Partner von:
Anzeige

“Journalismus ist kein Verbrechen”: Cem Özdemir rechnet mit der AfD ab und wird dafür im Netz euphorisch gefeiert

Cem Özdemirs emotionale Rede im Bundestag in Richtung AfD entwickelt sich zum Viral-Hit
Cem Özdemirs emotionale Rede im Bundestag in Richtung AfD entwickelt sich zum Viral-Hit

Die Alternative für Deutschland (AfD) forderte im Bundestag, zwei Texte des Journalisten Deniz Yücel öffentlich zu missbilligen. Cem Özdemir, dem ehemaligen Chef der Grünen, platzte daraufhin der Kragen: In einer leidenschaftlichen Rede rechnete er mit der AfD ab und bezeichnete sie als Rassisten, die "Deutschland verachten". In den sozialen Netzwerken wird Özdemir dafür euphorisch gefeiert.

Anzeige

„Wir reden über die Arbeit eines deutschen Journalisten “, sagt Cem Özdemir im Bundestag in Richtung AfD. Und weiter: „Bei uns in Deutschland gibt es keine oberste Zensurbehörde, die gibt es in den Ländern, die sie bewundern.“ Danach redet sich der Grünen-Politiker erst richtig in Rage und ruft: “Wer sich so gebirt ist ein Rassist.” Und: “Unser Deutschland ist stärker, als Ihr Hass es jemals sein wird.”

In einer fünfminütigen leidenschaftlichen Brandrede rechnete Özdemir am Donnerstagabend mit der AfD ab: Auslöser war die von der rechtspopulistischen Partei beantragte Debatte über zwei Texte des aus türkischer Haft freigekommenen Journalisten Deniz Yücel. Doch die Abrechnung war auch eine persönliche: Denn am politischen Aschermittwoch der AfD in Sachsen-Anhalt fiel der Name Cem Özdemir – woraufhin die Menge “Abschieben, abschieben!” rief. Am Donnerstag bezog der Politiker nun dazu Stellung und sagte:

Ihr tobender Mob wollte mich am Aschermittwoch abschieben. Das geht leichter als Sie sich das vorstellen: Am kommenden Samstag bin ich wieder in meiner Heimat. Ich flieg nach Stuttgart und dann nehme ich die S-Bahn und dann lande ich am Endbahnhof Bad Urach. Da ist meine schwäbische Heimat und die lasse ich mir von Ihnen nicht kaputtmachen.

In den sozialen Netzwerken entwickelte sich ein Videomitschnitt der Rede innerhalb weniger Stunden zum Viral-Hit. Bei Facebook wurde der Clip, den Özdemir selber auf seine Seite stellte, bislang über 3.000 mal geteilt, sammelte mehr als 10.000 Reaktionen und knapp 1.700 Kommentare. Insgesamt wurde die Rede bei Facebook allein am Donnerstagabend auf den Seiten der Welt, von Spiegel Online, Cem Özdemir und Shahak Shapira fast 400.000 mal angesehen.

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken auf das Video sind dabei nahezu alle positiv bis euphorisch:

Doch vereinzelt werden auch kritische Stimmen laut. So beispielsweise von Journalist Daniel Bröckerhoff, der in einem Facebookposting zu Bedenken gibt, Özdemir tappe hier in die “Erregungsfalle”. Weiter kritisiert er: “Wenn sich alle nur noch anschreien ist kein Dialog mehr möglich. Wenn die Gemüter so hochkochen, dass es nur noch „Nazi“ gegen „Linksfaschist“ geht, wird es irgendwann handgreiflich.”

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia