Anzeige

Schorndorfer-Fake-Mob: dpa korrigiert ihre Berichterstattung und bedauert die Missverständnisse

dpa-Chefredakteur Sven Gösmann

Die Vorgänge am vergangenen Wochenende in der baden-württembergischen Kleinstadt Schorndorf haben ein großes Medienecho hervorgerufen. Die dpa machte wegen eines Missverständnisses aus 1.000 jungen Leuten, die sich versammelten, 1.000 junge Leute, die angeblich randalierten. In der Folge wurde der Fall in einigen Medien und im Social Web zum Flüchtlingsmob aufgebauscht, der an die Kölner Silvesternacht erinnere. Nun hat die dpa den Fehler bedauert und ihre Berichterstattung korrigiert.

Anzeige

Auslöser war eine missverständlich formulierte Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Aalen, das diverse Vorfälle im Umfeld des Volksfestes von Schorndorf vom Wochenende in einer einzigen Pressemitteilung so zusammenfasste, dass der Eindruck entstehen konnte, die Fälle hingen zeitlich und örtlich zusammen. Drei Afghanen sollen eine junge Frau sexuell belästigt haben, ein weiterer Übergriff soll schon am Freitag durch einen Iraker begangen worden sein. Außerdem gab es Flaschenwürfe und einzelne Sachbeschädigungen. Die Polizei schrieb, dass sich während des Festes 1.000 junge Leute versammelt hatten. Die dpa verstand dies falsch und schrieb, dass 1.000 junge Leute randaliert hätten. Dies wurde von Medien und im Social Web vielfach aufgegriffen und teils alarmistisch weitergedreht.

In ihrem Basisdienst hat die dpa die Berichterstattung nun korrigiert.

Am Mittwochabend, 19. Juli, berichtete dpa in mehreren Beiträgen im Landesdienst für Baden-Württemberg und im bundesweiten Basisdienst zudem, die Polizei habe ihre Zahlen in einer vorläufigen Bilanz zu den Vorkommnissen rund um das Volksfest korrigiert. Doch auch das ist falsch. Die Polizei hat ihre Angaben lediglich konkretisiert, nicht aber korrigiert. In der Korrektur der dpa heißt es nun: „So blieb die Polizei auch in dieser Pressemitteilung dabei, es hätten sich rund 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene versammelt. Etwa 100 hätten versucht, die Einsatzkräfte körperlich anzugehen. Dabei sei es auch zu ‚massiven Flaschenwürfen‘ gekommen.“ 

Am Ende der Korrektur heißt es in einem redaktionellen Hinweis, die Fehler und Missverständnisse würden bedauert. Die Abläufe rund um die Berichterstattung sollen intern aufgearbeitet werden.

Anzeige