Anzeige

„Der Sieg des Horrorclowns“: Die deutschen Medienstimmen zum Trump-Triumph

Beim Blick in die Kommentarspalten der deutschen Leit-Medien kann einem Angst und Bange werden. Nach dem Sieg von Donald Trump schreibt Stefan Kornelius auf Süddeutsche.de von einer „Epochalen Zäsur, wie sie die Vereinigten Staaten seit Menschengedenken nicht erlebt haben“. Die taz sieht den „Sieg des Horrorclowns“ und Spiegel Online den „Sieg des Zerstörers“.

Anzeige

Für Stefan Kornelius von der Süddeutschen ist der Trump-Triumph nichts anderes, als „eine epochale Zäsur, wie sie die Vereinigten Staaten seit Menschengedenken nicht erlebt haben“. Seine Begründung: „Donald Trump wird Präsident des Landes, die beiden Kammern des Kongresses werden von den Republikanern beherrscht, und die Vakanzen des Supreme Court werden nun von der konservativen Mehrheit in ihrem Sinne besetzt.“. Für Kornelius ist die Machtverschiebung in den USA „umfassend und vollkommen“. So seien die drei Säulen der Nation, die Exekutive, die Legislative und die Judikative, „in der Hand einer radikalen und unberechenbaren Partei und eines Präsidenten, den man wohlwollend noch als skurril bezeichnen kann. Viel wahrscheinlicher ist, dass Trump gefährlich ist für die USA und die Welt. Die Demokraten sind vernichtend geschlagen. Das Land und die Welt stehen vor einer neuen Zeitrechnung.“

Bei Spiegel Online kommt Roland Nelles zu dem Schluss: „Was der Welt, was Amerika deshalb jetzt droht, ist eine gefährliche Phase der Instabilität: Donald Trump will Amerika wieder „great“, großartig, machen. Glaubt man seinen Ankündigungen, will er dabei rücksichtslos vorgehen: Er will elf Millionen mexikanische Migranten aus dem Land werfen, sämtliche wichtige Handelsabkommen neu verhandeln und wichtige Verbündete wie Deutschland für den militärischen Schutz durch die USA zur Kasse bitten. Das wird viel Streit auslösen, neue Konflikte heraufbeschwören, neue Krisen auslösen.“

Bernd Pickert analysiert in der taz: „Weltweit werden sich jetzt die neuen alten Rechten ermutigt fühlen. Die Auswirkungen dieser Wahlnacht sind noch gar nicht abzusehen. Donald Trumps Siegesrede spricht – wie alle Siegesreden in Wahlnächten – davon, das Land müsse sich jetzt einen. Aus seinem Mund ist das der Aufruf an die Unterlegenen, sich bedingungslos zu unterwerfen. Der Horrorclown bekommt jetzt die Chance, tatsächlich ernstzumachen.“

„Das Undenkbare ist geschehen“, fasst Oliver Georgi, die vergangenen Stunden in den USA zusammen. Der FAZ-Korrespondent beschreibt die entscheidenden Stunden in New York. Georgi ist davon überzeugt, dass sich die Amerikaner sich für ein „Experiment“ entschieden hätten, „weil die Abneigung gegen seine Gegnerin so groß war“.

Mit einer Priese medialer Selbstkritik schreibt Kevin O’Brien im Morning-Briefing des Handelsblattes: „Für die Medien und Umfrageinstitute sollte Trumps Überraschungssieg auch bedeuten, mal die eigenen Fehler zu hinterfragen. Nicht zum ersten Mal lagen die Demoskopen völlig daneben.“

Bei Zeit Online kommentiert Carsten Luther: „Donald Trump war lange nur ein schlechter Scherz. Jetzt wird er Präsident. Die Welt muss sich fürchten vor dem, was diesem unberechenbaren Mann als Nächstes einfällt“.

In der Welt geht Torsten Krauel der Frage nach, was der Sieg von Trump für Deutschland bedeutet: „Donald Trumps Überraschungssieg ist auch ein Erfolg Putins. Angela Merkel könnte bald einem Deutschland vorstehen, das von Nationalisten und Populisten umgeben ist und dessen Exportmärkte zerfallen.“

Anzeige