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#trending: Friederike, Kurz bei Maischberger, Eiskunstlauf und eine schwangere Premierministerin

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Guten Morgen! Ich freue mich ja immer wieder, wenn die Algorithmen, die Werbung auf Websites ausspielen, nicht funktionieren. Recherchiert man zum Beispiel nach einem Produkt, kauft es dann, bekommt man dennoch wochenlang Werbung dazu angezeigt. Die Algorithmen wissen ganz einfach nicht, dass man gekauft hat. Am Donnerstagnachmittag habe ich mir im stationären Handel beispielsweise einen neuen Monitor gekauft - und danach den ganzen Abend lang Google-Werbung mit dem Monitor bekommen. Beruhigend, wenn Technik nicht immer perfekt ist und nicht alles über mich weiß.

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#trending // News & Themen

Friederike war am Donnerstag natürlich auch im Internet das Thema des Tages. Zahlreiche Suchbegriffe zum Sturm fanden sich in den Google-Trends des Tages, ganz vorn die Deutsche Bahn mit mehr als 1 Million Suchen. Zudem sammelten viele Artikel tausende Interaktionen bei Facebook und Twitter ein, u.a. “Warnung vor Orkan – ‘Bleiben Sie unbedingt zu Hause!’” von der Bild mit 3.400 Likes & Co., “Thüringen – Feuerwehrmann von Baum erschlagen“, ebenfalls von Bild mit 3.200, “Schüler müssen nicht zur Schule. Die Bezirksregierung stellt den Eltern frei, ib sie ihre Kinder zur Schule zu schicken” von Ruhr Aktuell mit 3.200, “Feuerwehrmann bei Sturmeinsatz tödlich verunglückt! Bundeswehr muss anrücken!” von wize.life mit 2.900, “Sturm fordert Todesopfer: Feuerwehrmann stirbt” von Thüringen24 mit 2.600, “‘Friederike’ wütet Suhl – Selbst bei Sturm: Gaffer wird gegenüber Einsatzkräften handgreiflich” von Focus Online mit 2.600 und viele mehr.

Die Nummer 1 aller deutschsprachiger Artikel des Tages war aber wieder einmal eine Satire des Postillons: “Deutscher Wetterdienst rät Menschen mit Segelohren, das Haus nicht zu verlassen” sammelte sagenhafte 94.900 Likes, Reactions, Shares, Kommentare, Tweets und Retweets bei Facebook und Twitter ein – kein anderer Artikel einer deutschsprachigen Website war seit November so erfolgreich.

#trending // Social Media

Apropos Friederike und Humor: In den sozialen Netzwerken spielten neben Fotos von Sturmschäden vor allem Gags eine große Rolle. So war der erfolgreichste der über 62.500 “Friederike”-Tweets einer der “heute-show”: “Orkantief #Friederike fegt über Deutschland. Die Regierung ruft dazu auf… ach nee: Gibt ja keine“. Knapp 5.600 Likes und Retweets gab es dafür. Nutzer Herr Alpenheinrich punktete mit einem Foto alter Möbel und dem Text “ProTipp: Jetzt rausstellen! #Friederike nimmt heute alles mit.” Auch Mario Basler war witzig: “Neues aus Hamburg: Jens Todt versucht gerade, Sturm Friederike als Neuzugang zu präsentieren.” Und Tommy Wut war erstaunt: “Jetzt warnt sogar schon der ‘Deutsche Wetterdienst’ vor meiner Ex. #Friederike“.

#trending // Politik

Nun wurde der Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz doch noch zum großen Social-Media-Thema. Der Grund: Kurz`Auftritt in der ARD-Talkshow “Maischberger”. Die Moderatorin erdreistete sich doch tatsächlich, kritische Fragen zu stellen. Dass das nichts anderes als der Job einer Journalistin ist, sehen einige Kurz-Fans fundamental anders. So lauteten einige Facebook-Kommentare zum erfolgreichsten Artikel, dem Focus-Online-Text “Zuschauer wütend: Maischberger blamiert sich mit Fragen an Österreichs Kanzler Kurz” z.B. “Sie hat scheinbar vergessen, wen sie da vor sich hat! So geht man mit dem demokratisch gewählten Bundeskanzler aus Österreich nicht um!”. Oder: “Sich derartig einem, demokratisch gewählten, Staatsoberhaupt gegenüber zu benehmen ist mehr als respektlos und unverschämt.” Oder: “was glaubt eigentlich fr. maischberger wer sie ist ? sie hatte einen bundeskanzler vor sich und keinen ‘irgentwer’ !”

