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„Verlagshaus in Flammen“: Hubert Burdas ungewöhnliches Kunst-Biografie-Projekt bei Facebook

Biografie bei Facebook: In den “Art News” erzählt Hubert Burda über den Einfluss der Kunst auf sein Leben
Biografie bei Facebook: In den "Art News" erzählt Hubert Burda über den Einfluss der Kunst auf sein Leben

Dass Prominente im fortgeschrittenen Alter eine Biografie verfassen und Zeugnis ablegen von ihrem Leben, ist nichts Ungewöhnliches. Hubert Burda würde in dieses Raster passen und liefert dennoch eine Ausnahme: Der Verleger präsentiert Höhen und Tiefen seiner Karriere in Videos auf Facebook. Inspirieren lässt sich der 77-Jährige dabei von Kunstwerken – und nennt das Projekt folgerichtig "Art News".

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Ausgerechnet Facebook: Die Plattform, die in der Medienbranche derzeit so kritisch beobachtet wird und die so viele Manager angesichts ihrer Werbedominanz und geheimnisvollen Algorithmus-Strategie in ständige Unruhe versetzt, hat Hubert Burda für seine Bewegtbild-Storys in eigener Sache gewählt. Bei der weltgrößten Community hat der Verleger seit Januar 2011 eine eigene Seite, die er zuletzt aber nur noch sporadisch nutzte. Zum Jahreswechsel hat er nun zunächst zwei Videos veröffentlicht, in denen er über seine frühen, wechselvollen Jahre im Verlag berichtet.

Der Content ist verglichen mit sonst üblichen PR-getriebenen Botschaften von Unternehmenslenkern ungewöhnlich: So spricht Burda offen von einer „Schlacht“, die sich im eigenen Hause zugetragen hat. Während er vor einigen Jahrzehnten das Verlagserbe seiner Eltern angetreten hatte und später als alleiniger Vorstandsvorsitzender das Unternehmen zu einem internationalen Konzern formte, waren mehr als nur wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen: Es gab auch massive innerfamiliäre Konflikte.

Hubert Burdas Geschwister Franz junior und Frieder, die ebenfalls im Familiengeschäft eingebunden waren, machten es ihrem Bruder nicht unbedingt leicht – die Rolle des großen Medienunternehmers trauten sie ihm nicht zu. Aus dem schwierigen Verhältnis macht Hubert Burda keinen großen Hehl, er spricht viel und offen darüber, wie er die damalige Zeit erlebt hat – der Druck, es den Anderen selbst in der eigenen Familie zeigen zu müssen und zu wollen, hat den Zeitschriften-Mann fürs Leben geprägt.

Diese Erkenntnis an sich ist nicht neu, aber Burda stellt sie aktuell in den Rahmen eines Projektes, mit dem er vor allem die junge Zielgruppe erreichen will. “Ich bringe meine Biografie zu Facebook”, erzählte Burda, der in drei Wochen 78 Jahre alt wird, am Donnerstagabend am Rande der Geburtstagsfeier des Focus Magazins. Als einer, der die gesellschaftlichen Umbrüche durch das Internet schneller und weitreichender erkannt hat als seine größten Rivalen und der immer noch als digitaler Vordenker gilt, hat dafür seinen Account im sozialen Netzwerk reaktiviert. Dort veröffentlicht er Video-Snippets, in denen er über sein Leben spricht. Dabei unerlässlich: der Einfluss der Kunst.

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Seine digitale Biografie launchte der Verleger als ein Projekt der Zeitschrift Bunte, die er in den 70er Jahren selbst als Chefredakteur zum Society-Magazin formte. Wie er, wollen sich die Bunte (und übrigens auch der Focus) intensiv mit dem Thema Kunst befassen. Der promovierte Kunsthistoriker hat dafür einen eigenwilligen Titel kreiert: Art News.

Was die Idee dahinter ist, zeigt Hubert Burda in seinen Facebook-Videos: Er beschreibt sein Leben in Bezug auf ihm nahestehende Künstler oder deren Werke, die sein Leben geprägt haben und seine biografischen Erfahrungen spiegeln. So erfahren Zuschauer, dass sich Burda auf seinem täglichen Weg ins Büro ein Mahnmal installiert habe. Vor dem Lift im Verlagshaus in München hänge das Werk “House on Fire” (von Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franceso Clemente), das ihn an turbulente Zeiten erinnere. Er habe das Bild zu einem Zeitpunkt gekauft, “in der am meisten von allen Seiten unter Druck stand”, berichtet er.

Burda war in den achtziger Jahren gerade nach München gekommen. Es galt, sich zu beweisen. “Es war nicht leicht eine Redaktion in die Gänge zu kriegen”, erinnert er sich. Wie auf dem Bild habe auch sein Verlagshaus in Flammen gestanden. Trotz schwieriger Zeiten und wohl der ein oder anderen ungemütlichen Erinnerung, verbindet er aber etwas Positives damit: “Es ist schon ein gewisses Glücksgefühl, dass das Haus nicht explodierte.” Von der Resonanz auf sein Facebook-Experiment zeigte sich der Verleger am Rande des Focus-Empfangs im Borchardt begeistert – er habe damit in kurzer Zeit sehr viele Menschen erreicht.

(ms)

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