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Wachstumswunder Netflix: Nach Kursexplosion von 63 Prozent seit Jahresbeginn schon fast so wertvoll wie Disney

Netflix-CEO Reed Hastings hat eine der größten Erfolgsgeschichten der Internet-Ära geschrieben
Netflix-CEO Reed Hastings hat eine der größten Erfolgsgeschichten der Internet-Ära geschrieben

Nun geht es ganz schnell: Praktisch im Tagesrhythmus stürmt Netflix an der Wall Street auf neue Allzeithochs – im heutigen Handelsverkauf ging es nach einer Kaufempfehlung von Analystenseite noch mal um 5 Prozent nach oben. Die Kurszuwächse sind astronomisch: In den ersten neun Wochen des Jahres ist die Aktie des Streaming-Anbieters von Serien und Filmen bereits um 63 Prozent nach oben geschossen. Lohn der Rally: Netflix hat Disney im Börsenwert fast schon eingeholt.

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Der Oscar geht an… Netflix! Bereits das zweite Mal sicherte sich der Streaming-Pionier den begehrten Goldjungen der Academy – für den großartigen Dokumentarfilm “Icarus” von Bryan Fogel und Dan Cogan über Dopingmachenschaften in Russland. Für den früheren Schachweltmeister Gary Kasparow ging die Bedeutung damit über die Welt des Sports hinaus.

Für Netflix’ Content-Chef Ted Sarandos, der in der Dankesrede von den Filmmachern hinreichend gewürdigt wurde, ist der Ritterschlag des alten Hollywood eine nette, zusätzliche Erfolgsbestätigung.

Netflix überflügelt das alte Hollywood

In Wirklichkeit jedoch bilden Oscars längst ein Zeitalter ab, das vor einem Paradigmenwechsel steht: Die Kino-Ära geht zu Ende – und mit ihr die Vormachtstellung der alten Produktionsstudios, MGM, Warner Bros, 21st Century Fox, Columbia oder Paramount Pictures. Disney darf sich zwar weiter als König von Hollywood fühlen, doch wie lange noch, erscheint jeden Tag fraglicher.

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In Überschallgeschwindigkeit nähert sich das US-Internet-Unternehmen, das vor zwanzig Jahren als DVD-Versender begann und vor gerade einmal fünf Jahren mit “House of Cards” mit eigenen Inhalte-Produktionen begann. Der Rest ist moderne Internet- und Mediengeschichte: Binnen gerade einmal eines halben Jahrzehnts hat Netflix an der Wall Street das alte Hollywood überflügelt – bis auf Disney.

Netflix liegt seit Jahresbeginn bereits um 63 Prozent vorne

Mit einem Börsenwert von 156 Milliarden Dollar ist das von Walt Disney 1923 gegründete Film-Imperium weiterhin wertvollster Medienkonzern der Welt, doch der Vorsprung in den vergangenen zwei Monaten ist dramatisch zusammengeschmolzen – und beträgt nach dem heutigen Handelstag gerade mal noch 14 Prozent.

Mit einer Marktkapitalisierung von nunmehr bereits 137 Milliarden Dollar ist Netflix, das zum Start seiner Eigenproduktionen von Time Warner-Chef Bewkes noch als “albanische Armee” verhöhnt wurde, inzwischen erster Disney-Herausforderer. Angesichts der dramatischen Zuwächse von 63 Prozent seit Jahresbeginn, die die Netflix-Aktie inzwischen bis auf über 315 Dollar befördert hat, könnte die in der Medienbranche wegweisende Wachablösung von Old zu New Economy bereits in den kommenden Monaten, wenn nicht Wochen erfolgen.

Übernahme: Netflix inzwischen für alle zu teuer

Analysten überbieten sich unterdessen mit immer aggressiveren Kurszielen, die die Rally des Produzenten von Hitserien wie “The Crown” oder “Stranger Things” immer weiter befeuern. Während die australische Investmentbank Macquarie inzwischen eine Zielmarke von 330 Dollar nennt, hat UBS-Analyst Eric Sheridan sein Kursziel heute erst von 290 auf 345 Dollar angehoben.

Sollte Netflix weitere 15 Dollar auf 360 Dollar zulegen, würde es dann an Disney vorbeiziehen (vorausgesetzt, das Dow Jones-Mitglied stagniert in der Zwischenzeit). Eine mögliche Übernahme von Netflix durch Disney, über die in der Investmentszene im vergangenen Jahr immer wieder spekuliert wurde, ist damit längst Makulatur.

Nicht einmal Apple könnte sich eine Akquisition von Netflix auf dem aktuellen Niveau mehr leisten, ohne neue Schulden aufzunehmen, zumal im Falle eines Übernahmeangebots ein heftiger Premiumpreis gezahlt werden müsste, der Netflix’ Marktwert schnell über die Marke von 200 Milliarden Dollar treiben dürfte, wie Fondsmanager Eric Jackson vorrechnet.

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