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Projekt Schmalbart: Digital-Berater Kappes plant Breitbart-Watch für Deutschland

Christoph Kappes will einem deutschen Breitbart mit Schmalbart Paroli bieten

Breitbart.com ist jene rechtsextreme US-amerikanische Website, die Donald Trump im Wahlkampf massiv unterstützt hat. Der frühere Breitbart-Chef Stephen Bannon wurde sogar von Trump zum Wahlkampfmanager und nun zum Strategieberater gemacht. Die Website hatte angekündigt, nach der US-Wahl auch nach Deutschland expandieren zu wollen. Schon vor dem Start formiert sich im Netz der Widerstand. Mit Projekt Schmalbart.

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Dahinter steckt der Internet-Berater und Publizist Christoph Kappes. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Beratungs-Agentur Fructus und war einer der Gründer der heutigen Agentur Pixelpark Hamburg. In seinem Blog sucht Kappes nun Mitstreiter für ein Projekt „Schmalbart“. Ein Online-Projekt, das er selbst als „Breitbart-Watch“ bezeichnet. „Das Nachrichten- und Meinungsangebot „Breitbart News Network“, das in den USA wesentlich zu Trumps Wahlerfolg beigetragen hat, hat mit dem Aufbau eines Deutschland-Ablegers begonnen. Dessen Start kann in Deutschland einen politischen Erdrutsch auslösen“, schreibt Kappes auf seiner Website.

„Schmalbart“ soll dabei kein klassisches Watchblog werden (wie etwa das Bildblog als Watchblog für die Bild-Zeitung und Bild.de begonnen hat). Kappes: „Das Angebot muss sich an ganz normale Bürger richten. Einfache Sprache ist Pflicht, Jargon ist zu vermeiden. Texte müssen so abgeschichtet sein, dass man auch ohne Vertiefung lesen kann.“ Zudem müsse ein „Arroganz-Verbot“ gelten. Polarisierung erzeuge zwar Reichweite, verstärke aber die weitere Spaltung der Gesellschaft. „Schmalbart“ müsse sich im Ton zügeln und Herablassung vermeiden.

Noch unklar sei, ob Schmalbart eine Website werden wird oder vielleicht auch nur eine Facebook-Seite. „Schmalbart ist überall“, so Kappes. Ihm schwebt vor, zumindest eine bezahlte Teilzeit-Redaktion für das Projekt aufzubauen. Dabei soll „Schmalbart“ aber unkommerziell und nicht gewinnorientiert arbeiten.

Der aktuelle Breitbart-Chefredakteur in den USA, Alex Marlow, hatte der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber angekündigt, dass Breitbart nach der US-Wahl seine internationale Expansion vorantreiben will. Konkret geplant sind Ableger in Deutschland und Frankreich. Es würden bereits Gespräche mit Journalisten geführt. Dabei ist es laut Reuters das Ziel von Breitbart, rechtspopulistischen Politikern in den jeweiligen Ländern zu Ämtern zu verhelfen. Einen konkreten Starttermin oder wer für Breitbart in Deutschland arbeiten wird, ist aber noch nicht bekannt.

Falls Breitbart noch ein Weilchen braucht, hat sich Kappes für „Schmalbart“ schon mal ein alternatives Beobachtungsobjekt ausgesucht. Am 1. Februar 2017 soll ein „Schmalbart“-Testbetrieb starten. Und den verschwörungstheoretisch angehauchten Kopp Verlag unter die Lupe nehmen.

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