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Nachrichtenagenturen fordern Geld von Facebook und Google: “Sie haben keine Journalisten in Syrien”

Neun europäische Nachrichtenagenturen wollen an Umsätzen aus sozialen Netzwerken beteiligt werden
Neun europäische Nachrichtenagenturen wollen an Umsätzen aus sozialen Netzwerken beteiligt werden

Agentur-Allianz gegen Facebook und Google: Neun europäische Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse Agentur (dpa), fordern die Internetunternehmen gemeinsam dazu auf, Geld zu zahlen. In der französischen Tageszeitung Le Monde argumentieren die Medienunternehmen damit, dass sich Facebook und Google an ihren Inhalten bereichere. Die Agenturen schließen sich damit europäischen Verlegern im Kampf um das Leistungsschutzrecht an.

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Ähnlich lautet auch die Argumentation der Agenturen: “Facebook hat sich zu einem der größten Medien der Welt entwickelt”, schreiben sie in ihrem Beitrag für das französische Blatt. Die Internetunternehmen verdienten mit der Einbindung journalistischer Inhalte Geld, ohne die Medien für die Dienstleistung zu entlohnen. “Weder Facebook noch Google haben einen Newsroom. Sie entsenden keine Journalisten nach Syrien, die dort ihr Leben riskieren. Sie betreiben kein Büro in Simbabwe, das Mugabes Flucht recherchiert. Sie haben auch keine Redakteure, die Informationen verifizieren.”

Zu den Unterzeichnern der Forderungen gehören neben der dpa, die AFP, die Britain’s Press Association; die spanische Agentur EFE, Ansa aus Italien sowie die Agenturen TT aus Schweden, die belgische Agentur Bega, die APA aus Österreich und die niederländische ANP.

Frei zugängliche Informationen als große Errungenschaft des Internet zu bezeichnen, halten sie für einen “Mythos”: “Die Öffentlichkeit zu informieren kostet eine Menge Geld”. Es seien Jahre vergangen, ohne dass etwas getan worden sei. Mittlerweile sei die Branche für freie und zuverlässige Nachrichten bedroht, Umsätze der Agenturkunden (und damit auch der Agenturen) würden einbrechen, da Google und Facebook mittlerweile rund 70 Prozent der digitalen Werbeumsätze für sich vereinnahmen würden . “Eine Säule der Demokratie läuft Gefahr, untergraben zu werden.”

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Der Appell an die Tech-Giganten aus Kalifornien soll helfen. Allein die dpa verliere jährlich Erlöse im Umfang einer regionalen Tageszeitung, erklärte Chefredakteur Sven Gösmann jüngst dem Fachmagazin journalist. Mit der Forderung schließen sich die Medienhäuser der Verlagsbranche an, die seit Jahren für ein Leistungsschutzrecht kämpft, das sie an Umsätzen, die beispielsweise Google mit seinem “News”-Angebot generiert, beteiligt. Derzeit befasst sich die EU mit der Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechtes.

 

 

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