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Überteuertes Marketing oder kühne Innovation? Audi schießt Robotermobil lunar quattro zum Mond

Es ist eine Reise von 384.400 Kilometern. Eine Rakete fliegt die Strecke von der Erde zum Mond in vier Tagen. 2019 will Audi zum Mond und dort eine Art fahrenden Roboter absetzen – den lunar Quattro. Die Fachwelt streitet: Ist die Mondfahrt der Ingolstädter (Marken-Claim: „Vorsprung durch Technik“) ein teures und beifallheischendes Unterfangen aus der Abteilung Marketinggag – oder eine Revolution?

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Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben: Der Autokonzern Audi arbeitet an einem Mondlandung-Projekt und will schon 2019 ein eigens entwickeltes, solarbetriebenes Landfahrzeug in Ultra-Leichtbautechnik zum Mond schießen – 50 Jahre nach der Apollo-Mission. Dort angekommen soll das roboterähnliche Gerät scharfes HD-Bildmaterial zur Erde schicken. Zusammen mit den PTScientists („Part-Time Scientists“) um den Wissenschaftler Robert Böhme arbeitet Audi nun daran, den Mond als möglichen zukünftigen Lebensraum für die Menschheit zu erforschen.
Audi will mehr über den Erdtrabanten erfahren. Eine zentrale Rolle bei dieser spektakulären Mission spielt der Audi lunar quattro – angetrieben mit einem Allradantrieb und der legendären Quattro-Technologie des Autobauers.

Die Mondlandung

Der lunar Quattro

Diese Konstruktion wird in den nächsten Jahren so perfektioniert, dass der leistungsfähige, solargespeiste e-tron Motor einige tausende Kilometer zurücklegen kann und sich trotz der extremen Bedingungen seiner Umwelt flexibel bewegt. Denn der Boden mit dem feinsandigen Regolith-Gestein ist 120 Grad Celsius heiß. Dazu stahlt von oben die Sonne mit einer Energie von 1.400 Watt pro Quadratmeter herab. Die Umgebungstemperatur des Weltraumes beträgt minus 270 Grad Celsius. Dafür wurde eigens eine Sonnensimulationskammer von Audi gebaut, welche die Temperaturen auf dem Mond simuliert. All diese Gegebenheiten müssen im Vorfeld getestet werden, damit die Batterien des Audi Lunar Quattro den Bedingungen standhalten kann.
Mit Rückschläge muss Audi rechnen, denn auch Elon Musk arbeitet mit Hochdruck an der Monderkundung. Doch für Audi geht es „um die größte Triebkraft von allen – den Pioniergeist“. Das Projekt soll auch den Beweis führen, dass die Technik des Autoherstellers auch unter extremen Bedingungen funktioniert. Die Ingenieure müssen sich indes sputen und Extraschichten einlegen: Der IT-Gigant Google hat den Wettlauf zum Mond ausgeschrieben, bis zum 31. Dezember 2017 müssen die Bewerbungen abgegeben werden. Bislang haben 16 Unternehmen angekündigt, sich an Googles „Lunar Xprize“ zu beteiligen. Zu den technischen Rafinessen des Audi-Mondmobils gehören Leichtbauteile, die mittels eines 3-Druckers hergestellt werden – im Erfolgsfall soll dieses Fertigungsverfahren auch im irdischen Fahrzeugbau Einzug halten.
https://www.youtube.com/watch?list=PLPN4zHt0uiK9EEC3oQB8D3kThnXTcTFf_&v=4hNa8uiNdR8

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