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Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte: “Wenige Regalmeter im Supermarkt sind die Lebensader unserer Industrie”

Burda-Vorstand Philipp Welte, Allianz der Großverlage in den Grosso-Verhandlungen: “Wir brauchen ein zukunftsfähiges Modell für die gesamte deutsche Verlagswelt”
Burda-Vorstand Philipp Welte, Allianz der Großverlage in den Grosso-Verhandlungen: "Wir brauchen ein zukunftsfähiges Modell für die gesamte deutsche Verlagswelt"

Der Zeit erzählte Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte, dass das Verlagsgeschäft 2016 "leicht in Umsatz und Ergebnis" wächst. Das Wachstum stamme dabei in erster Linie vom Content Marketing und Kinderzeitschriften wie Prinzessin Lillifee, Lego oder Playmobil, die die Stuttgarter Burda-Tochter BlueOcean produziert. Ansonsten zeigt sich Welte stolz, dass Zeitschriften in Supermärkten mehr Umsatz pro Quadrameter machen als Obst und Gemüse.

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“Wenige Meter im Supermarkt sind die Lebensader ganzer Industrien, unserer auch. Das heißt erstens, wir achten sehr darauf, emotional ansprechende Zeitschriften zu machen. Und zweitens müssen wir alle mehr in die Frage investieren, wo unsere Magazine liegen und wie sie präsentiert werden. Etwas, das Nestlé, Bahlsen und Milka schon lange tun”, so Philipp Welte im Interview mit der Zeit (Ausgabe vom morgigen Donnerstag). Auf die Frage, was besser laufe, Zeitschriften oder Käse, antwortet Welte: “Zeitschriften machen im Lebensmitteleinzelhandel, nach Kaffee, den zweithöchsten Umsatz pro Quadratmeter. Mehr als Obst und Gemüse.”

2016 verkaufe Burda über 320 Millionen Zeitschriften alleine in Deutschland, so Welte. Die Hubert Burda Media aus München hat im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Ein gutes Drittel davon stammt laut Zeit aus dem Geschäft mit Medienmarken, vor allem Zeitschriften. Der größere Teil der Erlöse wird freilich mit Onlinehandel (Cyberport) und anderen digitalen Geschäften (Xing, HolidayCheck) erwirtschaftet. Anzeigen machen nur noch 25 Prozent des Umsatzes aus.

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“In Zeiten des digitalen Überflusses sind unsere Marken multimedial erlebbar, aber am Ende kaufen die Menschen unsere eigentlichen Produkte. Unsere Zeitschriften”, so Welte. Der Verkauf von Print-Magazinen ist für den Manager offenbar nach wie vor ein Zukunftsmodell. Aussagen, die Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen im jüngsten Manager Magazin tätigte, klingen da ganz anders. Kallen bezeichnete dort weitere Investitionen ins Zeitschriftengeschäft als wenig sinnvoll: “Es lohnt nicht, dort im Moment größere Beträge zu investieren. Deshalb konzentrieren wir uns auf andere Investitionen.”

Leider wurde Welte in dem Zeit-Interview nicht mit dem Zitat seines Chefs konfrontiert, vielleicht fand das Gespräch ja auch schon vor der Veröffentlichung des Zitats statt. Interessant wäre es aber schon zu erfahren, was Verlagsvorstand Welte dazu sagt, dass sein CEO weitere Investitionen in seinen Vorstandsbereich als nicht besonders sinnvoll erachtet.

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Alle Kommentare

  1. Da freuen sich die
    – Tankstellen
    – Abonnenten
    – Wartezimmer-Zeitschriften-Firmen
    – Zeitschriften-Geschäfte und Bahnhofs-Buchhandlungen
    natürlich wenn sie das hören…
    Bei Aldi (hier) gibts kein Zeitschriften-Zeitungs-Regal glaube ich.
    Fast die ganze BWL und somit regalmeter-Analyse oft nur deisatz. Leider wird das nirgendwo vermittelt. Auch Höhle der Löwen verzichtet darauf und man sieht nur die Löwen geheime Aufzeichnungen machen aber wo die Bewertung her stammt ist für kleine Zuschauer leider eher nicht nachvollziehbar. bei Fußball usw. sieht man jeder Woche die Punkte. Bei Boxen laufen keine Counter mit den Punkten mit 🙁 Bei Poker im TV hingegen hat man Kameras im Tisch wo man auch das Blatt der Spieler sieht.

