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“Sandmännchen” für Rentner: kuriose Quoten für ein deplatziertes Fernseh-Vorabendritual bei mdr und rbb

“Unser Sandmännchen”
"Unser Sandmännchen"

Allabendlich ist "Unser Sandmännchen" ein großer Publikumserfolg im KiKA. Bis zu einer Million Leute schauen zu, darunter meist zu etwa gleichen Teilen 3- bis 13-jährige Kinder und 14- bis 49-Jährige, wahrscheinlich Eltern. Doch die Traditions-Sendung läuft auch im mdr Fernsehen und rbb Fernsehen. Die Zuschauerschaft dort: fast keine Kinder, stattdessen zu großen Teilen Senioren.

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Für viele Eltern kleinerer Kinder gehört er zum Abendritual dazu: der Sandmann. Gegen 18.55 Uhr startet er im KiKA mit seinem abwechslungsreichen Fuhrpark in Märchenwelten, ins All, auf Spielplätze, zu Kindern – ein großer Spaß für die Kleinen und ein großer Erfolg. Rund 800.000 Menschen sahen die bisherigen Folgen des Jahres 2018, der Marktanteil lag bei über 3%. Zu den 800.000 Zuschauern gehörten dabei 380.000 Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren, 350.000 Erwachsene zwischen 14 und 49 – wahrscheinlich vornehmlich Eltern – und 60.000 Über-50-Jährige.

Bei den Kindern gehört “Unser Sandmännchen” damit zu den größten TV-Hits überhaupt. Am Donnerstag zum Beispiel sahen 460.000 3- bis 13-Jährige zu, nur die anschließende KiKA-Serie “Robin Hood – Schlitzohr von Sherwood” war mit 480.000 und 610.000 kleinen Zuschauern noch populärer. Privatsender kommen an diese Zahlen nur selten heran. Am Donnerstag erreichte Super RTL maximal 300.000 3- bis 13-Jährige (um 19.25 Uhr mit “Bugs Bunny”), der Disney Channel maximal 210.000 (um 19.25 Uhr mit “Meine Schwester Charlie”) und nickelodeon maximal 170.000 (um 19.25 Uhr mit “Das Geheimnis des Hunters”).

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So weit, so gut. Aus Traditions-Gründen läuft das “Sandmännchen” aber nicht nur im KiKA, sondern auch im mdr Fernsehen und im rbb Fernsehen. Und dort sieht die Zuschauerschaft ganz anders aus. So kam das mdr Fernsehen im bisherigen Jahr 2018 mit dem Sandmann auf 370.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 1,4%. Das Kuriose: Unter den 370.000 waren im Durchschnitt nichtmal 10.000 Kinder. Stattdessen 50.000 14- bis 49-Jährige und 310.000 Über-50-Jährige! Im rbb Fernsehen sieht es mit knapp über 10.000 Kindern bei 240.000 Gesamt-Zuschauern ähnlich aus. Hier gehören zu den 240.000 Sehern 170.000 Über-50-Jährige.

Überraschend sind diese Zahlen nicht. Bei beiden Sendern ist das “Sandmännchen” ein klarer Fremdkörper im Programm. So läuft es im mdr Fernsehen an Werktagen beispielsweise zwischen “Brisant” und den “mdr regional”-Magazinen – und das auch noch parallel zur Ausstrahlung im KiKA. Im rbb Fernsehen läuft es immerhin nach einer Tier-Doku-Soap, eine Stunde vor dem KiKA und dem mdr. Dennoch schauen auch hier kaum Kinder zu. So bleibt das “Sandmännchen” im mdr Fernsehen und im rbb Fernsehen eine Tradition ohne Sinn. Man zeigt es, weil es noch aus alten DDR-Zeiten stammt, die Zielgruppe erreicht man aber nicht.

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