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TV-Bericht mit versteckter Kamera: Chef von Cambridge Analytica prahlte mit Erpressungsversuchen

Mit versteckter Kamera versucht der britische TV-Sender Channel 4 den Geheimnissen von Cambridge Analytica auf die Schliche zu kommen.
Mit versteckter Kamera versucht der britische TV-Sender Channel 4 den Geheimnissen von Cambridge Analytica auf die Schliche zu kommen.

Die umstrittene Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica gerät weiter unter Druck, nachdem ihr Chef vor versteckter Kamera mit Erpressungsversuchen von Wahlkandidaten geprahlt haben soll. Ein Reporter des britischen Senders Channel 4 hatte sich für den Vertreter eines potenziellen reichen Kunden ausgegeben, der für den Erfolg mehrerer Kandidaten bei einer Wahl in Sri Lanka sorgen wolle.

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Der Undercover-Reporter traf sich mit Cambridge-Analytica-Chef Alexander Nix und anderen Top-Managern mehrfach in Londoner Hotels von November 2017 bis Januar 2018. An einer Stelle antwortete Nix dem Channel-4-Bericht zufolge auf die Frage nach der Möglichkeit, negative Informationen über politische Opponenten zu beschaffen, seine Firma könne “Mädchen zum Haus des Kandidaten schicken”. Ukrainerinnen seien “sehr schön, ich finde, das funktioniert sehr gut”. Eine weitere Vorgehensweise sei, einem Kandidaten viel Geld für seinen Wahlkampf anzubieten, zum Beispiel mit Land als Gegenleistung – und das ganze auf Video aufzunehmen und später zu veröffentlichen.

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Cambridge Analytica erklärte am späten Montag, die Darstellung entspreche nicht der Vorgehensweise der Firma und versuchte, den Spieß umzudrehen: Man führe routinemäßig Unterhaltungen mit potenziellen Kunden, um bei ihnen mögliche unethische oder illegale Absichten aufzudecken.

Cambridge Analytica war am Wochenende von Facebook ausgesperrt worden. Die Firma habe unrechtmäßig erhaltene Nutzerdaten entgegen früheren Zusicherungen nicht gelöscht, erklärte das Online-Netzwerk zur Begründung. Nach Informationen der New York Times und des Guardian sollen einige Informationen von rund 50 Millionen Facebook-Mitgliedern zu Cambridge Analytica gelangt sein. Um sie zu sammeln, wurde eine Umfrage zu Persönlichkeits-Merkmalen aufgesetzt, die bei Facebook als wissenschaftliche Forschung angemeldet wurde. Die Daten gingen dann ohne Wissen der Nutzer an Cambridge Analytica.

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