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„Es geht um mehr als nur um Motoren“: VW wirbt vor Klagewelle nach Abgas-Affäre in Zeitungen um Vertrauen

Noch hat Volkswagen seine Abgas-Affäre nicht gänzlich überstanden. Nach wichtigen juristischen Einigungen und Milliarden-Zahlungen in den USA droht allerdings hierzulande noch eine Klagewelle. Wie ernst die Wolfsburger die Lage einschätzen, zeigt sich daran, dass der Konzern am heutigen Freitag in den überregionalen Zeitungen ganzseitige Anzeigen schaltete, in denen er um Vertrauen wirbt. Kernaussage: „Jeder einzelne Kunde ist uns wichtig.“

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Die Anzeigen, die ohne Foto daherkommen und nur auf einen Text und ein kleines VW-Logo setzen, wurden beispielsweise in der Bild auf Seite fünf, in der FAZ auf Seite 23 oder in der Süddeutschen Zeitung auf Seite fünf platziert.

Unter der Überschrift „Jeder einzelne Kunde ist uns wichtig“ heißt es:

Bei dem Diesel-Rückruf geht es uns um viel mehr als nur um Motoren. Uns geht es um jeden einzelnen Kunden. Darum haben wir bis heute Hunderttausende Volkswagen bereits erfolgreich umgerüstet. Aber nicht nur das: Wir haben entwickelt, getestet und geprüft. Jede der von uns entwickelten technischen Lösungen wurde vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nach strengen Tests freigegeben. Das heißt: Ab jetzt können wir jeden betroffenen Dieselmotor in Deutschland überarbeiten.

Zudem bedanken sich die Wolfsburger in den Text bei ihren Kunden für deren „Geduld und Loyalität zu unserer Marke“. Die Anzeige endet mit dem Versprechen: „Wir werden auch in Zukunft weiter rund um die Uhr daran arbeiten, Ihr Vertrauen in die Marke Volkswagen wiederherzustellen. Und wir sind erst zu 100 % zufrieden, wenn unsere Kunden mit Volkswagen wieder zu 100 % zufrieden sind. Denn jeder einzelne Kunde ist uns wichtig.“

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Interessant ist der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Schalten der Anzeige und der Ankündigung des Rechtsdienstleisters My-Right. Dieser hatte am gestrigen Donnerstag bekannt gegeben, am 3. Januar im Namen einer ganzen Reihe von Betroffener beim Landgericht Braunschweig eine Schadenersatzklage einreichen zu wollen. Es sei die erste Klage dieser Art in Deutschland. Wie das Handelsblatt berichtet, sei es das Ziel von My-Right, die Anerkennung „grundlegender deutscher und europäischer Verbraucherrechte“ im Abgas-Skandal zu erreichen.

So können Betroffene seit Monaten auf der Webseite my-Right.de mögliche Ansprüche wegen eines Wertverlusts ihres Fahrzeuges geltend machen und an den Rechtsdienstleister abtreten. Die anfallenden Prozesskosten übernimmt My-Right. Dafür verlangt das Unternehmen eine Erfolgsprovision von 35 Prozent.

Eine Online-Version der Volkswagen-Anzeigen ist auf der Facebook-Seite des Konzerns bereits seit dem 21. Dezember online. Die Reaktionen auf sie sind überwiegend positiv. So sammelte das Posting über 1.700 Reaktionen, von denen nur 30 als wütende markiert waren. 169 Nutzer mussten dagegen lachen.

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