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Wachsende Analystenskepsis: Hat sich Apple mit dem hochpreisigen iPhone X verzockt?

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Plötzlich kritisch beäugt: Apples neues Smartphone-Flaggschiff iPhone X © Apple

Es klang wie ein Treppenwitz: Da fiebert die Apple-Gemeinde dem iPhone X sehnsüchtig entgegen, dann soll das vermeintliche Kultsmartphone nach einem Dreivierteljahr vom Markt genommen werden, mutmaßte zuletzt Staranalyst Ming-Chi Kuo. Auch wenn das schnelle Ende des iPhone X der Nachfolgegeneration geschuldet sein könnte, schlagen Analysten Alarm: Die Nachfrage nach dem iPhone X scheint zu schnell zu vergehen. Hat sich Apple mit seinem Hochpreis-Smartphone verzockt?


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So schnell kann es gehen: Das vermeintliche Wunder-iPhone, in dessen Erwartung Apple im vergangenen Jahr knapp 300 Milliarden Dollar an der Börse gewann, droht nach nicht einmal drei Monate nach dem Launch für den iKonzern zum Problem zu werden.

Zunächst überraschte am Wochenende die Research-Note von Staranalyst Ming-Chi Kuo, der voraussagt, dass das iPhone X schon bald wieder Geschichte sein und den Sommer nicht überleben könnte. Der Grund: Das hochpreisige Smartphone passt nicht zu Apples Produktstrategie der nächsten iPhone-Generation.

JP Morgan erwartet iPhone X-Absatzeinbruch von 50 Prozent

Vor zwei Tagen überraschte dann JP Morgan dann mit der Prognose, dass Apples iPhone X-Bestellungen bei Auftragsfertigern im laufenden Quartal gegenüber dem Weihnachtsgeschäft um 50 Prozent gesunken seien.

Zwar verkauft Apple im März-Quartal traditionell weniger iPhones als im Dezember-Quartal, in diesem Jahr schien sich das Verhältnis jedoch die Waage zu halten, weil der iKonzern sein sehnlichst erwartetes Kultsmartphone erst am 3. November auf den Markt gebracht und zunächst mit Lieferschwierigkeiten zum Verkaufsstart zu kämpfen hatte.

iPhone X-Hiobsbotschaften mehren sich seit Ende 2017
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Die aufgestaute Nachfrage würde sich mit voller Wucht im ersten Quartal entladen, wenn Apples Produktion sich auf Hochtouren befinde, so die Analystenmeinung Ende vergangenen Jahres. Inzwischen kann das iPhone X in den meisten Apple Stores von einem auf den anderen Tag erworben werden. Doch weniger Käufer als erwartet scheinen eines zu wollen, lassen die drastischen Produktionskürzungen befürchten, die umso überraschender ausfallen, zumal das chinesische Neujahrsfest im Februar den eigentlichen Verkaufshöhepunkt in Asien bildet.

Ausgerechnet aus Fernost mehren sich die Hiobsbotschaften. Bereits Ende vergangenen Jahres hatten erste Berichte von Zulieferern Apple die Weihnachtsstimmung verdorben. Sinolink Securities-Analyst Zhang Bin eröffnete den Auftakt der Anpassungen nach unten, JL Warren Capital folgte. “Die schlechte Nachricht ist, dass die globale  Nachfrage nach dem massiv beworbenen iPhone X ausbleibt”, schrieben die Analysten bereits Ende Dezember, sagten seinerzeit aber noch Absätze im März-Quartal von 25 Millionen Einheiten voraus.

Gerüchte über iPhone X-Einbruch kosten Apple 40 Milliarden Dollar Börsenwert

In den letzten Wochen jedoch scheint die Nachfrage nach dem iPhone X massiv eingebrochen zu sein. KGI Securities-Analyst Ming-Chi Kuo reduzierte seine Absatzschätzungen für das laufende Quartal von 30 auf nur noch 18 Millionen Einheiten.

Die Aktie des wertvollsten Konzerns befindet sich seit der Absatzprognose von JP Morgan im freien Fall. In den vergangenen drei Handelstagen kamen die Anteilsscheine  gegen den Markttrend unter den Hammer und verloren 5 Prozent, während Apple dabei 40 Milliarden Dollar an Börsenwert einbüßte.

Spannung vor Apple-Bilanz

Das Grundproblem wird von allen Analysten unisono benannt: Das iPhone X erscheint mit Preisen bis zu 1149 Dollar bzw. sogar 1320 Euro schlicht zu teuer. Nachdem die Hardcore-Fans bedient wurden, die auch für Schlafanzüge mit dem Apple-Logo einen Premiumpreis bezahlen würden, scheint sich nun eine Nachfragelücke aufzutun, die so früh nach dem Launch eines neuen Flaggschiffmodells längst noch nicht erwartet wurde.

Apple-CEO Tim Cook kann in einer Woche bei Vorlage der Quartalsbilanz und dem Ausblick auf die laufenden Geschäfte mit den Spekulationen aufräumen.

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