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Ver.di-Demo bei Hamburger Abendblatt und Bild der Frau: Funke widerspricht Szenario von Stellenabbau

Kurz vor Amtsende von Funke-Geschäftsführer Manfred Braun: Die Essener Mediengruppe dementiert Gerüchte über einschneidende Maßnahmen am Standort Hamburg
Kurz vor Amtsende von Funke-Geschäftsführer Manfred Braun: Die Essener Mediengruppe dementiert Gerüchte über einschneidende Maßnahmen am Standort Hamburg

Kommt es bei der Funke Mediengruppe zu neuen Sparmaßnahmen? Gewerkschaften und Deutscher Journalistenverband fürchten, dass beim Hamburger Abendblatt ein weiterer Stellenabbau droht und die Redaktion der Bild der Frau nach München verlagert wird. Anlass der Spekulation ist, dass Funke nicht bereit sein soll, über ein Rationalisierungsschutzprogramm zu verhandeln. Der Verlag widerspricht vehement.

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Die Gewerkschaften Ver.di und der Deutsche Journalistenverband DJV haben für heute Mittag vor dem Funke-Medien-Haus in Hamburg zur Demonstration aufgerufen. Der Grund: Die Konzernspitze der Essener Funke Mediengruppe weigert sich angeblich, über das Abkommen für einen Rationalisierungsschutz zu verhandeln, den die Verlagsgruppe nach der Übernahme der Springer-Blätter übernommen hatte. Die Gewerkschaften fürchten deshalb, dass hierdurch beim Hamburger Abendblatt weitere Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen und die Redaktion der Bild der Frau von Hamburg nach München verlagert wird.

Betroffen hiervon wären vor allem die Mitarbeiter der Bild der Frau. Damit könnten nach Angaben der Gewerkschaften „Mitarbeiter ohne Abfindung auf die Straße gesetzt und zum Beispiel nach München verschoben werden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Gewerkschaften. Sie fürchten zudem konkret, dass der Standort der Bild der Frau verlagert wird. Wörtlich: „Nachdem Funke im Süden ‚Donna’ und ‚myself‘ gekauft hat, nun alle Frauentitel, außer Bild der Frau, in München sitzen, herrscht Unsicherheit, ob der Standort gesichert bleibt“.

Auch beim Hamburger Abendblatt fürchten die Gewerkschaften, dass der Personalabbau weitergeht. Hier sei die Zahl der Redaktionsmitglieder von Ende 2014 bis Anfang 2018 von 193 Redaktionsmitgliedern bereits auf 120 verringert worden. „Und der Personalabbau geht ungebremst weiter“, heißt es wörtlich. Zudem seien große Teile des Abendblattes in neue Firmen überführt und dabei „verschlankt“ worden. Die Gewerkschaften sehen weitere Einschnitte auf die Tageszeitung zukommen. „Die nächste Ausgliederung wird geplant: Jetzt soll der Vertrieb in eine GmbH geschoben werden“, schreiben die Gewerkschaften. Zudem sei die Tarifbindung „weg“. Damit gebe es „praktisch keine Gehaltserhöhungen mehr, und Einsteiger beim Abendblatt werden mit 34.000 Euro p.a. ganz bescheiden bezahlt (Tarif wäre 43.400)“, lauten die Vorwürfe von Ver.di und DJV.

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In einem von den Gewerkschaften verbreiteten Flugblatt wird zudem zu einem Rundumschlag über die Arbeitsbedingungen bei der Funke Mediengruppe ausgeholt. Daran wird aufgelistet, dass sich nach dem Verkauf der Hamburger Zeitungen und Zeitschriften von Springer an Funke, die Bedingungen für die Arbeitnehmer verschlechtert hätten. So hätte die Arbeitsverdichtung zugenommen. Auch die Tarifflucht treffe die Belegschaft. Sie würden „von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgehängt”. Zugleich schaffe man ein Mehrklassensystem, da bei Neueinstellungen ein geringeres Gehalt gezahlt werde”, kritisieren die Gewerkschaften. Betroffen von dieser Situation sei vor allem die Hauptredaktion des Hamburger Abendblatts.

Die Gewerkschaften erinnern deshalb daran, dass sich die Konzernspitze „Mitte letzten Jahres auf sogenannte Unternehmenswerte verpflichtet hätte.” Sie lauteten “Resultat, Qualität und Respekt”, schreiben Ver.di und DJV. Die Gewerkschaften fordern deshalb, dass das Rationalisierungsschutzabkommen verlängert wird, die Bild der Frau in Hamburg bleibt und geordnete Betriebsübergänge erfolgen. Ferner sollte der Verlag wieder in den Tarif zurückkehren, um “Lohngerechtigkeit walten zu lassen statt des zur Zeit praktizierten Lohndumpings in den Hamburger Funke-Zeitungen und Zeitschriften“, so die Verdi und DJV.

Ein Sprecher von Funke kontert vehement: “Offenbar werden bewusst Gerüchte gestreut, um Verhandlungen über eine Fortsetzung des Ratioschutzabkommens zu verlangen. Deshalb ganz unmissverständlich: Es gibt keinerlei Pläne für eine Verlagerung der Bild der Frau. Ein Stellenabbau beim Hamburger Abendblatt ist nicht geplant.”

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