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Umsatzbeteiligung von Plattformen, Paid-Content, Regulierung: Buzzfeed-CEO Jonah Peretti klingt mittlerweile wie ein Verlags-Vertreter

Buzzfeed-CEO Jonah Peretti
Buzzfeed-CEO Jonah Peretti

Buzzfeed ging es schon mal besser. Das digitale Vorzeige-Medium leidet an lahmenden Werbeumsätzen, hat seine Umsatzziele 2017 um 15 bis 20 Prozent verfehlt und massiv Stellen abgebaut. Gegenüber Digiday erklärt Gründer Jonah Peretti nun, warum er der Meinung ist, dass Plattformen wie Facebook Medien bezahlen sollten, sonst drohe Regulierung Peretti klingt dabei immer mehr wie ein Vertreter traditioneller Medienhäuser.

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Wenn Rupert Murdoch, wie Anfang des Jahres geschehen, fordert, dass Facebook doch gefälligst zahlen soll für die Qualitäts-News, die u.a. seine Unternehmen auf der Plattform Facebook ausspielen, dann ist das wenig überraschend. Auch an die Rufe europäischer Verlage nach einem Leistungsschutzrecht hat man sich gewöhnt. Wenn solche oder ähnliche Forderungen von Buzzfeed-CEO Jonah Peretti kommen, kann man schon mal aufhorchen.

Gegenüber dem Fachmedium Digiday sagte Peretti nun: “Mein große Kritik an der Strategie (von Facebook, Anm.d.Red.) ist, das sie zwar den ganzen Umsatz mit dem Newsfeed generieren, Erlösbeteiligungen aber nur bei neuen Angeboten – Instant Articles oder Watch – anbieten, nicht aber bei der Hauptquelle des Umsatzes, dem Newsfeed.”

Nach Meinung des Buzzfeed-Chefs wäre es sogar von Vorteil für Facebook, den Newsfeed-Umsatz mit Medien zu teilen, da diese dann in der Lage wären, noch mehr gehaltvolle Inhalte zu produzieren, die im Newsfeed auftauchen. Eine Beteiligung müsse laut Peretti auch keine “Leitungsgebühr” sein (was Murdoch in etwa vorschwebte), sondern man könne eine neue Messgröße für “time well-spent” entwickeln und Inhalte-Anbieter daran beteiligen. Also etwa zwei Cent pro Minute “time well-spent” auf Facebook.

Ob das realistisch ist, sei dahingestellt. Zumal die Entwicklung einer allgemein anerkannten Messgröße für “time well-spent” sicherlich schwierig sein dürfte, um das Mindeste zu sagen. Unter “time well-spent” mag jeder etwas anderes verstehen.

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Bemerkenswert an Perettis Aussagen gegenüber Digiday ist zudem, dass er Regulierung ins Spiel bringt, sollten Facebook und Google News-Anbietern nicht entgegenkommen: “Ich denke, Google und Facebook werden mehr tun, um News zu unterstützen. Wenn sie das nicht tun, werden sie reguliert.”

Auch Paid Content für Buzzfeed mag Peretti nicht ausschließen. Eine “teilweise” Paywall könne Sinn ergeben, sagt er. Es sei aber andererseits auch wichtig, eine breite Öffentlichkeit zu bilden und zu informieren. Wenn jeder Nachrichten-Anbieter seine Inhalte hinter eine Paywall packen würde, habe man kaum noch eine informierte Wählerschaft.

Umsatzbeteiligung, Regulierung, Paid-Content – mit diesem Dreiklang befindet sich Buzzfeed-Chef Jonah Peretti in einem erstaunlichen Gleichklang mit den deutschen Verlegerverbänden VDZ und BDZV. Könnte es sein, dass die Probleme der alten und neuen Medien sich stärker ähneln, als bisher gedacht?

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