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Razzia bei DuMont: Bundeskartellamt ermittelt wegen Verdachts auf Wettbewerbsabsprachen

Wegen des Verdachts auf Wettbewerbsabsprachen: Das Bundeskartellamt ist bei DuMont eingerückt
Wegen des Verdachts auf Wettbewerbsabsprachen: Das Bundeskartellamt ist bei DuMont eingerückt

Beim Kölner Verlagshaus DuMont kam es am vergangenen Dienstag zu einer Hausdurchsuchung durch Fahnder des Bundeskartellamtes. Hintergrund der Ermittlungen ist offenbar der Verdacht auf unzulässige Wettbewerbsabsprachen mit dem Verlag des Bonner Generalanzeigers. Darüber hat der DuMont-Vorstand seine Mitarbeiter im Intranet informiert. Ob die Beamten fündig geworden sind, ist bislang unklar.

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In der Memo an die Mitarbeiter, die MEEDIA vorliegt, erklärt der Vorstand und dem Vorsitzenden Christoph Bauer weiter, dass es zur Durchsuchung “einiger” Räume gekommen ist. “Es wird untersucht, ob es zwischen der Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser (Bonner General Anzeiger) und M. DuMont Schauberg (Express, Kölner Stadt-Anzeiger) eventuell unzulässige Absprachen gegeben hat und diese gegebenenfalls umgesetzt wurden”, heißt es darin. Der Sachverhalt geht nach Unternehmensangaben auf das Jahr 2000 zurück.

Über die Durchsuchungen hatte Werben & Verkaufen zuerst berichtet. Demnach stünden die Ermittlungen “im Zusammenhang mit der späteren Überkreuzbeteiligung zwischen den Verlagshäusern”. Nach MEEDIA-Informationen könnte es sich um Vertriebs- und Gebietsabsprachen gehandelt haben. Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass damals sogar ziemlich offen über solche Absprachen geredet worden sei.

Nach Angaben des Vorstandes könnten die Ermittlungen nach einer Selbstanzeige des General Anzeigers eingeleitet worden sein. “Dem Vernehmen nach befindet sich die Verlagsanstalt Neusser in Verhandlungen zur Veräußerung des Unternehmens”, heißt es im Intrantet. DuMont war seit 2005 in das Bonner Verlagshaus investiert und hielt 18 Prozent daran. Die Beteiligung wurde allerdings zu Beginn dieses Jahres veräußert. Auch die Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser ist nicht mehr an DuMont beteiligt.

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Man habe den Behörden seine Kooperation zugesagt, wolle sich aufgrund der laufenden Ermittlungen aber nicht weiter zum Vorfall äußern, schreibt der Vorstand weiter. “Wir versichern Ihnen, dass wir alles unternehmen, um den Sachverhalt aufzuklären und Schaden vom Unternehmen abzuwenden.”

Für die DuMont Mediengruppe ist innerhalb eines kürzeren Zeitraumes die zweite Auseinandersetzungen mit Behörden. Im Jahr 2015 wurde bekannt, dass Zollbehörde und Staatsanwaltschaft gegen das Kölner Unternehmen ermitteln. Dabei ging es um den Verdacht der Hinterziehung von Sozialbeiträgen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern weiter an. Nach Informationen von MEEDIA ist unterdessen die Deutsche Rentenversicherung dabei, Ansprüche auf Nachzahlungen zu überprüfen und zusammenzurechnen. Die Ermittlungen waren damals in Gang gekommen, nachdem sich einige Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter mit einer Liste von mehr als 100 möglicherweise scheinselbstständig Beschäftigten an die Rentenversicherung gewandt hatten.

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