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#deletefacebook: Playboy zieht sich nach Datenskandal aus Zuckerberg-Netzwerk zurück

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Knapp 25 Millionen Facebook-Usern dürfte ab heute etwas in ihrem Newsfeed fehlen: Das US-Männermagazin Playboy hat seinen Facebook-Account deaktiviert. Der Grund dafür ist der Datenskandal um das Netzwerk und Cambridge Analytica. Die Marke Playboy verkörpere die Freiheit, sagt Chief Creative Officer Cooper Hefner - der Umgang Facebooks mit sensiblen Nutzerdaten passe nicht mehr zu diesem Image.

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Wenige Marken dürften die Werte Freiheit und Freizügigkeit so nachhaltig verkörpern wie der Playboy. Facebooks Umgang mit den Daten seiner Nutzer war dann aber offenbar zu viel des Guten an Freizügigkeit für das Männermagazin: Der US-Playboy gab bekannt, Facebook zu verlassen und die Fanseite zu deaktivieren.

Nach Bekanntwerden des Datenskandals habe man intensiv über die eigene Aktivität auf Facebook nachgedacht, teilte das Magazin in einer Pressemitteilung mit. Die Konsequenz daraus: Man entschied sich dazu, den Account mit immerhin knapp 25 Millionen Likes (eigene Angaben) aufzugeben. „Playboy hat immer für persönliche Freiheit gestanden“, heißt es, und nun werde ein „weiterer Schritt in diesem ausdauernden Kampf gesetzt“.

 Chief Creative Officer Cooper Hefner erklärt zudem, dass die Regeln und die Unternehmenspolitik Facebooks die Entscheidung zum Account-Aus stark beeinflusst hätten.

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Ein wenig Resthoffnung für die Fans des US-Playboys gibt es allerdings: Das Magazin sprach ausdrücklich davon, den Account deaktiviert und nicht gelöscht zu haben. Aufatmen können auch die Anhänger des deutschen Magazins, dessen Facebook-Seite ist weiterhin zu erreichen. Viel Freizügiges gibt es dort aber nicht zu sehen, schließlich verstößt Nacktheit gegen Facebooks Gemeinschaftsstandards.

Florian Boitin, Chefredakteur der deutschen Playboy-Ausgabe, sagt zum Facebook-Boykott der US-Kollegen: “Der deutsche Playboy schließt sich der Entscheidung der Amerikaner zum jetzigen Zeitpunkt nicht an – wenngleich auch wir die Entwicklungen rund um den Schutz der Nutzer-Daten mit großer Sorge verfolgen. Wir werden den weiteren Verlauf, gerade in Bezug auf die Frage, inwiefern auch deutsche User betroffen sind, abwarten, und vor allem das Verhalten unserer Fans auf Facebook beobachten. Aber der Kritik unserer US-Kollegen schließen wir uns schon jetzt an: Facebook zensiert nackte Brüste konsequent, vernachlässigt aber Themen wie das Löschen gewaltverherrlichender Inhalte oder den Schutz der Daten seiner Nutzer. Das ist absurd!”

Im Zuge des Datenskandals hat sich unter dem Hashtag “#deletefacebook” eine Anti-Facebook-Bewegung formiert, die zum Löschen von Accounts aufruft. In Deutschland hat sich daran unter anderem bereits – zumindest kurzzeitig als PR-Gag – Dr. Oetker beteiligt. Der Hamburger Justitzsenator Till Steffen kündigte zumindest an, seinen Account löschen zu wollen. Elon Musk löschte gleich die Seiten seiner Unternehmen Tesla und SpaceX. Auch Schauspieler Will Ferrell oder Pop-Legende Cher haben sich von Facebook zurückgezogen.

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