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Erfundener Terroranschlag: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren gegen Herausgeber des Rheinneckarblogs ein

Gegen den Betreiber des Rheinneckarblogs wird nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet
Gegen den Betreiber des Rheinneckarblogs wird nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen den Rheinneckarblog-Herausgeber ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Grund ist der Verdacht der Störung des öffentlichen Friedens durch Vortäuschung der Verwirklichung von schweren Straftaten. Am Wochenende war auf dem Rheinneckarblog eine erfundene Meldung über einen Terroranschlag veröffentlicht worden.

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“Der Anfangsverdacht, der zur Einleitung führte, beruht auf einem in dem Blog am 25.03.2018 veröffentlichen Beitrag”, heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauerten an. Ob sich diese konkret gegen den Redaktionsleiter des Blogs, Hardy Prothmann, richten, teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage von MEEDIA nicht mit.

Das Rheinneckarblog hatte in der Nacht von Samstag auf Sonntag über einen angeblichen “massiven Terroranschlag” in Mannheim mit mehr als 130 Toten berichtet. Doch der Text ist reine Fiktion. Beim Deutschen Presserat gingen in der Zwischenzeit vier Beschwerden ein.

Der Redaktionsleiter des Blogs erklärte in einem Beitrag am vergangenen Montag: „Wir haben Fake News veröffentlicht, die morgen schon Realnews sein könnten.“ Die „Story“ sei erfunden und der Autor ein „Gonzo-Reporter, der Fiktion und Fakten mischt. „Wir wollten definitiv keine Massenpanik erzeugen, wohl aber Aufmerksamkeit – für mögliche Bedrohungslagen, aber auch für Fake News.“

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Kritik wegen Bezahlschranke

Im Interview mit MEEDIA hat der lokale Blogger auf die Kritik reagiert, nach der nur hinter der Bezahlschranke über die Fiktion des Artikels aufgeklärt wurde. Er sagt dazu: „Wir haben den Text um 3:47 Uhr veröffentlicht und über FB geteasert. Um 4:02 haben wir die Polizei informiert, die um 4:26 Uhr selbst dazu gepostet hat. Um 5:56 Uhr haben wir einen Screenshot der Polizei in den Text übernommen. Spätestens ab jetzt war erkennbar, dass es sich um Gonzo oder Fakenews handelt – diese Information war vor der Bezahlschranke erkennbar. Alle Medien haben falsch darüber berichtet, also Fakenews verbreitet.“

Eine Sprecherin der Stadt Mannheim teilte mit: „Oberbürgermeister Peter Kurz wurde im Dezember von Prothmann über seine Absicht informiert, einen fiktionalen Text zu veröffentlichen. Er hat Herrn Prothmann darauf hingewiesen, dass der Text hoch problematisch sei, und bat ihn, diesen nicht zu veröffentlichen.“ Der Bitte sei Prothmann zunächst nachgekommen. Deshalb sei die Veröffentlichung am Sonntag für die Stadt überraschend gewesen.

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