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“Uns wackeln immer noch die Ohren” – Autoren des vielfach geteilten “Bombe”-Textes üben sich in Selbstkritik

Erklärt der Magazin-Artikel über Cambridge Analytica den Wahlerfolg Trumps? Eher nicht
Erklärt der Magazin-Artikel über Cambridge Analytica den Wahlerfolg Trumps? Eher nicht

Vor einigen Tagen sorgte ein Artikel der Schweizer Zeitschrift Das Magazin (gehört zum Tages-Anzeiger) im Social Web für mächtig Furore: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“ beschrieb den Einfluss einer Daten-Analysefirma auf den Wahlerfolg Donald Trumps. Der Text wurde nicht nur vielfach geteilt, sondern auch vielfach kritisiert. Nun geben die Autoren Hannes Grassegger und Mikael Krogerus ihren Kritikern recht.

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Im Text ging es um die angebliche Einflussnahme einer Big-Data Firma namens Cambridge Analytica auf die zurückliegende US-Wahl. Der Text schürt Ängste vor vermeintlich allwissenden Algorithmen, unterschlägt Gegenargumente und bauscht die angebliche Macht der Daten-Analysten zu sehr auf. In einem Beitrag für den Schweizer Tages-Anzeiger reflektieren die Autoren des “Bombe-“Textes nun noch einmal ihre Intention. Dabei zeigen sie sich dabei selbstkritisch:

Beim Erzählen dieser Geschichte haben wir uns dann zu sehr in Bann schlagen lassen von den unglaublichen Verwicklungen. Beim Versuch, die technischen Elemente verständlich und spannend zu vermitteln, haben wir teilweise überspitzt formuliert. Wir hätten unsere Recherche-Ergebnisse stärker hinterfragen müssen. Dann wären notwendige Relativierungen im Text verblieben – etwa die Bauchlandungen der Firma Cambridge Analytica und ihre kontrovers eingeschätzte Rolle in der Brexit- und Cruz-Kampagne.

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Von der Wucht der Reaktionen auf ihren Text, zeigen sich die Autoren selbst überrascht: “Uns wackeln immer noch die Ohren, so laut war der Knall, der auf unseren Artikel ‘Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt‘ folgte.” Dabei hätten sie gar keine “spektakulären Enthüllungen” im Sinn gehabt, sondern: “Wir dachten, wir beschreiben ein Wahlkampfverfahren und wie Technologie und Psychologie auf Facebook und Politik treffen.”

Die Autoren hoffen, dass der Text und seine Kritik der Anstoß zu einer wichtigen Debatte sein kann.Dass die Autoren die Kritik derart offen annehmen, ist vorbildlich.

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Alle Kommentare

  1. Je aufgeregter Journalisten vor Fake-News warnen – umso weniger recherchieren sie und fallen selbst leichtgläubig auf Fakes oder Übertreibungen rein.

    Hauptsache, die absurde Story passt zur aktuellen “Mischung”.

    Daher Respekt, dass die Schweizer Kollegen jetzt zur Selbstkritik fähig sind. Mal sehen, wer von den Abschreiberlingen ebenfalls dazu willig ist.

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