Überraschungseffekt.

Weil es im Vorfeld weder eine Roadshow vor Investoren noch die sogenannte Bookbuildingphase gab, bei der das Interesse an den Anteilsscheinen ermittelt wird, tappen interessierte Anleger beim Aufleuchten des ersten Börsenkurses im Dunklen. „Das wird ein besonderer, ganz neuer Spaß“, beschreibt Bloomberg-Kolumnist Matt Levine das höchst ungewöhnliche Prozedere.

Bewertung von mehr als 20 Milliarden Dollar am Sekundärmarkt

Als Anhaltspunkt dient die Bewertung am Sekundärmarkt, an dem Spotify-Aktien zuletzt in Sphären jenseits der Marke von 20 Milliarden Dollar angelangt sind. Treiber der jüngsten Fantasie war zuletzt die Ende 2017 bekanntgegebene Überkreuz-Beteiligung mit dem wertvollsten Internet-Konzern Chinas, Tencent.

Spotify, das bislang nicht im Reich der Mitte präsent ist, sicherte sich durch die Beteiligung an Tencent Music Entertainment Zugang zum potenziell größten Musik-Streaming-Dienst der Welt.

Analyst hält Bewertung von über 40 Milliarden Dollar für möglich
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Nach einer Kurzstudie von RBC Capital Markets-Analyst Mark Mahaney, die CNN Money vorliegt, könnte der Musik-Streaming-Pionier an der Börse in ganz andere Bewertungsdimensionen vorstoßen. Mahaney hält eine Bewertung in Höhe des fünffachen Umsatzes im kommenden Geschäftsjahr, in dem Spotify 8,32 Milliarden Dollar erlösen soll, für angemessen.

Das wären schon 41,6 Milliarden Dollar. Dazu kommen weitere 1,9 Milliarden Dollar an Barbeständen, so dass der RBC Capital Markets-Analyst auf einen fairen Börsenwert von 43,5 Milliarden Dollar kommt – mehr als die doppelte Bewertung des Sekundärmarkts.

Börsengänge von hoch gewetteten Internet-Unternehmen führten in der jüngeren Vergangenheit zu exorbitanten Kursgewinnen am ersten Handelstag. Vorvergangene Woche legten Anteilsscheine von Dropbox um 36 Prozent zu, Snap-Aktien schossen vor einem Jahr zum Börsendebüt um 44 Prozent in Höhe, während sich Twitter-Aktionäre Ende 2013 gar über ein Kursplus von 73 Prozent freuen konnten.

Weiter chronisch defizitär

Allerdings operiert der bereits 2006 gegründete Streaming-Pionier weiter chronisch defizitär. Im vergangenen Geschäftsjahr häuften die Schweden bei Umsätzen von 4,1 Milliarden Euro einen satten Verlust von 1,24 Milliarden Euro an. Die Verluste hatten sich binnen Jahresfrist damit erneut mehr als verdoppelt.

Mit 159 Millionen  Nutzern, davon 71 Millionen zahlenden Abonnenten, ist Spotify vor Apple Music, das es zuletzt auf 38 Millionen Mitglieder brachte, mit Abstand der größte Musik-Streaming-Dienst der Welt.

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