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So will Mark Zuckerberg Facebooks Fake News-Problem beheben

Facebook reagiert auf die bald in Kraft tretende DSGVO
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Allerspätestens seit das Phänomen der Fake News auf Facebook sogar den US-Präsidenten beschäftigt, hat Facebook ein ernsthaftes Problem. Entsprechend proaktiv versucht Konzernchef Mark Zuckerberg nun gegenzusteuern: Gestern äußerte er sich zum Umgang mit gefälschten Nachrichten, die Facebook künftig verstärkt eindämmen will. Dazu kündigt Zuckerberg eine Reihe von Maßnahmen an: Von Warnhinweisen bis zu besseren technischen Systemen, die eine Fake News bereits im Vorfeld enttarnen würde.

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Wenn sich selbst der US-Präsident beschwert, schlägt die Stunde der Krisenkommunikatoren. Um der immer größeren Kritik an Facebook wegen der Verbreitung von Fake News zu begegnen, die die US-Wahl entschieden haben könnten, hat Mark Zuckerberg am Wochenende einen Post veröffentlicht.

Der 32-Jährige tut darin, was gute Krisenkommunikatoren tun: Das Problem als solches ernst nehmen, proaktiv Verbesserungsvorschläge in Aussicht stellen, in der Umsetzung jedoch vage bleiben.

“Wir müssen vorsichtig sein, um niemanden zu entmutigen”

“Die Probleme sind komplex, sowohl aus technischer als auch aus philosophischer Sicht”, schreibt Zuckerberg.  “Wir müssen vorsichtig sein, um niemanden zu entmutigen, seine Meinung kundzutun oder fälschlicherweise die Verbreitung richtiger Inhalte  einzuschränken”, gibt der Facebook-Chef zu bedenken.

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Dann gibt Zuckerberg jedoch einen Ausblick, wie das weltgrößte soziale Netzwerk dem Fake News-Problem Herr zu werden versucht. Einerseits will Facebook in Zukunft bessere “technische Systeme” anbieten, die gefälschte Nachrichten erkennen würden, andererseits das Melden einer Fake News vereinfachen.

Die interessanteste Neuerung könnten deutliche Warnhinweise auf Fake News mittels eines Labels sein, das beim Lesen oder Teilen einer potenziell gefälschten Nachricht erscheint, wenn ausreichend Mitglieder darauf hingewiesen haben.

“Wir wollen selbst nicht der Schlichter der Wahrheit sein”

Und auch von Journalisten wolle Facebook plötzlich mehr lernen, schreibt Zuckerberg: “Wir werden auch weiterhin mit Journalisten und anderen aus der Nachrichtenbranche zusammenarbeiten, um ihre Faktenüberprüfungssysteme besser zu verstehen und daraus zu lernen”, erklärte der Facebook-Gründer.

Gleichzeitig stellte Zuckerberg klar, dass das Social Network am Ende nicht beurteilen wolle, welche News ein fake sei und welche nicht: “Wir wollen selbst nicht der Schlichter der Wahrheit sein, sondern uns auf unsere Gemeinschaft und vertraute Dritte verlassen” , erklärte der Facebook-CEO. In anderen Worten: Das Vorgehen gegen Fake News bleibt vage.

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Alle Kommentare

    1. Yepp – und nicht nur das! Bei der bisherigen “Sorgfalt”, die FB gegenüber Veröffentlichungen an den Tag gelegt hat, ist es doch ein leichtes, eine – sagen wir mal, mir unliebsame Meldung – dem “technischen System” diese als Fake zu melden.

      Dieses technische System wird dann gaaanz gewiss in der Lage sein zu durchschauen, dass ich es mit meiner Fakeanzeige nur zu manipulieren versuche, gelle?!?

      So werden Phänomänen wie Filterblasen, Fakenews, Manipulation etc. Tür und Tor nur noch weiter geöffnet. Nichts gegen Technik – aber die teils unreflektierte Technikgläubigkeit, diese Verkennung, menschliche Fähigkeiten beliebig mal eben durch Algorithmen ersetzen zu können – oder besser, eigene ökonomische Interessen mit dieser nur vorgeblichen Möglichkeit zu tarnen, um sich aus der Verantwortung zu mogeln, wird die Probleme weiter anwachsen lassen.

      Von der Masse der User dürfte dagegen keine Lösung zu erwarten sein – wie schon die klassischen Medien und der Umgang mit ihnen gezeigt hat.

  1. FB will nicht Schlichter sein bedeutet: Problem nicht gelöst.
    Wenn genug Mitglieder eine News als Fake melden, wird sie als Fake gelabelt Bedeutet: wenn sich gewisse Interessengruppen verabreden (so wie heute schon), können diese unbequeme News sofort als Fake markieren lassen. Fazit: Problem der Wahrheitsfindung nicht gelöst, dafür ein zusätzliches Instrument zur Behinderung der News-Verbreitung hinzugefügt.

  2. jetzt entsteht der Krieg der Bots. Maschinen werden gegen Maschinen schreiben und sich gegenseitig der Falschmeldung bezichtigen. Endlich erhält FB einen Sinn und wird spannend.

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