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Presseratsbeschluss: nicht-repräsentative Online-Umfragen brauchen klare Kennzeichnung

Nicht-repräsentative Online-Umfragen müssen laut Presserat gekennzeichnet werden.
Nicht-repräsentative Online-Umfragen müssen laut Presserat gekennzeichnet werden.

Nicht-repräsentative Online-Umfragen sollen künftig eindeutig gekennzeichnet werden. Das hat der Deutsche Presserat nach einer entsprechenden Nutzerbeschwerde entschieden. Bei einer Umfrage im Internet konnte dieser 192 Mal abstimmen und so das Ergebnis entscheidend verzerren. Da der Fall zum ersten Mal vor dem Kontrollgremium der Medienwächter landetet, verzichtete der Rat auf eine Sanktion.

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Beim Deutschen Presserat ging eine Beschwerde aus München ein. Ein Nutzer konnte in in einer Online-Umfrage des Münchner Merkurs über den Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen 192 Mal abstimmen und spielte damit das System aus. Dazu musste er nur die Speicherung der Cookies deaktivieren und seinen Router immer wieder neu starten. Durch seine häufige Stimmabgaben konnte der Nutzer das Ergebnis verfälschen und in eine Richtung lenken.

Der Presserat beschäftigte sich mit dem Fall, verhängte jedoch keine Sanktion gegen die Münchner Zeitung. Zwar wurde die journalistische Sorgfalt verletzt, weil die Umfrage nicht als nicht-repräsentativ gekennzeichnet wurde, dabei handle es sich aber um eine Grundsatzentscheidung, weil Online-Umfragen eine neue Art darstellen. “Nicht-repräsentative Umfragen – z.B. auf der Straße – hat es immer in den Medien gegeben. Entscheidend ist, dass sie für den Leser als solche wahrnehmbar sind. Online-Umfragen sind als neue Form dazugekommen. Sie sind nach allen Erfahrungen nicht vollständig gegen unsachgemäße Beeinflussung geschützt”, kommentierte der gerade frisch ernannte Sprecher des Presserats Volker Stennei.

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Auf eine Änderung im Kodex verzichtete der Rat ebenfalls. In Ziffer 2 steht bereits, dass “bei der Veröffentlichung von Umfrageergebnissen die Presse die Zahl der Befragten teilt, den Zeitpunkt der Befragung, den Auftraggeber sowie die Fragestellung mit”. Zugleich müsse mitgeteilt werden, ob die Ergebnisse repräsentativ sind.

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