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#trending // Entertainment

Während sich die Sportfans hierzulande eher für Biathlon und Skispringen interessieren, wird das US-Publikum bei den Olympischen Spielen, die am 9. Februar beginnen, wohl vor allem den Eiskunstlauf-Wettbewerben Top-Einschaltquoten bescheren. Ein erneutes Beispiel dafür, wie populär der Sport in den USA ist, war am Donnerstag ein Artikel der Viral-Website FaithTap: In “‘Sound Of Silence’ Begins To Play. In Seconds, Haunting Performance Takes Everyone’s Breath Away” wird eine Kür des französischen Eiskunstlauf-Paares Vanessa James und Morgan Cipres beschrieben. Sagenhafte 350.000 Likes & Co. gab es für den Text auf Facebook und Twitter. Noch erstaunlicher: Die Kür fand schon bei der WM 2017 statt. Im April letzten Jahres.

#trending // Worldwide

In Neuseeland sorgte am Donnerstag die Premierministerin Jacinda Ardern für die Schlagzeile des Tages. Sie tat das aber nicht mit politischen Entscheidungen, sondern mit der Nachricht ihrer Schwangerschaft. In einem Facebook-Post schrieb sie “Clarke and I are really excited that in June our team will expand from two to three, and that we’ll be joining the many parents out there who wear two hats. I’ll be Prime Minister AND a mum, and Clarke will be “first man of fishing” and stay at home dad.” Über 36.000 Likes & Co. gab es dafür innerhalb von drei Stunden. Auch neuseeländische Medien wie 1 Newsnzherald.co.nz und Stuff.co.nz waren erfolgreich mit der Nachricht.

And we thought 2017 was a big year! Clarke and I are really excited that in June our team will expand from two to three,…

Posted by Jacinda Ardern on Donnerstag, 18. Januar 2018

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – “Deutscher Wetterdienst rät Menschen mit Segelohren, das Haus nicht zu verlassen” (94.900 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Tichys Einblick – “Sebastian Kurz bei Maischberger: Der Tag, an dem das Alter sichtbar wurde” (2.100 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Neon – “Ich hol dich hier raus

Google-SuchbegriffDeutsche Bahn(1.000.000+ Suchen)

Wikipedia-Seite18. Januar (27.700 Abrufe)

Youtube-Video: RP ONLINE – “Orkan Friederike: So heftig erleben unsere Nutzer den Sturm

Song (Spotify): Bausa – “Was du Liebe nennst” (321.700 Stream-Abrufe aus Deutschland am Mittwoch)

Musik (Amazon): Mike Singer – “Deja Vu (Limitierte Fanbox)” (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): “Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe (Unmaskierte Filmversion)” (DVD)

Game (Amazon)Nintendo Labo: Toy-Con 01 Multi-Set (Nintendo Switch)

Buch (Amazon): Michael Wolff – “Feuer und Zorn: Im Weißen Haus von Donald Trump” (Gebundene Ausgabe)

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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Mehr Social-Media-Trends und -Themen lesen Sie in meiner nachmittäglichen Kolumne in der Handelsblatt-10-App. Erhältlich für iOS und Android.

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Alle Kommentare

  1. Ihr positiver Kommentar zur Sendung Kurz bei Maischberger bestärkt mich in der Meinung, dass Frau Maischbergers Zielpublikum hauptsächlich die Kollegen sind und nicht die gewöhnlichen Fernsehzuschauer. Bei Letzteren fielen (s. Gästebuch) die Reaktionen deutlich weniger positiv aus.

  2. Lieber Herr Schröder, ich glaube, Sie verwechseln etwas. Kritische Fragen sind etwas anderes als unverschämte Fragen, etwa zu Heirats- oder Nachwuchsplänen. Wenn ein Journalist so etwas eine Frau fragt – momentan geht ja gerade der Fall der neuseeländischen Ministerpräsidentin durch die Medien -, dann schäumen Sie und Ihre Kollegen und schreiben von Sexismus. Die Frage nach dem Studentenausweis und die eine oder andere kommentierende Bemerkung nach Kurz’ Antworten waren auch nicht “kritisch”, sondern schlicht respektlos.

    Im Übrigen wäre es ja mal schön, wenn kritische Fragen auch mal an die Bundeskanzlerin oder die Medienlieblinge von den Grünen gestellt würden. Bezeichnend, dass Frau Maischberger einerseits auf der Vergangenheit von Strache herumreitet, andererseits aber ganz unkritisch jürgen Trittin einlädt, der in seiner Vergangenheit auch eine ganze Menge Dreck am Stecken hatte. Aber da misst man in bestimmten Medienkreisen gerne mit unterschiedlichen Maßstäben.

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