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ARD-Programm für 2018: Das Erste will “reaktionsfähiger” werden und den “Tatort” behutsam weiterentwickeln

Jörg Schöneborn
Jörg Schöneborn

Die ARD will “reaktionsfähiger” werden und mit ihren Dokumentationen schneller auf politische und gesellschaftliche Lagen reagieren. Dazu soll vor allem am Montagabend das Informationsangebot weiter ausgebaut werden. Das kündigte Chefredakteur Rainald Becker am Donnerstagabend bei einer Programm-Vorstellung in Hamburg an. Zudem verrieten die TV-Macher, dass die Dreharbeiten für den nächsten Til Schweiger-”Tatort” nicht vor dem Februar/März 2019 starten könnten.

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Montags um 20.15 Uhr will das Erste sich daher “mit brisanten Dokumentationen relevanten Themen” widmen. Von Fall zu Fall sollen die Stoffe anschließend um 21 Uhr in Frank Plasbergs Diskussionssendung “Hart aber fair” weiterdiskutiert werden. Das trifft jedoch nicht auf jeden Montag zu, denn die Dokumentationen um 20.15 Uhr werden sich mit Naturfilmen und “Checkformaten” abwechseln. Der Programmplatz hat es schwer, weil das ZDF starke Filme und der Privatsender RTL sein Günther-Jauch-Quiz “Wer wird Millionär?” dagegen setzen.

Die ARD kündigte neben der Überarbeitung ihres Montagabends auch eine Reihe neuer Filmproduktionen an. Unter anderem steht in diesem Jahr die Ausstrahlung des Politthrillers “Saat des Terrors” mit Christiane Paul und Heiner Lauterbach über Terrorismus am Hindukusch an. Ebenso ist geplant der Film “Big Manni” mit Hans-Jochen Wagner über einen Finanzmarktbetrüger in Anlehnung an den Fall der Firma Flowtex.

Die Geschichte “Aufbruch ins Ungewisse” ist ein inszeniertes Zukunftsszenario über Flucht und Vertreibung aus Europa. Bereits terminiert (für den 7. und 8. März) ist der Zweiteiler “Gladbeck” über die spektakuläre Flucht zweier Bankräuber mit Geiselnahme im Jahr 1988. Im Programm sind auch eine Society-Satire über den ermordeten Münchner Modezar Rudolph Moshammer (mit Thomas Schmauser) und “Wut”, ein Episoden-Drama um das Schicksal dreier Frauen, die mit dem Überfall auf einen Obdachlosen in Zusammenhang stehen.

Das Serien-Highlight des Jahres wird natürlich “Babylon Berlin” im Herbst. Der Pay-TV-Anbieter Sky, der die Serie mit der ARD gemeinsam in Auftrag gegeben hatte, zeigte die Geschichte bereits im vergangenen Jahr. Die Degeto-Chef versprach allerdings, dass man noch einmal groß die Werbetrommel rühren wolle und auch so noch viele Menschen für den Stoff begeistern könne, die die Erfolgs-Serie noch nicht gesehen hätten.

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Ebenso stehen sechs neue Folgen von “Weissensee” über das Nach-Wende-Berlin an. Für den Dienstagabend sind die Serien-Neustarts “Falk” mit Fritz Karl und “Die Heiland: Wir sind Anwalt” mit Lisa Martinek vorgesehen.

43 neue “Tatort”- und “Polizeiruf 110”-Krimis zeigte das Erste im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr sei eine ähnliche Schlagzahl geplant. Bei der Programm-Vorschau legte der Fernsehfilm-Koordinator der ARD, Jörg Schönenborn noch einmal besonderen Wert auf die Feststellung, dass man beim “Tatort” die Zahl der experimentellen Filme eben nicht auf zwei begrenzt habe, sondern deren Anzahl ganz bewusst bei zwei belasse. Man habe sich also bewusst dafür entschieden, den Umfang wie bisher beizubehalten, obwohl man wisse, dass das Publikum und die Kritiker Experimente beim “Tatort” nicht besonders mögen würden. “Aber wir machen es trotzdem”. Auch der “Tatort” müsse sich immer wandeln, wenn er weiterhin so erfolgreich bleiben wolle.

Zudem äußerten sich die Macher auch zu der Frage, wann mit einem neuen Til Schweiger-”Tatort” zu rechnen sei. Der Kinofilm solle 2018 laufen. Zudem entwickelt man gerade ein neues Buch. Allerdings können die Dreharbeiten wohl nicht vor Februar/März 2019 starten.

Mit Material von dpa

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