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Zur Wahrheit gezwungen? Peter Maffay und der Spiegel streiten bei Facebook und bald vor Gericht

Peter Maffay streitet mit dem Spiegel über den Artikel "Peterchens Irrfahrt"

Peter Maffay befindet sich in einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Spiegel, die auch öffentlich ausgetragen wird. Auf seiner Facebook-Seite teilt Maffay mit, dass er „eine eigentlich renommierte Zeitschrift gerichtlich zur Wahrheit“ gezwungen habe. Gemeint ist eine Einstweilige Verfügung, die einen Spiegel-Artikel über Maffays soziales Engagement auf Mallorca betrifft. Der Spiegel kontert, dass er die EV nicht akzeptiert und ein Gerichtsverfahren anstrebt.

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Der Streit dreht sich um den Artikel „Peterchens Irrfahrt“ aus dem Spiegel Nummer 30/2017 (Titelstory: „Das Kartell“). In dem Text setzen sich die Spiegel-Autoren Alexander Kühn und Jörg Schmitt kritisch mit Maffays Stiftung und deren Engagement auf Mallorca auseinander. Der Sänger betreibt seit Jahren auf der Balearen-Insel eine Finca mit Bioladen, die er traumatisierten Kindern zur Verfügung stellt. Laut dem Spiegel-Artikel sei das Gelände vor Ort teilweise verwahrlost, es gebe zahlreich Zerwürfnisse mit ehemaligen Mitarbeitern.
Maffay selbst wollte zu der Sache offenbar nicht mit dem Spiegel sprechen, stattdessen bemühte er nach der Veröffentlichung seine Anwälte. Vor dem Landgericht Köln erwirkten diese eine Einstweilige Verfügung, die dem Spiegel untersagt, einige Passagen aus dem Text weiter zu verbreiten. Maffay selbst machte dies auf seiner Facebook-Seite öffentlich und griff dabei auch den Spiegel-Claim „Keine Angst vor der Wahrheit auf: „Es ist bedauerlich, dass es nötig ist, eine eigentlich renommierte Zeitschrift gerichtlich zur Wahrheit zu zwingen. Das Landgericht Köln hat eine Einstweilige Verfügung gegen den Spiegel erlassen und dem Magazin verboten, die Vorwürfe, Unterstellungen und Anschuldigen gegen uns und die Arbeit unserer Stiftung aufrecht zu erhalten oder zu wiederholen. Der Spiegel hat den Artikel inzwischen vollständig aus dem Internet gelöscht.“

Der Spiegel will das nicht auf sich sitzen lassen und reagierte seinerseits mit einer Erklärung bei Facebook. Darin heißt es direkt an Peter Maffay gerichtet u.a.: „Das Landgericht Köln hat eine einstweilige Verfügung gegen uns erlassen. Das bedeutet, dass wir manche Passagen aus unserem Text bis auf Weiteres nicht wiederholen dürfen. Was wahr ist und was nicht, haben die Kölner Richter aber noch nicht abschließend entschieden. Darum geht es auch nicht bei einer einstweiligen Verfügung.“ Leider habe das Kölner Gericht die Entscheidung getroffen, ohne den Spiegel zur Sache anzuhören. Der Verlag wolle die Verfügung aber nicht akzeptieren und strebe daher ein Gerichtsverfahren an.

Den umstrittenen Text hat der Spiegel zwischenzeitlich – bereinigt um die beanstandeten Passagen – zur freien Verfügung online gestellt, damit sich jeder ein Bild machen kann. Vorher war der Text nur im Print-Spiegel und für Digital-Abonnenten zugänglich. Ob Peter Maffay schon einmal etwas von dem Streisand-Effekt gehört hat?

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