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Angriff aus Asien: Wie sich deutsche Medienhäuser gegen die neue Tech-Konkurrenz wappnen

Burda-Vorstand Stefan Winners auf den DLD. In Hamburg sprach er diesmal beim VDZ-Tech-Summit
Burda-Vorstand Stefan Winners auf den DLD. In Hamburg sprach er diesmal beim VDZ-Tech-Summit Picture Alliance für DLD

Für deutsche Medienfirmen wird es eng. Der Grund: zunehmend drängen asiatische Web-Giganten wie Alibaba und das chinesische Facebook-Pendant Tencent auf den deutschen Digitalmarkt. Sie verschärfen den Wettbewerb im Webgeschäft massiv, der bislang von Google, Facebook & Co. bestimmt wird. Die Folge: mittelständische Verlage können nur überleben, wenn sie sich im Digitalen radikal auf Nischen konzentrieren, meint Burda Digital-Vorstand Stefan Winners.

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Stefan Winners gilt als öffentlichkeitsscheu. Selten hält der Digital-Vorstand des Medienhauses Hubert Burda Vorträge vor einem großen Publikum. Auf dem VDZ Tech Summit in Hamburg macht er eine Ausnahme. Hier malt der Manager allerdings ein düsteres Bild von der weiteren Zukunft des deutschen Verlagsindustrie. Der Tenor: mittelständische Unternehmen, die keine Nische finden und besetzen, würden Opfer der rasch zunehmenden Konzentration.

Der Grund: der Wettbewerb im Webgeschäft werde sich in den nächsten Jahren hierzulande massiv verschärfen. Schuld daran seien nicht allein die US-Tech-Riesen Google, Facebook, Amazon & Co. Zusätzliche Konkurrenten sieht Winners aus Asien am Horizont auftauchen. So drängten zwei bis drei Digitalriesen aus China nach Deutschland – darunter seien Tech-Konzerne wie Tencent und Alibaba. Als Grund hierfür sieht er, dass in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Chinesen nach Europa reisten. Asiatische Unternehmen stünden daher in den Startlöchern. Sie bauten hierzulande neue Dienstleistungen auf – beispielsweise Bezahl-Apps. Erst jüngst wurde bekannt, dass Alibaba seinen mobilen Bezahldienst Alipay breitflächig ausrollt, nämlich an den Ladenkassen der Drogeriekette Rossmann. Bislang hat Alibaba die eigenen Landsleute in Deutschland im Visier, die auf ihren Reisen nach Europa gerne Kosmetik und Pflegeprodukte kaufen. Schnell könnten aber auch deutsche Konsumenten den Dienst nutzen.

Das jedoch ist nicht das einzige Problem. Im Vergleich zu amerikanischen und asiatischen Tech-Konzernen fielen deutsche Medienunternehmen kaum ins Gewicht – dazu zähle er auch seinen Arbeitgeber Hubert Burda, der im Digitalgeschäft mit 6.000 Mitarbeitern rund 1,5 Milliarden Euro umsetzt. Zwar weise der Unternehmensbereich ein starkes Wachstum auf. So habe das Münchener Medienhaus in diesem Jahr bereits im September das Gesamtergebnis des Vorjahres erzielt, hieß es. Und auch viele einzelne Bereiche würden überproportional wachsen. Allein das Karriere-Netzwerk Xing verbuche in diesem Jahr eine Zuwachsrate von 27 Prozent und das E-Commerce-Unternehmen Cyberport von 25 Prozent, erklärte er.

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Dennoch resümiert Winners selbstkritisch. Gemessen an den Umsätzen, die Giganten aus USA und Asien erzielen, betreiben wir ein vergleichsweise kleines Geschäft: „Es ist Kleinmist, was wir machen“. An der Börse seien allein die fünf Tech-Riesen aus dem Silicon Valley aktuell mit mehr als 3,3 Billionen Dollar bewertet. Auch Internetgiganten wie Tencent gewinnen immer schneller an Gewicht. Heute wurde bekannt, dass das Unternehmen an der Börse in Hongkong erstmals mehr wert ist als Facebook. So trieb am Dienstag der Aktienkurs die Marktkapitalisierung der Gesellschaft auf einen neuen Höchststand von mehr als 522 Milliarden Dollar. Facebook kam zuletzt auf einen Börsenwert von rund 519 Milliarden Dollar.

Wollen sich deutsche Medienunternehmen in diesem Marktumfeld weiter behaupten, bleibt ihnen nur eine Chance. Sie müssen sich im Digitalgeschäft radikal auf eine Nische oder wenige Themen konzentrieren, wenn sie langfristig überleben wollen. Dabei müsse man beim Aufbau neuer digitaler Geschäftsfelder – so profan es klingt – ausschließlich Top-Manager einkaufen und um Berater und Banker einen großen Bogen machen. Diese Strategie verfolge Burda und sei damit erfolgreich.

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