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Falsche Aussagen über “Tatmesser”: Staatsanwaltschaft Mannheim gibt Unterlassungserklärung im Fall Kachelmann ab

Setzt sich weiter zur Wehr: Wetter-Experte Jörg Kachelmann
Setzt sich weiter zur Wehr: Wetter-Experte Jörg Kachelmann

Jörg Kachelmann hat in der zivilrechtlichen Aufarbeitung seines Strafprozesses in den Jahren 2010 und 2011 einen weiteren Erfolg erzielt. Gegenüber dem Wetter-Experten hat ausgerechnet die Staatsanwaltschaft Mannheim eine Unterlassungserklärung abgegeben. Mit dieser verpflichtet sie sich, bestimmte belastende Äußerungen aus die damaligen Ermittlungen gegen Kachelmann nicht mehr zu wiederholen.

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Kachelmann war gegen eine Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Mannheim vorgegangen, die sie im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen den Wetterexperten aufgesetzt hatte und die in der RTL-Sendung “Stern TV” wiedergegeben worden war. In dieser behaupteten die Ermittler, dass an einem Tatmesser DNA-Spuren von Jörg Kachelmann gefunden worden seien.

Kachelmann wurde 2010 wegen des Verdachts der Vergewaltigung angeklagt, nach einem turbulenten Prozess aber freigesprochen. Das Tatmesser spielte in den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle. Die Behauptung der Anklagevertreter hinsichtlich der DNA-Spuren entsprach nicht den forensischen Erkenntnissen – tatsächlich konnten die Spuren an dem Messer von den Medizinsachverständigen dem Angeklagten nicht zugeordnet werden.

Mittlerweile hat Kachelmann am Oberlandesgericht in Frankfurt feststellen lassen, dass das angebliche Opfer – seine Ex-Geliebte – ihn bewusst falsch angezeigt hatte. Kachelmann saß 130 Tage in Untersuchungshaft. Nun wird gegen die Ex-Geliebte wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung ermittelt. Geleitet werden die Untersuchungen ebenfalls von der Mannheimer Staatsanwaltschaft.

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Wie Kachelmann-Anwalt Florian Heinze am Donnerstag bekannt gab, hat diese nun selbst ein Fehlverhalten eingeräumt und bezüglich ihrer Äußerung über das Tatmesser eine Unterlassungserklärung abgegeben. Demnach darf sie ihre Aussagen nicht wiederholen. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa hat ein Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs in Baden-Württemberg dies bestätigt. Dort wurde die Unterlassungsklage (Az. 1 S 191/17) zuletzt verhandelt. Die Einigung fand letztlich auf Hinweis der dortigen Richter außergerichtlich statt.

Mit Material der dpa

 

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Alle Kommentare

  1. Ist schon beeindruckend wie der Mann dran bleibt. Auch wenn ihn sein genereller Umgang mit Frauen – diese Infos waren wohl nicht falsch – diskreditiert hat, ist es doch interessant, dass Staatsanwälte zu Kreuze kriechen müssen. Wenn wir sowas mal mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen schrecklichen Hierarchie-Strukturen (nur eine Handvoll Entscheider oder Chancengeber…massive Frauendiskriminierung bei Film und Serie durch massive Männer-Buddy-Strukturen trotz vieler MitarbeiterINNEN, Null Kontrolle außer KEF – alles genau so wie bei den aktuellen Vorwürfen an die Autoindustrie ) hin bekämen… das wäre was. Leider lassen sich die Frauen extrem viel gefallen ohne richtig aufzumucken. Die PolitikerInnen labern sich eins – haben keine Kenntnis über diese riesige Film-Branche… und tun nix… nix.. nix….

  2. Sicher, überall wo Menschen arbeiten, werden auch Fehler gemacht. Aber so simple Blödheiten mit so weitreichenden Folgen – 130 Tage Knast wegen einer rachsüchtigen Ex und einer Staatsanwaltschaft, die ihr wohl ganz gern Glauben geschenkt hat …

    Man macht sich so seine Gedanken, ob da mit angemessener Sorgfalt recherchiert und abgewogen wird. Und ob die Justiz in Deutschland schon erfolgreich kaputtgespart wurde.

    1. Fehler? Mangelnde Sorgfalt? Kaputtgespart?
      NEIN! Wenn eine Staatsanwalt über JAHRE hinweg eine Falschbehauptung (DNA-Spuren an dem „Tat“Messer) BEWUSST aufrecht hält, dann ist da Böswilligkeit im Spiel, und zwar gegen ideologiegesteuerte Feindbilder, die ja hinreichend bekannt sind: Weiß, männlich, gehobenes Einkommen.

  3. Respekt, Herr Kachelmann.

    Da ist womöglich durch die Befreiung der Frau , ausgelöst ua. durch von der Pille begünstigte Verhaltensänderungen, gesellschaftlich so einiges in Bewegung gekommen. Die Rationalität hat eine neue Qualität erreicht.

    Diese einmal entkorkte Flasche der Geschlechterbeziehung läßt sich nun nicht wieder verschließen und erfaßt sämtliche Bereiche menschlichen Denkens und Handelns.

    Freiheit also allen Frauen sowie jenen, die einem inneren Drang verspüren, sich diesem Gedanken anzuschließen.

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