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#Breitscheidplatz: Wie der Twitter-Kanal der Polizei Berlin zur wichtigsten Informationsquelle wurde

In der Nacht zu Dienstag wurde der Twitter-Account der Polizei Berlin zur wichtigsten Anlaufstelle für Informationen
In der Nacht zu Dienstag wurde der Twitter-Account der Polizei Berlin zur wichtigsten Anlaufstelle für Informationen

In den Stunden nach dem mutmaßlichen Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin wird die Polizei zur wichtigsten Anlaufstelle für Informationen. Neben regelmäßigen Updates durch Pressesprecher vor Ort, nutzte die Polizei Berlin auch die Kommunikationskanäle der sozialen Medien, um verifizierte Informationen zu verbreiten und Spekulationen einzudämmen – mit Erfolg.

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Es war 20.41 Uhr als die Nachricht, das ein Lastkraftwagen in den Weihnachtsmarkt rund um die Gedächtniskirche raste, bekannt wurde. An die Öffentlichkeit gelang die Information nicht über die klassischen Medien, sondern den Kurznachrichtendienst Twitter. Absender war das Kommunikationsteam der Polizei Berlin, das mit seiner ersten Nachricht deutlich machte, wo in dieser Nacht zuverlässige Informationen abzuholen sind.

Direkt mit der ersten 140-Zeichen-Nachricht etablierte die Polizei den Hashtag #Breitscheidplatz, um mit den Tweets auch jene Nutzer zu erreichen, die die Polizei nicht gezielt ansteuerten, sondern allgemein bei Twitter nach Informationen suchten. Die Strategie ging auf. Innerhalb weniger Stunden kletterten die Followerzahlen der beiden Accounts @PolizeiBerlin und @PolizeiBerlin_E um tausende Nutzer. Allein der Hauptaccount legte um mehr als 40.000 Follower zu. Die Kommunikation bei Twitter funktionierte sogar so gut, dass die Tweets zum festen Teil der Berichterstattung in den laufenden Sondersendungen wurden, weil die telefonischen Leitungen kontinuierlich belegt waren, wie u.a. immer wieder in den “Tagesthemen” betont wurde.

Vieles der Polizeiarbeit erinnert an das Vorgehen der Kommunikations-Kommissare aus dem Polizeipräsidium München, die im Juli dieses Jahres nach einem Amoklauf in einem Einkaufszentrum exzellente Arbeit leisteten. Auch die Polizei Berlin nutzte vor allem Twitter, um immer wieder aktuelle Ermittlungs- und Erkenntnisstände genauso durchzugeben wie Hinweise an die Öffentlichkeit, den Breitscheidplatz bitte nicht aus Schaulustigkeit aufzusuchen. Darüber hinaus baten die Ermittler, keine Gerüchte oder  Videoaufnahmen, die unter Umständen Opfer oder andere Zivilisten zeigten, im Netz zu verbreiten. Dieser Aufruf richtete sich nicht zuletzt auch an Berichterstatter. Zuvor sorgte die Berliner Morgenpost für Kritik, weil einer ihrer Reporter für einen Livestream auch Opfer filmte.

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Entsprechend kommunizierten die Ermittler auch Hotlines oder digitale Anlaufstellen, bei denen sich Zeugen (mit Videomaterial) melden können, oder dankten anliegenden Gewerbetreibenden für die Unterstützung vor Ort. Immer wieder twitterte das Einsatztteam auch auf Englisch.

Die Parallelen zur Kommunikationsstrategie der Polizei München dürften nicht zufällig entstanden sein. Nachdem das Team der Bayern nach dem Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum bundesweit von sich Reden machte und außerordentlich gelobt worden war, dürften sich Kollegen intensiv damit beschäftigt haben. Genauso wie sich Einsatzkräfte vor Ort auf Situationen wie diese in Berlin und München vorbereiten, setzen sich auch Kommunikationsstrategen mit dem Ernstfall auseinander.

Darüber hinaus dürften die Sprecher aus München auch am Montagabend beratend zur Seite gestanden haben. Dies legt zumindest ein Statement des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) nahe. Gegenüber der Welt teilte er mit: “Die Münchner Polizei, die ja große Erfahrungen bei der Kommunikation über Twitter und ähnliche Netzwerke hat, wurde von Berlin um Unterstützung gebeten. Wir machen das selbstverständlich, es wurde gerade zwischen den zuständigen Behörden vereinbart.” Details dieser Zusammenarbeit sind bislang nicht bekannt.

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Alle Kommentare

  1. Toll, daß die Polizei in Berlin bis zu 140 Zeichen beherrscht, aber eine polizeiliche Information für alle Berliner geht doch mit Radio erheblich besser. Denn wer außer Oma hat denn nachdem es passiert ist, noch Angst davor daß es passieren wird. Und ich schenke meiner Oma zu Weihnachten ein “EI-Brett” und versuche dann zu erklären weshalb die Tweets nur 140 Zeichen haben können. Sozusagen moderne Technik. Die Empfänger einer “Sprachnachricht” müssen nicht einmal das ABC beherrschen. Ist das nicht zeitgemäßer?

    Nun zum Wichtigen: Guten Morgen Detuschland! Wer in den Krieg zieht oder es ermöglicht durch Hilfe irgendwelcher Art (Marker setzen für die USA im Irak durch die Bundeswehr) damit die Bomber wissen wo Bagdad und nicht Jerusalem ist, oder die Verbündeten der IS (USA, GB und SaudiArabien sowie die Türkei) logistisch untersützt darf sich nicht wundern wenn der Krieg zum Mittäter nach Hause kommt. Also aufhören zu jammern und die Kriegstreiber in die Verantwortung ziehen.

  2. Nun zum Wichtigen: wer Land nur noch im Sinne von “Steuereinzugsgebiet” versteht und keine Grenzen mehr hat bzw. diese nicht gegen massenhafte Einwanderung beschützt, wird noch viel mehr von dieser Medizin zu schmecken kriegen. Und auch Hilfe muß Grenzen haben – im Interesse des Helfers – im Interesse der bereits Geretteten. Wer eine andere Ansicht hat, lebt in einer postfaktischen Welt.

  3. Weihnachten das Fest der Freude und Fröhlichkrit trägt in diesem Jahr den Trauerflor. Wir sind in Gedanken bei den Toden, den Schwerverletzten und ihren Familien, bei allen Berlinern. Den Polizisten für ihr souveränes Handeln, den Helfern, allen die vorort waren, dank, danke. Wir halten zusammen, wir sind ein Volk. Wir umarmen Euch ! K+H

  4. Mir tun die Polizisten und alle Menschen leid, die unter dieser scheinbar unverbesserlichen Politik zu leiden haben. Rainer Wendt sagts doch deutlich genug in seinem Buch “Deutschland in Gefahr”. Welche Polizeipatroullie könnte schon erkennen wenn der Attentäter munter unter einer Burka durch sie spazieren würde….

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