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Jahresbilanz der Bauer Media Group: Konzernumsatz lag 2016 bei rund 2,24 Milliarden Euro

Verlegerin Yvonne Bauer will den Verlag attraktiver für neue Mitarbeiter machen
Verlegerin Yvonne Bauer will den Verlag attraktiver für neue Mitarbeiter machen

Bislang gab Yvonne Bauer in den vergangenen Jahren immer eine Pressemitteilung an die Medien, wie sich das Geschäft des vorvergangenen Jahres entwickelt hat. Für 2016 kommunizierte der Verlag Eckdaten der Konzenentwicklung stattdessen zunächst im Interview mit dem Mediendienst Horizont. Details der Geschäftszahlen für 2016 sowie ein Ausblick für 2017 und 2018 finden sich indes im Bundesanzeiger.

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Danach sank im Geschäftsjahr 2016 der Konzernumsatz moderat auf 2,239 Milliarden Euro, ein Jahr zuvor lag er bei 2,295 Milliarden Euro. Bereinigt um Zukäufe dürfte das Minus 2016 aber wohl deutlich höher ausgefallen sein. Denn der Verlag lässt hierzu im jetzt veröffentlichten Konzernbericht verlauten, dass vor allem Akquisitionen in 2015 und 2016 zwar zu höheren Umsätzen im Hörfunksegment in 2016 führten (insbesondere der Erwerb der SBS Discovery Radio-Gruppe in Skandinavien in 2015 sowie der Orion Radio-Gruppe in Großbritannien in 2016) sowie im Digitalsegment. Dies habe jedoch nicht ausgereicht, um die branchenbedingten Auflagen- und Umsatzrückgänge bei den Printmedien im Vertrieb und bei den Anzeigen auszugleichen.

Im Interview mit Horizont hatte Konzern-Geschäftsleiter Jörg Hausendorf den leichten Umsatzrückgang um 2,4 Prozent mit Wechselkurseffekten sowie die Verringerung der Beteiligungen in Russland begründet. In den Folgejahren 2017 und 2018 erwartet das Medienhaus, dass der Konzernumsatz nur durch Zukäufe gehalten werden könne. Wörtlich: „Insgesamt plant die Bauer Media Group in 2017 und 2018 unter Berücksichtigung der realisierten und beabsichtigten Neuakquisitionen mit Umsatzerlösen und operativen Ergebnissen weltweit auf Vorjahresniveau“.

In Deutschland ist Bauer Media mit Titeln wie Bravo, Maxi, Neue Post oder Tina eines der wichtigsten Zeitschriftenhäuser. Fast jeder zweite Bundesbürger liest nach Verlagsangaben Magazine des Unternehmens. Im Inland musste Bauer Media aber 2016 einen Umsatzrückgang im „mittleren einstelligen Prozentbereich“ hinnehmen. Dabei seien die Vertriebserlöse leicht gesunken, während die „Anzeigenerlöse annähernd auf Vorjahresniveau gehalten werden konnten“, heißt es in der Bilanz. Im Digitalgeschäft hingegen seien die Umsätze 2016 leicht gestiegen, dagegen stagnierten die Umsätze im Portalgeschäft der Bauer Xcel Media. Erfreulich entwickelte sich für Bauer das Geschäft in Großbritannien, wo der Verlag Marktführer im Radiogeschäft ist. Hier wuchsen Umsatz und Ertrag zweistellig. Schwieriger sah dagegen 2016 die Lage in Polen aus. Hier gingen der Vertriebs- und Anzeigenumsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurück. Daher trat Bauer auch auf die Kostenbremse: „Durch ein effektives Kostenmanagement konnte der Umsatzerlösrückgang zum großen Teil kompensiert werden, so dass die Bauer Media Group ein operatives Ergebnis stabil auf Vorjahresniveau erzielte“.

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Größtes Sorgenkind war 2016 das Geschäft in Australien. Arg gebeutelt wurde die Verlagsgruppe hier von der stark rückläufigen Entwicklung im Vertriebs- und Anzeigenmarkt. Dem konnte sich das Unternehmen nicht entziehen, heißt es. „Insbesondere in den Segmenten Youth, Men’s Lifestyle und Sport & Leisure sanken die Vertriebserlöse nahezu im zweistelligen Prozentbereich und im Bereich Anzeigen um einen zweistelligen Prozentsatz“, heißt es bei Bauer. Dies könnte das Zeitschriftenhaus nicht durch Einsparungen und Erlöszuwächse im Digitalgeschäft wettmachen, „so dass das operative Ergebnis wie im Vorjahr nicht den Erwartungen entsprochen hat“, heißt es. Konkrete Ertragszahlen wurden hier allerdings nicht genannt. In Australien kehrt der Verlag seit Längerem mit einem harten Besen durch. Das Unternehmen nahm diverse Magazine vom Markt, die keine wirtschaftliche Perspektive mehr boten – darunter Yours, Recipes+ and Homes+. Auch die Führungsspitze wurde hier ausgewechselt. Yvonne Bauer setzte dort ihren bisherigen Neuseeland-Statthalter an die Spitze: Paul Dykzeul.

Zuletzt musste Bauer hier auch vor Gericht eine schwere Schlappe einstecken. Das Unternehmen muss der australischen Hollywood-Schauspielerin Rebel Wilson insgesamt 4,5 Millionen australische Dollar (etwa drei Millionen Euro) Entschädigung zahlen. Damit soll sie einen Ausgleich dafür erhalten, dass ihre Karriere durch Berichte in australischen Bauer-Zeitschriften Schaden genommen haben. Wilson, die in Filmen wie “Pitch Perfect” und “Brautalarm” mitgespielt hatte, erklärte damals, dass ihr wegen der Berichte Rollen in großen Filmprojekten entgangen seien. Bauer legte gegen das Urteil Berufung ein.

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