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Protest mit den Mitteln der Gegenseite: Gefeuerte T-Online-Redakteure schalten Google-Anzeigen zu Ströer-Suchbegriff

Sieht sich einer Protestaktion seiner Mitarbeiter ausgesetzt: Ströer-Chef Udo Müller
Sieht sich einer Protestaktion seiner Mitarbeiter ausgesetzt: Ströer-Chef Udo Müller

Wenn es um Werbung und Advertising-Strategien geht, macht dem Außenwerber und Digitalvermarkter Ströer so schnell keiner was vor. Jetzt haben die gekündigten Mitarbeiter von T-Online eine höchst kreative Methode gefunden, gegen den Stellenabbau in Darmstadt zu protestieren. Sie schalteten einfach Google-Anzeigen für ihr Anliegen. Zu sehen war die Protest-Anzeige bei der Eingabe des Suchbegriffes „Ströer Aktie“.

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Damit treffen die Protestler den Konzern an einer empfindlichen Stelle. Seit den harten Attacken des US-Hedgefonds Muddy Waters auf den Aktienkurs des Unternehmens stehen die Ströer-Papiere besonders im Fokus.

„Wir wollen auf unsere Situation aufmerksam machen“, zitiert eine Pressemitteilung zur Aktion einen der Betroffenen, „denn Ströer hat uns vor einem Jahr noch eine rosige Zukunft versprochen. Dem entgegen plant die Werbefirma ein Jahr nach dem Kauf, 108 Redakteure vor die Tür zu setzen.“ Einige der betroffenen Mitarbeiter würden seit mehr als 15 Jahren für das Portal T-Online.de arbeiten und hätten es groß gezogen.

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Nach den Ströer-Plänen müssen alle Beschäftigten des Web-Portals T-Online.de gehen. Das komplette Angebot zieht nach Berlin in einen neuen Newsroom. In der Hauptstadt soll auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern eine der modernsten Nachrichten-Redaktionen des Landes entstehen. Der Fokus der neuen Zentrale soll dabei auf einer multimedialen und effizienten Arbeitsweise liegen. So ist geplant, alle Inhalte sowohl für Special-Interest-Content-Portale wie giga.de, kino.de und erdbeerlounge.de in Berlin zu produzieren, als auch der allgemeine Newsbereich von T-Online.de soll an der Spree angesiedelt werden. Gegen diese Form der Stellenstreichungen protestieren die Betroffenen bereits seit Wochen.

Nicht ohne einen gehässigen Unterton heißt es weiter in der Erklärung der Aktion: „Auch wenn das Schalten der Google-Kampagne keine Auswirkung auf die ohnehin schon strauchelnde Ströer-Aktie haben wird (Nov. ’15: 61,50 € / Nov. ’16: 36,35 €), werden sich womöglich einige potentielle Anleger oder Bewerber über das, was Google ihnen als Suchergebnis anzeigt, wundern. Doch sowohl auf SEO- als auch auf das SM-Know-How scheint Ströer leichtfertig verzichten zu wollen.“

Am gestrigen Montag soll die Werbung sehr häufig unter dem entsprechenden Suchbegriff zu sehen gewesen sein. Am Dienstagmorgen erschien sie dann nicht mehr. Allerdings soll das Budget noch nicht aufgebraucht sein. Es ist also möglich, dass die kritische Werbung noch ein paar Tage immer wieder zu sehen ist.

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