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Krumme Tour mit der „Raupen-Ente“: Wie etliche Medien auf PR-Gag des Tiroler Touristenverbands reinfielen

Eine Pistenraupe sollte nach Seefeld geliefert werden – statt in Tirol landete sie in Schleswig-Holstein

Ein Lastwagen mit einer Pistenraupe soll sich in der vergangenen Woche verfahren die Lieferung nach Seefeld im hohen Norden Deutschlands statt nach Seefeld in Tirol geliefert haben. Zahlreiche Medien berichteten über die Irrfahrt und müssen sich nun anhören, auf eine PR-Aktion des Tourismusverbandes reingefallen zu sein – eine von den Fremdenverkehrswerbern absichtlich inszenierte „Ente“.

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In Seefeld bei Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein dürften die Anwohner in der vergangenen Woche nicht schlecht gestaunt haben. Durch das beschauliche Örtchen kroch ein mit einer Schneeraupe beladener LKW. Ein Passant schoss ein Foto und sendete es als „Leserreporter“ an die Bild-Zeitung. Die dortige Geschichte lautete: „Fahrer karrt Schneeraupe ins falsche Seefeld.“ Denn das Gefährt soll für einen gleichnamigen Ort in Tirol bestimmt gewesen sein.

Die Geschichte machte die Runde: Zahlreiche weitere Medien griffen die Irrfahrt auf, mit der Übernahme durch die dpa landete die Story in vielen weiteren Nachrichtentickern. Ärgerlich. Was nach einer skurrilen Witzgeschichte klang, scheint nämlich nichts anderes als ein PR-Stunt des Tiroler Tourismusverbandes zu sein, wie der Norddeutsche Rundfunk nachrecherchiert hat. „Wir wollten eigentlich nur einen netten Film für Facebook produzieren“, erklärte der Tourismuschef gegenüber dem Sender. Ein Filmteam wurde laut Berichterstattung allerdings offenbar nicht gesehen. Der Fahrer soll aber ein Ansteckmikrofon getragen haben.

Dass die Geschichte bundesweit in den Medien landet, war offenbar nicht vorgesehen. „Wir waren erschrocken, dass es trotz offensichtlicher Fehler bei so vielen Medien geklappt hat“, so der Tourismussprecher. Doch als sich Journalisten meldeten, um sich der Geschichte zu vergewissern, sahen weder Verband noch Spediteur die Notwendigkeit, für Aufklärung zu sorgen. Sie ließen die PR-Aktion zur Ente werden und steuerten sogar noch Zitate bei. So erklärte ein „Sprecher“ der Spedition – der eigentlich Leiter der PR-Agentur SR1 ist – gegenüber der Bild-Zeitung, dass man den Fahrer trotz des „Fehlers“ nicht kündigen wolle. Kritische Nachfragen, die es gegeben haben soll, seien unbeantwortet geblieben, so der Tourismussprecher gegenüber dem NDR. Auch einen Nachdreher ließ man zu, als die Raupe im richtigen Seefeld angekommen war.

Die Konsequenz: Mittlerweile haben viele Medien ihre Berichterstattung widerrufen. FAZ und Spiegel Online haben ihre Berichte gelöscht. Lediglich der Artikel der Bild (die auch im Print berichtet hatte) ist noch verfügbar. In Seefeld im Tirol bereut man die Aktion mittlerweile. „Das machen wir nicht noch einmal“, heißt es dort.

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