    Wie beim Makler geht es um Angebot und Nachfrage: Die Werbe-Industrie und der kleine Leser oder bei RTL halt der Zuschauer welcher (wohl wegen der Werbe-Regeln und nicht wegen RTL) vermeidbar auf 3 Stunden gestreckte Sendungen ertragen muss weil Politiker das vielleicht nicht selber gucken.
    Da muss man wie beim Kochen mit Kohlehydraten, Ballast-Stoffen, Eiweiss, Fett usw. die richtige Mischung vom Content und Werbung finden.
    Aber die meisten Zeitschriften gibts nur im Abo und entstehen beim Herausgeber im Wohnzimmer.
    Andere hingegen sind nur Werbeträger welche man günstig mit Content auf-füllt, das es den größten Profit bringt.
    http://www.golem.de/news/adblock-plus-axel-springer-sieht-journalismus-nur-als-vehikel-fuer-werbung-1509-116587.html

    Das wahre Content-Boot(Fach-Zeitschriften) hingegen muss halt – um nicht unterzugehen – mit Luft/Schaumstoff also Werbung aufgefüllt werden damit Einnahmen/Ausgaben-Verhältnis das sprichwörtliche “Absaufen” verhindern.
    ADAC-Magazin, Sparkassen, Kundenmagazine von Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Vereinen usw. gibts auch.
    Leider erkennt die Medien-Presse diesen unsichtbaren Träger also Teil des Eisberges nicht.

    Lokal-Berichte sind auch sehr beliebt wie immer wieder bewiesen wird.
    Und was nirgendwo vorkommt und quasi (wie die Ex-Frau) geleugnet wird, sind die kostenlosen Zeitungen 2*2 Stück also Mittwoch/Samstag in fast jedem Bundes-Briefkasten. Ein Zeitungs-Abo sind auch nur 6 Stück pro Woche… 4 Stück hingegen kriegt man kostenlos…

    Was immer ignoriert wird: Wo wandern die Aufmerksamkeitsminuten hin. Dort wandern auch die Werbe-Budgets hin.
    Damit muss die Werbe-träger-Mainstream-Presse halt leben das auch Youtube, Internet usw. Aufmerksamkeitsminuten abgreifen und der Kuchen kleiner wird.
    Bei Tankstellen hingegen wird die Presse (natürlich erst hinterher) berichten das x% der Neuwagen Tesla3 sind und diese nie wieder Tanken werden so das die Tankstellen 1% pro Monat weniger einnehmen werden und die Erdölstaaten ihre Schulden nicht bezahlen können (Staats-Schulden-Bond-Blase war Thema bei CNBC) und Analysten frisch endlich auch darauf hin wiesen das Erdöl-Firmen pleite gehen können.
    Dasselbe (Markt-Schrumpfung) in Form von Werbe-Budget-Erosion findet aber auch bei Print statt. Auch brauchen ältere Leute Brille. Er soll mal sehen wie viele “Rätsel in großer Schrift” es bei Bahnhofs-Buchhandlungen gibt.

    Wegen der vermeintlich widersprechenden Zitate beider Manager:
    Amazon investiert die Gewinne nicht sondern verkündet sie endlich mal, Deutsche Bank hatte gestern(?) überraschend Gewinne (als Kleinanleger vermute ich mal, das diese dem kleinen Kleinanleger gerne durch Investments, Gebühren usw. vorenthalten werden), Tesla hat gestern wohl Gewinne gemeldet, Google trennt Kerngeschäft (profitabel) von den zig Cashburner-Übernahmen. Die Firmen bereiten sich auf die Rezession vor und zeigen stolz die Stärke um nicht billig von Großinvestoren billig auf den Aktien-Markt geschwemmt also Flashcrashmäßig abverkauft zu werden. Von daher sollte man zur Zeit schon schauen ob und welche Titel man neu aufbaut. Digitale Disruption hat dort vielleicht auch kaum stattgefunden. Wenn dann in Form von Zentral-Redaktionen welche Agentur- und PR-Copy-Paste-Meldungen rezitieren.

    “im Lebensmitteleinzelhandel”. Ich hoffe er meint Supermärkte/Discounter mit Aktionswaren z.b. von Höhle der Löwen welche (im Gegensatz zum Flughafen) innerhalb weniger Monate in den Regalen standen. Die kriegens halt gebacken und sind keine mietmafia-mästenden Cashburner.

  2. „Wenige Regalmeter im Supermarkt sind die Lebensader unserer Industrie“ – hallloooo? Was waren das noch für Zeiten, als der Vorstand selbst noch eine journalistische Vergangenheit – und damit Ahnung von der Materie – hatte… lang, lang ist’s her!

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