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“Hitler”-Serie: RTL gibt Eigenproduktion den Laufpass – UFA Fiction hält weiter an Projekt fest

RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann (l.) hat sich von der “Hitler”-Serie verabschiedet – die UFA Fiction-Chefs Benedict (M.) und Kosack halten weiter daran fest
RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann (l.) hat sich von der "Hitler"-Serie verabschiedet – die UFA Fiction-Chefs Benedict (M.) und Kosack halten weiter daran fest

Die Zusammenarbeit von RTL und UFA Fiction ist eine Erfolgsgeschichte – zuletzt räumte man gemeinsam mit der Spionage-Serie "Deutschland 83" bei den International Emmy-Awards ab. Nun das: Die Serien-Eigenproduktion über die jungen Jahre Adolf Hitlers wird auf Eis gelegt. Zumindest von RTL, bislang Ko-Produzent des umstrittenen Stoffes – während UFA Fiction das Projekt "ohne jeden Abstrich mit gleicher Energie" weiterverfolgen will.

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“Wir haben immer viele fiktionale Stoffe gleichzeitig in der Entwicklung. Erst sind wir auf der Autobahn unterwegs, irgendwann nehmen wir dann die Abfahrt, konkretisieren und verdichten – und verabschieden uns schließlich von dem einen oder anderen Projekt.”, so RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (kostenpflichtig). “Wir haben aktuell sechs neue Dramaserien in der Pilotierung, denn unser Bedarf an eigenen, exklusiven Serien ist groß. Von der Hitler-Serie haben wir uns aber verabschiedet.”

Ein Abschied, der vor allem für die Produktionsfirma UFA Fiction bitter sein dürfte: Hinter der vierteiligen Mini-Serie “Hitler” (AT) über die jungen Jahre Adolf Hitlers, die in weiten Teilen auf Thomas Webers Biographie “Hitlers erster Krieg” basiert, steht eine Qualitätsmannschaft. Der umstrittene Stoff wurde von Niki Stein (“Rommel”) und Hark Bohm (“Nordsee ist Mordsee”) geschrieben, die UFA-Fiction-Geschäftsführer Joachim Kosack und Benjamin Benedict fungieren als Produzenten – rund 20 Millionen Euro soll das Serien-Projekt kosten, das bereits im vergangenen Jahr an den französischen Fernsehsender TF1 verkauft wurde. Und obendrein lange auf der Kippe stand: „Es ist eine Riesenverantwortung, dieses Projekt aus Deutschland heraus zu machen. Da mache ich moralisch noch ein, zwei Fragezeichen.“, sagte UFA-Geschäftsführer Nico Hofmann gegenüber Blickpunkt Film. Jede der Folgen beleuchtet ein Kapitel in der Geschichte von Hitlers Aufstieg: vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg.

Warum nun die Rolle rückwärts? “Wir glauben nur, dass wir innerhalb unserer Programmstrategie anderen Projekten den Vortritt lassen sollten”, so Hoffmann weiter, “Serien, die die Interessen unserer Zuschauer und die des Senders noch besser auf einen Nenner bringen.” Dennoch halte er das Drehbuch für hervorragend und würde sich “sehr freuen, wenn irgendwo anders etwas daraus entsteht.”

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Und das wird es offenbar auch. “Die Produzenten der UFA Fiction respektieren die Entscheidung von RTL ausdrücklich, halten allerdings an der Fortsetzung ihrer Bemühungen um die Produktion einer vierteiligen Serie zu Adolf Hitler fest”, kommentieren nun Kosack und Benedict die Absage in einer Mitteilung. Man sei “nach wie vor von der Wichtigkeit, Notwendigkeit und Qualität sehr überzeugt”. Und wird “die Produktion nun verstärkt in einer internationalen Koproduktion aufbauen und auch gezielt Dienstleister großer internationaler Plattformen ansprechen. Das Projekt wird von unserer Seite ohne jeden Abstrich mit gleicher Energie weiterverfolgt.”

Die Vermutung, dass Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video mit “Dienstleister großer internationaler Plattformen” gemeint sind, liegt nahe – immerhin setzt Amazon bereits die RTL-Serie und UFA-Produktion “Deutschland 83” in seinem VoD-Angebot fort. Eine Anfrage von MEEDIA wurde bisher noch nicht beantwortet (s. Update unten). Dafür dürfte ziemlich sicher sein, dass die RTL-Absage nun erneut für Verzögerungen in der Produktion sorgen dürfte.

Update, 29.12., 12.40 Uhr: Auf Nachfrage von MEEDIA schließt UFA Fiction “keine Konstellation aus”, so eine Sprecherin. Damit seien sowohl Streaming-Dienste als auch Free- oder Pay-TV-Sender gemeint – man könne sich auch eine “flexiblerere Finanzierung” à la “Babylon Berlin”, das von Sky und ARD finanziert wird, vorstellen. Die RTL-Absage habe keine nennenswerten Auswirkungen auf die aktuelle Produktion. Das Casting habe bereits begonnen, die Dreharbeiten hingegen noch nicht. Wann “Hitler” (AT) letztlich starten wird, ist daher noch unklar.

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