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“Wir setzen uns für Qualitätsjournalismus ein”: Apple kauft Magazin-Flatrate-Anbieter Texture

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Für 10 Dollar im Monat können Apple-Nutzer in den USA bei Texture bereits 200 Magazine unbegrenzt lesen © Apple

Überraschendes Signal aus Cupertino: Mitten in der Entfremdung zwischen den Internet-Giganten und der Verlagsbranche investiert Apple in Journalismus. Für eine nicht genannte Summe akquirierte der Techpionier den Digital-Magazin-Dienst Texture, hinter dem die Verlage Condé Nast, Hearst, Meredith, Rogers Media und der Private Equity-Finanzierer KKR stehen. Wie Readly in Deutschland bietet Texture ein Sortiment aus rund 200 Digitalmagazinen zu einer monatlichen Flatrate an.

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“Von Zeit zu Zeit kauft Apple kleinere Technologiefirmen, und wir äußern uns grundsätzlich nicht über unsere Absichten oder Pläne”: So lautet die lapidare Standardfloskel, mit der der wertvollste Konzern der Welt stets seine Übernahmen kommentiert – wie zuletzt bei der Akquisition der Musikerkennungs-App Shazam im vergangenen Dezember.

Auch 2018 ist es offenbar wieder an der Zeit für einen Zukauf, doch diesmal wäre das Übernahmeobjekt tatsächlich erklärungswürdig. Nicht einen App-, Software-, AI- oder Hardware-Anbieter hat Apple gerade erworben, sondern den digitalen Zeitschriftenabonnement-Service Texture von Next Issue Media.

Verlage Condé Nast, Hearst, Meredith, Rogers Media und KKR Investoren hinter Texture

Hinter dem 2010 gelaunchten Digital-Magazin-Dienst stehen die Verlage Condé Nast, Hearst, Meredith, Rogers Media und der Private Equity-Finanzierer KKR als Investoren. Texture, das im deutschen App Store nicht verfügbar ist, bietet wie hierzulande Readly ein Sortiment aus rund 200 Digitalmagazinen – darunter etwa Time, Esquire, Vanity Fair, GQ, The New Yorker, Rolling Stone, Wired, People oder Elle und Vogue – zu einer Flatrate von 10 Dollar im Monat an und gilt daher als “Netflix für Magazine”.

“Wir setzen uns für Qualitätsjournalismus aus vertrauenswürdigen Quellen ein und werden unterstützen, dass weiterhin Magazine mit schön gestalteten und ansprechenden Geschichten für die Nutzer produziert werden”, erklärte Apples Content-Chef Eddy Cue die Übernahme von Texture, das in der bisherigen Form für iOS, aber auch andere Mobil-Plattformen wie Android und Windows erhalten bleiben soll. Einen Preis für die Akquisition nannte Apple nicht.

Mittelzuflüsse von 130 Millionen Dollar

Einen Preis für die Akquisition nannte Apple nicht. Wie das Tech-Portal re/code berichtet, soll Private Equity-Gesellschaft KKR aber zumindest das ursprüngliche Investment von 50 Millionen Dollar wiedergesehen haben; nach Angaben der Financial Times soll Next Issue Media insgesamt Mittelzuflüsse in Höhe von 130 Millionen Dollar erhalten haben.

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“Das Texture-Team und seine jetzigen Eigentümer, Condé Nast, Hearst, Meredith, Rogers Media und KKR, könnten mit dieser Entwicklung nicht zufriedener sein, und wir können uns kein besseres Zuhause oder eine bessere Zukunft für den Dienst vorstellen”, kommentierte John Loughlin, CEO von Next Issue Media / Texture, die Übernahme.

Absage an Mega-Übernahme von Netflix oder Disney

Nach Apple Music besitzt der Techpionier aus Cupertino nun ein zweites Content-Angebot mit monatlichem Abo-Modell, das gut in Apples Service-Sparte passt, die neben dem Wearables-Geschäft von allen Konzernteilen aktuell am schnellsten wächst. Gleichzeitig erhält Apples Nachrichten-Angebot Apple News eine wertvolle Aufwertung.

“Während sich Facebook aus dem News-Geschäft zurückzieht, engagiert sich Apple umso stärker”, kommentierte Financial Times-Reporter Tim Bradshaw den überraschenden Übernahmecoup.

Aufkeimenden Hoffnungen, dass Apple in Zukunft Akquisitionen im Inhalte-Bereich in noch ganz anderen Dimensionen – etwa Netflix oder Disney – vornehmen könnte, erteilte Apples Content-Chef Eddy Cue auf der SXSW unterdessen eine Absage.

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