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“Ich möchte den Clintons nicht wehtun”: Die wichtigsten Aussagen von Donald Trump aus dem New York Times-Interview

US-Präsident Donald Trump (M.) im Interview mit der New York Times
US-Präsident Donald Trump (M.) im Interview mit der New York Times

Donald Trump lief bei seinem publizistischen Lieblingsfeind auf - der New York Times. Im Wahlkampf wollte der designierte US-Präsident die Zeitung noch verklagen; gestern hat er einen Interview-Termin erst abgesagt – um ihn schließlich wieder zuzusagen. Ähnlich ambivalent hat sich Trump auch im Gespräch mit dem Blatt präsentiert. MEEDIA fasst seine wichtigsten Aussagen zusammen.

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Ich bin sehr dankbar für das Gespräch und habe großen Respekt vor der New York Times. (…) Ich finde, ich wurde ziemlich hart angefasst. Und es ist wohl bekannt, dass ich unfair behandelt wurde. Damit will ich mich nicht nur über die Times beschweren. Ich würde sagen, die Times war am gröbsten. (…) Ich habe großen Respekt für die Times – und möchte, dass es auch bald andersherum so ist.

Trump auf die Frage, ob er eingangs etwas sagen möchte. Für den Kontext: Trump wollte während des Wahlkampfs die Zeitung sogar verklagen, fühlte sich unfair behandelt.

Wir geben unser Bestes, um die besten Leute  zu bekommen. Nicht Leute in erster Linie, die politisch korrekt sind, weil das bisher nicht funktioniert hat. (…) Manche kennt man, manche nicht, aber sie sind auf ihrem Gebiet die besten.

…über seinen Führungstab.

Ich möchte den Clintons nicht wehtun. (…) Sie (Hillary Clinton, Anm. d. Red.) hat viel durchgemacht. Und hat auf vielen Ebenen gelitten. (…) Wir müssen den Fokus auf das Land richten und nach vorne schauen.

…Trump auf die Frage, ob er – wie im Wahlkampf angekündigt – gegen Hillary Clinton wegen Ihrer “E-Mail-Affäre” ermitteln lässt.

Ich bin dem aufgeschlossen. Wir werden uns das genau ansehen. (…) Ich werde mich in vielen Dingen schlau machen, die diese Sache angeht und diese sehr genau prüfen. (…) Saubere Luft ist wichtig für die Gesundheit. Wasser, kristallklares Wasser ist sehr wichtig für die Gesundheit. Sicherheit ist sehr wichtig für die Gesundheit.

…über den Klima-Wandel, den Trump im Wahlkampf mehrfach abgestritten hat.

Ich glaube schon, dass da irgendwie eine Verbindung besteht. Es fragt sich nur, wie sehr. Es kommt auch darauf an, wie viel es unsere Industrie kosten wird. Sie müssen verstehen, dass unsere Industrie nicht mehr wettbewerbsfähig mit der anderer Nationen ist.

…auf die Frage, ob Trump eine Verbindung zwischen dem Klima-Wandel und dem Menschen sieht.

Mein Unternehmen ist mir egal. Meine Kinder führen es. (…) Klar, es könnte sein, dass meine Hotels nun – aus psychologischen Gründen – ausgebucht sind. Die Marke ist nun vielleicht noch mehr wert als vorher. Aber dafür kann ich nichts und es ist mir auch egal. (…) Das einzige, was nun für mich zählt, ist, dass ich unser Land führe.

… auf die Frage, ob Trump durch seine Präsidentschaft in einen Interessenkonflikt gerät, besitzt er doch zahlreiche Unternehmen und Hotels.

Ich kenne Steve Bannon seit langem. Wenn ich gedacht hätte, er sei ein Rassist oder Alt-Right, dann hätte ich nicht mal darüber nachgedacht ihn einzustellen.

…zur Kritik an seinem Chef-Strategen, Steve Bannon. Bannon wird als “Rassist”, “Anti-Semit” und “Held der Alt-Right” (eine rechtsextreme Bewegung in den USA) bezeichnet.

Breitbart ist anders. Breitbart berichtet über Dinge – die New York Times berichtet auch über Dinge. Ich könnte sagen, dass Arthur (NYT-Herausgeber Arthur Ochs Sulzberger Jr., Anm. d. Red.) zu den Alt-Right gehört, weil er über die Alt-Right berichtet. (…) Aber Breitbart ist zu einer recht erfolgreichen Nachrichten-Organisation geworden, die viele Leser hat und sowohl über rechts als auch links berichtet. (…) Ich finde, dass er (Bannon, Anm. d. Red.) zur Zeit unfair behandelt wird.

…über Bannons Nachrichtenseite Breitbart.com.

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Paul Ryan liebt mich, Mitch McConell liebt mich, es ist erstaunlich, wie Gewinnen die Verhältnisse verändern kann. Ich schätze Chuck Schumer schon seit langem.

über die Mehrheitsführer der US-Republikaner und den Anführer der Demokraten im Senat.

Wir werden im großen Stil Jobs nach Amerika zurückholen. Ich habe schon mit vielen Unternehmen gesprochen und habe ihnen gesagt, dass sie ihre Unternehmen nicht in andere Länder verlagern sollen. Es wird ihnen nicht möglich sein und ihre Produkte werden sie auch nicht mehr an uns verkaufen können.

…wie Trump US-Unternehmen davon abhalten will, ihre Produktion in andere Länder zu verlegen.

Wir werden Firmen einen großen Anteil an Steuern erlassen (…) Wir müssen uns von Regulation lossagen, Regulation macht das unmöglich. Egal ob du liberal oder konservativ bist, ich könnte dir die aktuellen Regulationen zeigen und jeder würde mir zustimmen, dass diese lächerlich sind. Es muss heißen: frei-für-alle. Zur Zeit können Unternehmen nicht durchstarten, größer werden.

…über Steuerkürzungen für US-Unternehmen.

Ich hatte ein tolles Gespräch mit Barack Obama. Ich habe ihn vorher nie getroffen. (…) Die Chemie hat gestimmt. (…) Ich wusste nicht, ob ich ihn mögen würde. Ich dachte wahrscheinlich, eher nicht – aber ich mag ihn. Ich habe unser Gespräch sehr genossen.

…wie Trump das erste Gespräch mit US-Präsident Obama empfunden hat.

Ich würde mich gerne mit Russland verstehen und ich glaube Russland würde sich auch gerne mit uns verstehen. (…) Ich glaube fest daran, dass wenn wir mit Russland gut auskommen, es etwas Positives ist.

…über sein Verhältnis zu Putin und Russland.

Ich wäre gern derjenige, der Frieden zwischen Israel und Palästinensern schafft. Das wäre eine große Errungenschaft, weil es vorher niemandem gelungen ist.

…zum Nahostkonflikt.

Ich glaube, Sie werden zufrieden sein.

…über die Pressefreiheit. Trump hatte durch die Blume gesagt, diese einschränken zu wollen.

 

Die komplette Abschrift des Interviews mit Donald Trump hat die New York Times auf ihrer Website (frei zugänglich) veröffentlicht.  

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