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TV-Kollegen vor laufender Kamera überrumpelt: Lauda hört nach 22 Jahren als Formel-1-Experte von RTL auf

Ex-Weltmeister Niki Lauda, seit 1995 Formel-1-Experte, beendet seine TV-Tätigkeit zum Saisonende

Niki Lauda hat nach dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi seinen Abschied als TV-Experte bei RTL verkündet. „Ich habe eine persönliche Entscheidung getroffen, und zwar, dass ich nicht mehr RTL-Experte sein werde“, sagte der dreimalige Weltmeister. Danach zog der 68-Jährige seine markante rote Kappe vom Kopf, als Dank an die TV-Zuschauer. Unklar ist indes, ob RTL in der Formel 1 künftig zum Zuge kommt.

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Lauda war bereits seit 1995 Formel-1-Experte für RTL, hatte sein Engagement aber zuletzt schon heruntergeschraubt. Der Einsatz des dreimaligen Weltmeisters war in der Medienszene über längere Zeit auch kritisch gesehen worden, weil der Österreicher seit 2012 als Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Rennstalls selbst wieder im Formel-1-Business mitmischt – mit Blick auf seine Rolle als TV-Experte eine offenkundige Interessenkollision. Offenbar waren Laudas RTL-Kollegen in dessen Vorhaben, seinen Abgang live im Fernsehen anzukündigen, nicht eingeweiht. Kommentator Florian König reagierte verdutzt und emotional.
Ob RTL weiter und in welchem Rahmen die Motorsportkönigsklasse übertragen kann, ist derzeit fraglich. Der Vertrag des Privatsenders, der seit Mitte 1991 jeden Grand Prix live im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt hat, läuft nun aus. Auch der Pay-TV-Sender Sky verhandelt derzeit mit der neuen Formel-1-Führung über ein neues Rechtepaket. Eine Entscheidung über die Vergabe der Sendelizenzen für die kommende Saison soll offenbar zeitnah bis Mitte Dezember fallen, berichtet Autobild Motorsport.
Demnach verlaute aus Insiderkreisen, dass das Angebot von Sky aus Sicht des Vermarkters Liberty deutlich zu niedrig sei, um für einen Zuschlag in Frage zu kommen. Angeblich ist Eurosport aus dem Discovery-Konzern aktuell Favorit für die Pay-TV-Lizenz in Deutschland. Auch RTL, so heißt es, habe gute Karten, auch 2018 Rennen im Free TV zu übertragen. Allerdings steht noch im Raum, dass Liberty lediglich die Hälfte der 20 Saisonrennen an den Privatsender vergeben will. Die Kölner lehnen das ab und wollen die Zahl nun auf dem Verhandlungsweg deutlich erhöhen. Die Chancen stehen nicht schlecht: Denn offenbar ist RTL im Free TV der einzige deutsche Bieter, da ARD und ZDF wohl bereits im Vorfeld abgewunken haben.
Mit Material von dpa

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